World Masters Athletics

Manfred Arnd vom SV Nienhagen springt auch mit 80 über die Hürden

Einfach unglaublich, wie Manfred Arnd vom SV Nienhagen über die Hürden spring. Der 80-Jährige ist mit 15,56 Sekunden Weltmeister. Doch das ist noch nicht alles.

  • Von Katharina Jäger
  • 23. Juli 2022 | 10:00 Uhr
  • 23. Juli 2022
  • Von Katharina Jäger
  • 23. Juli 2022 | 10:00 Uhr
  • 23. Juli 2022
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Nienhagen.

Mit 80 Jahren vier Medaillen bei den World Masters Athletics (29. Juni bis 10. Juli) im finnischen Tampere geholt – das können nicht viele von sich behaupten. Manfred Arnd ging bei der Leichtathletik-Veranstaltung auf Weltmeisterschafts-Niveau, an der Athleten ab 35 Jahren teilnehmen können, für den SV Nienhagen an den Start. Er gewann zweimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze. Über die 80 Meter Hürden stellte er dabei mit einer Laufzeit von 15,56 Sekunden sogar einen neuen deutschen Altersklassenrekord auf.

 

Manfred Arnd hat bereits ganzes Leben Sport getrieben

Sein ganzes Leben hat der 80-Jährige, der in Uetze lebt, schon Sport getrieben. Selbst als er beruflich unterwegs war, habe er sich immer die Hotels mit integriertem Fitnessstudio ausgesucht, erinnert sich Arnd. Er ist ehrgeizig – das erklärt auch, warum er bei über 25 Grad auf den Sportplatz geht, während andere sich im Freibad abkühlen. „Ich trainiere dreimal die Woche“, sagt Arnd. Das sei unabhängig davon, ob ein großer Wettkampf bevorstehe oder nicht. In Bezug auf seine Ernährung sagt er, dass er sich zwar gesund ernähre – „morgens Haferflocken mit Obst und mittags wenig Fleisch“ –, aber keine extra auf den Sport ausgerichtete Ernährung habe.

 

Rudern, Reiten, Tennis, Fußball und jetzt Leichtathletik

Ehe er 2003 in Burgdorf mit Leichtathletik begonnen hat, ruderte er, ritt und spielte Tennis sowie Fußball. Letzteres beendete er, weil seine Knie immer so wehtaten, dass er 14 Tage pausieren musste. Die anderen Sportarten hatte er bereits 1984 beendet.

 

80-Jähriger feierte schon einige Erfolge

Größere Turniere ist der Rentner bereits gewohnt. Er wurde schon Landes-, Norddeutscher- und Deutscher Meister. Auch Europameisterschaften und andere Weltmeisterschaften hat er erfolgreich miterlebt. Deshalb kannte er bereits das Gefühl, eine Medaille überreicht zu bekommen.

 

Schönes Erlebnis bei Wettkämpfen: Tochter und Enkelsohn haben zugeschaut

In Tampere nahm er die Edelmetalle im Weitsprung (4,03 Meter), 100-Meter-Sprint (15,23 Sekunden), 80-Meter-Hürden- und 4x100-Meter-Staffellauf (1:03,18 Minuten) stolz entgegen, doch eine der schönsten Erfahrungen bei den World Masters Athletics war etwas anderes: Seine Tochter ist mitgefahren nach Finnland und sein Enkelsohn kam ebenfalls für ein paar Tage dorthin. „Das war die größte Überraschung“, betont er und lächelt bei der Erinnerung.

 

Am meisten genervt: Wartezeiten und Warteschlangen

Auf die Frage, was ihn am meisten genervt habe, antwortet Arnd: „Die langen Wartezeiten am Flughafen und die Warteschlangen beim Anmelden.“ Die Wettkampforganisation an sich habe sehr gut funktioniert. „Es gab sogar einen Gesundheitscheck. Das fand ich ganz toll“, erzählt der 80-jährige Athlet. Damit war dann auch seine Frau beruhigt.

 

SVN-Starter hat Hirnblutungen und einen Herzinfarkt hinter sich

Neben den vielen sportlichen Ereignissen hat Manfred Arnd auch zwei Schicksalsschläge in seinem Leben gemeistert. So kämpfte er 2006 gegen Hirnblutungen und erlitt 2015 einen Herzinfarkt. Doch dadurch ließ er sich nicht unterkriegen. Auch wenn seine Medikamente seine Leistungen etwas einschränkten, machte er weiter – ein Appell auch an andere Leute mit einem Herzinfarkt, danach weiterhin Sport zu treiben.

 

Mit 100 endet Altersgrenze bei den World Masters Athletics

Wie lange er noch weiter Leichtathletik betreibt, weiß der 80-Jährige noch nicht. Eine Altersgrenze habe er nicht festgelegt, aber dafür etwas anderes: die Ästhetik. „Ich höre erst auf, wenn ich mich quäle und schlecht aussehe“, sagt Arnd. Mit 100 endet auf jeden Fall die Altersgrenze bei den World Masters Athletics. Unter den fast 4000 Teilnehmern dieses Jahr sei sogar ein Sportler mit diesem Alter dabei gewesen, so der Mann vom SVN. Ein Leichtathlet aus Taiwan.