Norddeutscher U20-Titel

Weitester Wurf trotz Fußproblemen

Veronique Quednau aus Winsen ist neue Norddeutsche U20-Meisterin im Speerwurf. Dabei standen die Vorzeichen eher schlecht. Jetzt peilt sie das nächste Ziel an.

  • Von Lisa Brautmeier
  • 29. Juni 2022 | 16:00 Uhr
  • 30. Juni 2022
  • Von Lisa Brautmeier
  • 29. Juni 2022 | 16:00 Uhr
  • 30. Juni 2022
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Lübeck.

Leichtathleten aus sieben Bundesländern nahmen an den traditionellen Norddeutschen Leichtathletik-Meisterschaften U16/U20 in Lübeck teil. Mit dabei war auch die 18-Jährige Veronique Quednau aus Winsen, die für Rukeli Trollmann e.V. startete. Trotz Verletzungssorgen sicherte sie sich den Titel im Speerwurf. Jetzt hat sie noch größere Ziele.

Vereinswechsel macht sich bezahlt

Diese Saison läuft mehr als gut für die Athletin, die in diesem Jahr von der LG Unterlüß-Faßberg-Oldendorf (LG UFO) zu Rukeli Trollmann nach Hannover gewechselt war. Neben der erfolgreichen Teilnahme an den Deutschen U20-Meisterschaften im Winter, wo sie Platz vier im Speerwurf belegte, hat sie schon zwei Landesmeistertitel gewonnen: im Winterwurf und vor kurzem bei den Niedersächsischen Leichtathletik-Landesmeisterschaften in Lingen.

„Der Vereinswechsel war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, weil ich hier ganz andere Trainingsmöglichkeiten habe. Ich war zum Beispiel auch in einem Trainingslager in Italien, was ich früher nicht hatte.“, sagt Quednau. Die Bedingungen haben sich bereits bezahlt gemacht. Nun stellte sie sich auch der Konkurrenz aus anderen Bundesländern, vor allem den starken Werferinnen aus Berlin und Brandenburg.

Rücken- und Fußprobleme

Allerdings war Quednau etwas beeinträchtigt. Seit längerem plagen sie Rückenprobleme bei der Ausführung der Speerwurfbewegung. Aufgrund einer Verletzung, die sie sich zudem bei den Hallischen Wurftagen Mitte Mai zugezogen hatte, musste die 18-Jährige die vergangenen Wochen ihr Training stark reduzieren. „Ich hatte Fußprobleme, ich war umgeknickt und konnte daher keinen langen Anlauf machen“, sagt Quednau. Die Norddeutschen Meisterschaften waren ihr erster Wettkampf, bei dem sie es wieder wagen wollte. Sicher fühlte sie sich damit aber noch nicht. Deswegen entschied sie, den ersten Versuch zur Sicherheit aus nur fünf Anlaufschritten zu starten.

Steigerung bis zur Bestweite

Sie erzielte nur 37,58 Meter – das schien zu wenig zu sein, um sich einen Medaillenrang zu erkämpfen. Nach Beratung mit ihrer Landestrainerin wechselte sie zum vollen Anlauf und der Speer landete im zweitem Versuch knapp über 41 Meter. Eine Medaille wirkte nun greifbar, denn auch die Konkurrentinnen kämpften mit verschiedenen technischen Problemen, aber für den Sieg musste Quednau noch paar Meter zulegen. Und genau das gelang ihr im dritten Versuch. Ihre Weite vom 43,78 Meter wurde an diesem Tag von keiner anderen Werferin mehr überboten. Damit holte die Athletin zum ersten Mal den Norddeutschen Titel. Wirklich damit gerechnet hatte sie im Vorhinein nicht. „Aber als dann die stärkste Konkurrentin aufgeben musste, sah es doch sehr gut für mich aus. Auch mit den Weiten bin ich zufrieden“, sagt Quednau.

U23-Norm soll noch fallen

Dennoch ist die Hoffnung groß, dass der Speer noch ein wenig weiterfliegt. „Ich hoffe, dass ich noch die 45 Meter schaffe, um mich für die Deutschen U23-Meisterschaften zu qualifizieren“, sagt Quednau. Die nächste Chance hat sie bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der U20 Mitte Juli in Ulm. Um sich darauf vorzubereiten, absolviert sie gerade eine Trainingswoche im Deutschem Olympischen Trainingszentrum Kienbaum.