Bundesliga Luftgewehr

Topfavorit unterschätzt SV Wieckenberg

Mit diesem Sieg war nicht zu rechnen und schmeckt daher umso besser: Luftgewehr-Bundesligist SV Wieckenberg siegt gegen Topfavorit SB Freiheit.

  • Von Lisa Brautmeier
  • 28. Nov. 2022 | 17:05 Uhr
  • 28. Nov. 2022
Isabell Ruschel (links) und Melissa Ruschel (Dritte von links) sorgten für den SV Wieckenberg für zwei Punkte gegen SB Freiheit.
  • Von Lisa Brautmeier
  • 28. Nov. 2022 | 17:05 Uhr
  • 28. Nov. 2022
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Osterode am Harz.

Das war ein Wochenende nach Maß: Erst den Favoriten bezwungen, dann den Pflichtsieg gegen den Aufsteiger mit einer neuen Teambestleistung eingefahren und als Belohnung gab es den Sprung auf Rang vier. Die Luftgewehrschützen des SV Wieckenberg feierten ein optimales Bundesliga-Wochenende in Osterode am Harz. Gegen Gastgeber SB Freiheit siegte der SVW mit 4:1. Gegen Team Wetterau gab es einen 3:2-Erfolg.

SB Freiheit verzockt sich

Den Sieg am Samstag gegen den bisherigen Spitzenreiter SB Freiheit hatte so niemand auf der Rechnung. „Allerdings hat sich der gegnerische Trainer mit der Aufstellung verzockt. Sie haben uns unterschätzt“, sagte Wieckenbergs Teammanager Horst-Dieter Ruschel. Auch Trainer Norbert Poltermann war bereits „verhalten optimistisch“, als er die Aufstellung sah. Die Punkte an den Positionen vier und fünf waren schnell gesichert. Melissa Ruschel gewann ihr Duell gegen Finja Kölling deutlich mit 397:389. Auch Isabell Ruschel gewann 392:391. Sie hatte schnell begonnen und ihre Gegnerin Jana Meinheit damit unter Druck gesetzt.

Spannend wurde es auf den ersten drei Positionen: Wieckenbergs Nummer eins Chiara Leone verlor zwar mit 396:398 gegen Emma Norholm Koch, aber Dennis Welsch behielt die Nerven und sicherte mit 395:394 gegen Michaela Müller-Thöle den entscheidenden Einzelpunkt zum Sieg.

Robin Zissel musste gegen SB Freiheit ins Stechen und behielt die Nerven.

An Position zwei ging es dann ins Stechen, nachdem Robin Zissel und Lisa Müller je 397 Ringe erzielten. Erst im vierten Schuss – ab da wird auf die Zehntel geschaut – fiel die Entscheidung. Müller schoss eine 10,4, das Publikum jubelte. Aber Zissel zog nach und machte es noch besser: 10,7. „Das war wirklich hervorragend von ihm. Ein Stechen sorgt natürlich immer für einen hohen psychischen Druck“, sagte Trainer Poltermann.

Gegen Team Wetterau früh auf Kurs

Ins Stechen ging es auch einen Tag später gegen Team Wetterau – zum Glück für die Wieckenberger war das Duell da aber ebenfalls schon entschieden. Gegen Team Wetterau waren es erneut die hintersten Positionen, die für eine schnelle Führung sorgten. Dieses Mal trat Claire-Luisa Ruschel auf Position fünf an, sie legte eine Schnellfeuereinlage hin, beendete ihre Serien schon nach 25 Minuten und gewann mit 395:391 gegen Luc Dingerdißen. Melissa Ruschel gewann auch ihr zweites Duell mit einem Topergebnis von 398:384 gegen Lina Krebs. „Die beiden Punkte waren früh auf unserer Seite. In den anderen Duellen lagen alle haarscharf beieinander“, so Poltermann.

Zwei müssen ins Stechen

So reichten 399 Ringe von Chiara Leone nicht zum Sieg, auch Gegnerin Roxana Sidi kam auf dieselbe Marke – es ging ins Stechen. Zudem ging der Vorletzte Schuss von Dennis Welsch nur in die 9, er schoss 397 Ringe. Auch er musste gegen Emma Pohlmann ins Stechen. Alles hing damit an Robin Zissel, er legte 396 Ringe vor. Gegner Max Ohlenburger war etwas langsamer, zog also nach, durfte aber die Zehn nicht mehr verfehlen. Als er das noch zweimal tat, war auch der zweite Wieckenberger Sieg des Wochenendes perfekt.

Melissa Ruschel sicherte dem SVW zwei wichtige Einzelpunkte.

Unklar war aber noch, wie hoch der Sieg gegen den Aufsteiger ausfiel. Die zwei Stechen standen noch aus. Aber sowohl Welsch wie auch Leone mussten die beiden Einzelpunkte noch abgeben. Das schmälerte jedoch nicht das Ergebnis, denn am Ende stand eine neue Teambestleistung von 1985 Ringen, fünf mehr als bei der bisherigen Bestleistung. Exakt diese Zahl steht im Übrigen auch auf dem Boden der Sporthalle in Osterode am Harz, weil das das Baujahr der Halle ist. „Ich habe davon ein Foto gemacht und an alle geschickt. Unsere Bestleistung ist da für immer eingemeißelt“, sagte Poltermann schmunzelnd.

Weiter gute Chancen auf Endrunde

Mit den zwei Siegen schob sich Wieckenberg auf den wichtigen vierten Platz. „Aber es ist noch lange nichts durch. Wir haben noch starke Gegner vor uns, andere eher leichtere. Noch nie war die Liga so eng beisammen“, sagte Teammanager Ruschel. Allein die Mannschaften auf den Plätzen zwei bis fünf haben alle 10:4 Punkte. Die Chancen auf die Teilnahme an der Meisterschaftsendrunde stehen für den SVW weiter gut.