Ehrung für außergewöhnliches Engagement

TuS Hermannsburg: Regina Miller prägt Turnsparte seit Jahrzehnten

Ohne sie wären die Turnsparte des TuS Hermannsburg und der Turnkreis Celle nicht dasselbe: Regina Miller gibt als Trainerin ihre Leidenschaft für den Sport weiter. Für ihr Engagement wurde sie vom Landkreis Celle ausgezeichnet.

  • Von Lisa Brautmeier
  • 08. Aug. 2022 | 15:00 Uhr
  • 08. Aug. 2022
  • Von Lisa Brautmeier
  • 08. Aug. 2022 | 15:00 Uhr
  • 08. Aug. 2022
Anzeige
Hermannsburg.

Seit Jahrzehnten ist sie ein wichtiger Teil des TuS Hermannsburg und aus der Turnabteilung längst nicht mehr wegzudenken: Regina Miller hat früh das Turnen für sich entdeckt und gibt ihre Leidenschaft weiter. Dreimal die Woche ist sie als Trainerin in der Sporthalle zu finden. Zudem ist sie seit 1983 Fachwartin Geräteturnen im Turnkreis Celle. Für ihre verdienstvolle Arbeit im Sport wurde sie dieses Jahr bei der Sportlerehrung des Landkreises Celle ausgezeichnet.

„Ich habe mich darüber gefreut, obwohl mir persönlich so eine Auszeichnung gar nicht wichtig ist. Es ist aber wichtig, dass das Ehrenamt gestärkt wird“, sagt Miller. Denn es gibt zu wenige Helfer. Das ist auch beim TuS Hermannsburg der Fall, die Wartelisten der Turnsparte sind lang. Früher ging die Anzahl an Kindern, die mit Turnen anfangen wollten, zurück. „Momentan geht der Trend wieder in eine andere Richtung“, sagt Miller. Den Eltern sei während der Pandemie klar geworden, wie wichtig die Bewegung für ihre Kinder ist.

Vielfältigkeit und Kreativität

Miller selbst ist mit elf Jahren beim TuS eingetreten. Neben dem Turnen hat sie noch andere Sportarten betrieben: Volleyball, Leichtathletik, Schwimmen. Aber aus Zeitgründen musste sie sich schließlich für einen Sport entscheiden und das Turnen blieb. „Mir gefällt die Vielfältigkeit daran und die Kreativitätskomponente, wenn man sich Übungen überlegt“, sagt die 62-Jährige. Daher hat sie auch am meisten Spaß daran, mit den Jugendlichen Kürübungen mit Musik zu überlegen und zum Beispiel am Boden tänzerische Elemente einzubauen. „Für mich fängt das Turnen da erst richtig an“, sagt Miller.

Keine Angst vorm Schwebebalken

Das Lieblingsgerät der Hermannsburgerin ist der Schwebebalken. Das ist ungewöhnlich, da viele Turnerinnen eher Respekt davor haben. Schließlich wird in 1,25 Metern Höhe geturnt und es sind Stürze möglich. Miller sah den Schwebebalken aber immer mehr als Herausforderung, nicht als Horrorgerät. Als aktive Sportlerin nahm Miller regelmäßig an Wettbewerben teil, meist eher in der Region. Aber sie war auch 1987 beim Deutschen Turnfest in Berlin. Für sie war dieses Event nicht nur deshalb besonders, weil es ihr letzter Wettkampf war, sondern weil aus ganz Deutschland Hunderte Turner und Turnerinnen zusammenkamen. Allein in Millers Altersgruppe traten 450 Starterinnen an. Welchen Platz sie genau belegt hat, weiß sie nicht mehr. „Aber es war irgendwo um Platz 50. Bei der Anzahl an Turnerinnen ist das schon echt gut“, sagt sie.

Zu dem Zeitpunkt war sie längst auch als ehrenamtliche Helferin im Verein und beim Turnkreis Celle tätig. Mit 15 Jahren fing sie an, bei der Betreuung der Mädchen zu helfen. Mit der Zeit kam die Ausbildung zur Jugendleiterin, zur Übungsleiterin und der Trainerschein hinzu. „Es ist schön zu sehen, wenn die Kinder Fortschritte machen“, sagt Miller. Dabei geht es aber nicht nur ums Turnen. „Wenn sie lernen, dass man mit dem Willen und Ausdauer etwas erreichen kann, hilft das auch im Alltag weiter“, ist die Trainerin überzeugt.

Miteinander genauso wichtig wie Erfolge

Aber es geht beim Turnen nicht nur um Erfolgserlebnisse, sondern auch um das Miteinander. Bereits 1975 fing Miller an, sich bei der Durchführung des Pfingst-Zeltlagers der Turnabteilung zu engagieren. Und später organisierte sie zusammen mit ihrem Mann die Jugendfahrten des Niedersächsischen Turner-Bundes nach Baltrum. Auch Workshop-Tage oder Übernachtungen in der Hermannsburger Sporthalle gehörten zu den Aktionen, an denen es mal nicht nur um den Sport ging. Es kommt immer wieder vor, dass frühere Schützlinge Miller auf der Straße erkennen und darauf ansprechen, was für schöne Erinnerungen sie an ihre Zeit in den Turngruppen haben.

Als Fotografin tätig

Beruflich arbeitet Miller als Bildredakteurin beim Evangelisch-lutherischen Missionswerk in Niedersachsen (ELM). Daher ist sie bei Wettbewerben meist auch diejenige, die für die Fotos sorgt – falls sich Zeit dafür ergibt. Meist hat sie genug mit der Organisation oder dem Einsatz als Kampfrichterin zu tun.

"Es hilft fit zu bleiben, wenn man mit Kindern und Jugendlichen Zeit verbringt. So bleibt man jung."

Regina Miller, Turntrainerin

Und wenn sie doch mal etwas Abstand vom Turnen möchte, arbeitet sie draußen im Garten oder widmet sich verschiedenen Arten von Textilarbeit, wie Stricken oder Weben. Zudem hat sie ein altes Spinnrad geerbt. „Damit zu arbeiten, hat etwas Meditatives“, sagt Miller. Sich nur zu Hause beschäftigen, ist aber nichts für sie. Daher wird sie ihre Turngruppen auch so schnell nicht abgeben. Miller: „So lange ich fit bin, mache ich weiter. Und es hilft fit zu bleiben, wenn man mit Kindern und Jugendlichen Zeit verbringt. So bleibt man jung.“