1. Bundesliga Luftpistole

Wathlinger sind Schrecken aller Gastgeber

Jetzt haben sie endgültig das Bundesliga-Finale im Visier. Die Wathlinger Freischützen sind nach einem 3:2-Sieg gegen Bad Westernkotten Vierter.
  • Von Oliver Schreiber
  • 21. Nov. 2022 | 17:24 Uhr
  • 21. Nov. 2022
Die Mannschaft des SV Freischütz Wathlingen (von links Erhard Oehns, Jessica Schrader, Christian Oehns, Sarah Oehns, Philip Aranowski, Sven Freier, Cedric Rohbani) liegt nach sieben von elf Wettkämpfen auf Kurs Bundesliga-Finale.
  • Von Oliver Schreiber
  • 21. Nov. 2022 | 17:24 Uhr
  • 21. Nov. 2022
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Wathlingens Teammanager Erhard Oehns hofft auf die erste Teilnahme an der Meisterschaftsendrunde seit dem Aufstieg 2015.
Erwitte.

Solche Gäste hat niemand gerne: Die Luftpistolenschützen des SV Freischütz Wathlingen haben sich erneut als „Partycrasher“ erwiesen und in der 1. Bundesliga Nord beim SSV Bad Westernkotten im nordrhein-westfälischen Erwitte knapp mit 3:2 gewonnen. Nach den Sportschützen aus Raesfeld (3:2) und St. Sebastian Pier (5:0) haben die Freischützen in dieser Saison damit nun schon der dritten Mannschaft ihren Heimwettkampf versaut. „Für eine Heimmannschaft ist so etwas immer bitter. Für uns war dieser Sieg wegweisend. Jetzt können wir die Qualifikation für das Finale in Angriff nehmen“, erklärt Teammanager Erhard Oehns.

Philip Aranowski war nicht ganz fit und unterlag im Stechen.

Dafür müssen die Wathlinger mindestens Vierter werden. Genau diesen Platz bekleiden sie nunmehr in der Tabelle. „Und den wollen wir natürlich bis zum Schluss verteidigen“, gibt sich Oehns kämpferisch. Dann wäre der SVW erstmals seit dem Aufstieg 2015 bei der Meisterschaftsendrunde dabei.

Sarah Oehns war durch einen Infekt geschwächt und verlor ihr Duell.

Dabei sind die Wathlinger so etwas wie die Minimalisten der Liga. Sie haben insgesamt mehr Duelle verloren als gewonnen (17:18), aber dabei 10:4 Punkte geholt. Zudem hat der SVW gegen alle drei vor ihm liegenden Teams – SV 1935 Kriftel (0:5), PSV Olympia Berlin (3:2) und SV Bassum (0:5) – schon geschossen. Dies haben die meisten Konkurrenten zum Teil noch vor sich. Ein weiterer Pluspunkt: Anders als im Vorjahr, als die Freischützen nach sieben Wettkämpfen ebenfalls 10:4 Zähler auf dem Konto hatten, wird Topschütze Kristian Callaghan aller Voraussicht nach in den verbleibenden vier Duellen jedes Mal dabei sein.

Christian Oehns machte es spannend. Acht Minuten vor Schluss nahm er sich eine Auszeit - und kehrte wie verwandelt an den Schießstand zurück.

In Erwitte fehlte der Engländer. Dafür sprangen die Teamkollegen in die Bresche und fuhren die beiden eminent wichtigen Punkte ein. Der Wettkampf gegen Bad Westernkotten, bis dato selbst Vierter, verlief spannend – wie angesichts der Konstellation auch zu erwarten war. „Am Anfang haben wir immer vorne gelegen. Zur Mitte des Wettkampfes war es dann ausgeglichen. Zum Schluss haben wir zum Glück die Nerven behalten“, berichtet Oehns.

Cedric Rohbani schoss mit 377 Ringen Saisonbestleistung und gewann sein Duell.

An den beiden hinteren Positionen schossen Cedric Rohbani und Jessica Schrader jeweils ihre Saisonbestleistung. Rohbani bezwang Ralf Risse mit 377:370 Ringen, Schrader behielt mit 370:360 Ringen gegen Dennis Strücker die Oberhand. Dafür setzte es an den Positionen eins und zwei Niederlagen für Philip Aranowski und Sarah Oehns, die beide durch Infekte geschwächt waren. Aranowski unterlag der Ukrainerin Hanna Levkovska im Stechen (370:370/8:9), Sarah Oehns verlor gegen Gregor Luetkevedder (361:371).

Jessica Schrader schaffte mit 370 Ringen ihr bisher bestes Resultat in dieser Saison.

Das Zünglein an der Waage war somit Christian Oehns. Der führte in seinem Duell gegen Peter Müller. Dann standen die letzten zehn Schüsse für beide an – und es wurde dramatisch. Oehns verspürte plötzlich ein Kribbeln im Arm und musste acht Minuten vor Ablauf der Zeit eine Pause einlegen.

Doch davon konnte Müller nicht profitieren. Im Gegenteil, auch er verließ den Schießstand – und fand nach seiner Rückkehr nicht mehr zu seiner alten Form zurück. Oehns hingegen blieb cool, traf serienweise ins Schwarze und hatte letztlich mit vier Ringen Unterschied die Nase vorn (368:364), der entscheidende dritte Wathlinger Punkt war unter Dach und Fach. „Beide können sicherlich besser schießen. Aber zum Glück hat Christian die Kurve wieder gekriegt“, erläutert Oehns.

Nächster Wettkampf in Hannover

Anfang Dezember stehen die nächsten beiden Wettkämpfe in Hannover auf dem Programm. Ein Gegner ist dann auch wieder der Gastgeber SV GK Hannover. Und die Freischützen wollen sich erneut als Schrecken der Hausherren erweisen.