Deutsche Meisterschaften

Marie Dehning wird Fünfte im Hallen-Mehrkampf

Marie Dehning hat ihre ersten Mehrkampf-Meisterschaften bei den Erwachsenen gemeistert. Die Studentin und ihr Trainer sehen aber noch viel Potenzial.

  • Von Lisa Brautmeier
  • 23. Jan. 2023 | 18:00 Uhr
  • 23. Jan. 2023
Im Hochsprung hat Marie Dehning besonders an ihrem Anlauf gefeilt. Dass sich dies bezahlt macht, hat sich bei den Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften gezeigt. In Leverkusen wurde sie Fünfte, sieht aber noch Potenzial nach oben.
  • Von Lisa Brautmeier
  • 23. Jan. 2023 | 18:00 Uhr
  • 23. Jan. 2023
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Leverkusen.

„Es war solide, aber es gibt noch viel Luft nach oben“ – so das Resümee von Marie Dehning, die am vergangenen Wochenende bei den Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften in der Halle Fünfte wurde. Dabei trat die 19-Jährige erstmals bei den Erwachsenen an und gehörte dort zu den jüngsten der elf Starterinnen. Ganz zufrieden war die Athletin des TSV Bayer 04 Leverkusen bei ihrem Heimwettkampf jedoch nicht. Die frühere Sportlerin der LG Celle-Land erzielte im Fünfkampf 4.045 Punkte. 71 Punkte fehlten zum dritten Rang. Die Plätze auf dem Podest wurden von Athletinnen belegt, die schon seit Jahren im Frauenbereich aktiv sind.

Ausreißer nach oben fehlt

„Es war ein guter Wettkampf, wobei wir uns in allen Disziplinen etwas mehr erhofft hatten“, sagt Dehnings Trainer Björn Lippa. Denn einen Ausreißer nach oben gab es nicht. „Es waren aber schon gute Ansätze zu sehen. Im Vorfeld hatten wir einiges umgestellt“, so Lippa. Neustrukturiert wurden zum Beispiel die Anläufe beim Weit- und Hochsprung. Das waren auch die beiden Disziplinen, mit denen Dehning selbst am zufriedensten war. Im Hochsprung überquerte sie 1,69 Meter. Bis dahin meisterte sie alle Sprünge im ersten Versuch. Anschließend konnte sie die Technik aber nicht mehr richtig abrufen. Im Weitsprung gelang ihr mit 5,84 Meter das drittbeste Ergebnis der Konkurrenz. „Endlich hat das mal wieder gut geklappt“, so Dehning.

Mit ihren Weitsprung-Ergebnissen war Marie Dehning durchaus zufrieden.

Aber Trainer und Athletin sehen überall noch Verbesserungspotenzial. Mit 2:21,18 Minuten über 800 Meter, exakt 9 Sekunden beim 60 Meter-Hürden-Lauf und 12,34 Meter im Kugelstoß reichte es immerhin für den guten fünften Platz. „Bei 100 Prozent ist Marie aber noch nicht“, sagt Lippa. Das sei aber normal, immerhin fehle Dehning noch die nötige Wettkampfpraxis. Eine Verletzung hatte sie vergangenes Jahr zurückgeworfen. Den letzten Mehrkampf hatte sie im Juli 2022 bestritten. „Es ist schon etwas anderes, ob man nur eine, oder gleich mehrere Disziplinen an einem Tag bestreiten muss“, sagt Dehning. Im Vorfeld der Deutschen Meisterschaften hatte sie zudem mit einer Erkältung zu kämpfen. Trotzdem habe sie laut Trainer Lippa normal durchtrainieren können.

Zwischen Studium und Sport

Nach ihrem Abitur im vergangenen Jahr hat die 19-Jährige nun übrigens noch bessere Möglichkeiten, sich auf den Sport zu konzentrieren. Sie studiert in Köln Bauingenieurwesen. „Das Praktische ist, dass ich mir aussuchen kann, wie viele Module ich belege, sodass beide Dinge – Sport und Studium – gut zu schaffen sind“, sagt Dehning.

"Die Wettkämpfe in der Halle sind vor allem eine Formprüfung."

Björn Lippa, Leichtathletik-Trainer

Weiter Wettkampfpraxis sammeln

Sie baut also fleißig weiter an ihrer Leichtathletik-Karriere. Jetzt braucht es nur wieder etwas mehr Wettkampfpraxis. Dafür geht es bereits am ersten Februarwochenende zu einem internationalen Meeting nach Estland. In Tallinn wird Dehning erneut einen Fünfkampf bestreiten. Der Fokus liegt allerdings eher auf den anstehenden Siebenkämpfen während der Freiluftsaison. „Die Wettkämpfe in der Halle sind vor allem eine Formüberprüfung“, sagt Lippa.