Wirtschaft

China spendet Kuba hohe Millionen-Summe

US-Sanktionen, Corona-Pandemie und Verwaltungsprobleme: Kuba steckt in einer schweren Wirtschaftskrise. Nun erhält das Land finanzielle Hilfe von einem wichtigen Handelspartner.
  • Von Deutsche Presse Agentur
  • 27. Nov. 2022 | 06:23 Uhr
  • 28. Nov. 2022
Chinas Präsident Xi Jinping: Das Land gilt als Verbündeter Kubas.
  • Von Deutsche Presse Agentur
  • 27. Nov. 2022 | 06:23 Uhr
  • 28. Nov. 2022
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Kuba erhält nach Regierungsangaben eine Spende von China von rund 100 Millionen US-Dollar (96 Millionen Euro).

Das sei bei Gesprächen zwischen den Präsidenten der beiden Länder, Xi Jinping und Miguel Díaz-Canel, herausgekommen, sagte Kubas Wirtschaftsminister Alejandro Gil gestern zum Abschluss eines China-Besuchs nach einer Mitteilung des kubanischen Präsidialamtes.

Die Delegation des sozialistischen Karibikstaates, zu der auch Außenminister Bruno Rodríguez gehörte, hatte auf der Reise zuvor Algerien, Russland und die Türkei besucht. Unter anderem wegen US-Sanktionen, den Folgen der Corona-Pandemie und Verwaltungsproblemen steckt Kuba in einer tiefen Wirtschaftskrise, die auch zur massenhaften Auswanderung beiträgt. Allein zwischen Oktober 2021 und September 2022 wurden nach Zahlen des US-Grenzschutzes mehr als 220.000 Kubaner - etwa zwei Prozent der Bevölkerung des Inselstaates - an der Grenze mit Mexiko aufgegriffen.

Bei dem Besuch wurden Gil zufolge auch verschiedene mögliche chinesische Investitionen in Kuba besprochen - darunter im Energiesektor. Unter anderem wegen einer veralteten Infrastruktur produziert Kuba nicht genug Strom, um den Bedarf zu decken. Es kommt regelmäßig zu stundenlangen Stromausfällen. Auch Kubas Schulden bei China seien angesprochen worden, sagte Gil dem Präsidialamt zufolge. «Unser Präsident hat die Situation, mit der wir konfrontiert sind, erklärt. Von der chinesischen Seite gab es Verständnis», betonte er.

China ist hinter Venezuela Kubas zweitgrößter Handelspartner und neben Russland auch ein wichtiger politischer Verbündeter. In Moskau hatte sich Díaz-Canel mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin getroffen und war dabei, als der Kremlchef am Dienstag in Moskau ein drei Meter hohes Bronze-Denkmal für den kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro enthüllte.