Celler Schwimmer

Philipp Brandt geht die Puste aus

Nach einer schweren Vorbereitung fuhr der Celler Philipp Brandt mit gedämpften Erwartungen zu den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften. Der Schwimmer erreichte aber zumindest ein Teilziel.

  • Von Sebastian Salpius
  • 22. Nov. 2022 | 15:35 Uhr
  • 22. Nov. 2022
Der große Trainingsrückstand durch einen grippalen Infekt machte sich bei Celles Top-Schwimmer Philipp Brandt bemerkbar. Bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften feierte er dennoch einen Finaleinzug (Archivfoto).
  • Von Sebastian Salpius
  • 22. Nov. 2022 | 15:35 Uhr
  • 22. Nov. 2022
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Wuppertal.

Mit reichlich Trainingsrückstand und gedämpften Erwartungen ging es für Celles Top-Schwimmer Philipp Brandt vergangene Woche zum letzten großen Wettkampf des Jahres. Bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Wuppertal hoffte der 23-Jährige auf Finaleinzüge über alle drei Brust-Distanzen.

„Es war von vornherein alles ein bisschen schwerer. Aber es ist gut, dass ich es in ein Finale geschafft habe.“

Philipp Brandt

Brandt fehlt die nötige Ausdauer

Doch der Athlet des Celler Schwimm-Clubs (CSC) verpasste sein selbst gestecktes Ziel: Er überstand nur den Vorlauf des 50-Meter-Brustschwimmens und musste sich auf den längeren Strecken nach seiner Krankheitspause geschlagen geben: „Es war von vornherein alles ein bisschen schwerer. Aber es ist gut, dass ich es in ein Finale geschafft habe“, zeigte sich Brandt einigermaßen zufrieden, nachdem ihn zuletzt drei Wochen lang ein grippaler Infekt ausgebremst hatte.

Am Donnerstag startete der Celler Schwimmer zunächst in seiner Paradedisziplin, dem Brustschwimmen über 100 Meter. Er kam mit einer Zeit von 1:01,44 Minuten ins Ziel und lag somit mehr als zwei Sekunden über seiner Bestzeit (00:59,11), was für Platz zwölf reichte. „Ich habe gemerkt, dass auf den ersten 50 Metern Geschwindigkeit da ist, aber dann hat die Ausdauer gefehlt“, so Brandt, der auf den zweiten 50 Metern fast fünf Sekunden mehr Zeit benötigte. „Normalerweise sind es nur zwei bis drei Sekunden mehr als auf den ersten 50 Metern“, verdeutlichte er den enormen Unterschied.

Philipp Brandt ist amtierender Deutscher Vizemeister über die 100 und 200-Meter-Brustdistanzen, doch war in Wuppertal weit von seinen Bestzeiten entfernt (Archivfoto).

Celler Schwimmer wird Vierter im Finale

Besser lief es am Samstag auf der kürzesten Bruststrecke: Über 50 Meter erreichte der Celler mit einer Zeit von 0:27,51 Minuten den vierten Platz. Damit qualifizierte er sich für das Finale, lag aber 52 Hundertstelsekunden über seiner Bestzeit. „Für 50 Meter ist eine halbe Sekunde schon ordentlich weit weg“, meinte Brandt. Im Finale verbesserte er sich zwar um vier Hundertstelsekunden auf eine Zeit von 0:27,47 Minuten, doch war damit als Viertplatzierter noch zwei Zehntelsekunden von einem Podestplatz entfernt. Mit einer Top-3 Platzierung hatte der Athlet ohnehin nicht gerechnet, da er zuletzt drei Wochen lang nur eingeschränkt trainieren konnte.

Besonders stark machte sich der Trainingsrückstand beim Rennen über 200 Meter Brust bemerkbar. Dort kam der Deutsche Vizemeister nur auf den 24. Rang. In 2:20,57 Minuten schlug Brandt neuneinhalb Sekunden über seiner persönlichen Bestzeit an. „Das war wirklich komplett katastrophal“, gab sich Brandt selbstkritisch. „Bei den 200 Metern habe ich die fehlenden Grundlagen und das lange Wochenende in den Knochen gespürt.“

Brandt will "vernünftiges Niveau erreichen"

Nach dem Turnier in Wuppertal beginnt für Brandt nun eine lange Trainingsperiode. Erst Ende Februar 2023 stehen die nächsten großen Wettkämpfe an, im Dezember ist er noch einmal auf der Weihnachtsgala in Braunschweig im Einsatz. „Ich werde mich voll darauf fokussieren, mich vollständig von der Krankheit zu erholen und wieder ein vernünftiges Niveau zu erreichen, das ich selbst von mir erwarte“, blickt der Sportler des CSC auf die nächsten Monate voraus.