Wie 1972: Von Kiel nach München

Celler Fahrer freuen sich auf Olympia-Rallye-Revival

Anlässlich der Olympischen Spiele 1972 gab es eine legendäre Rallye, die jetzt ihr großes Revival erlebt. Unter fast 200 Teams sind auch zwei Celler Fahrer mit dabei, die die Strecke von Kiel nach München in Angriff nehmen.

  • Von Lisa Brautmeier
  • 06. Aug. 2022 | 12:00 Uhr
  • 06. Aug. 2022
  • Von Lisa Brautmeier
  • 06. Aug. 2022 | 12:00 Uhr
  • 06. Aug. 2022
Anzeige
Celle.

Die Vorfreude steigt. Am Wochenende werden fast 200 Rallye-Fahrer aus ganz Deutschland Richtung Kiel aufbrechen, um am Olympia-Rallye-Revival teilzunehmen. Auch das Celler Brüder-Team Peter Petersmann und Frank Reimann und der Langlinger Jürgen Kornrumpf sind bei der sechstägigen Fahrt von Kiel nach München dabei. Vor 50 Jahren, zu den Olympischen Spielen 1972 in München, waren Fahrer zu einer legendären Rallye aufgebrochen. Diese wird ab Montag wiederholt, aber in veränderter Form.

"Das wird sportlich eine echte Herausforderung."

Frank Reimann, Rallye-Fahrer

1972 ging es um Schnelligkeit, die Strecke wurde in nur zwei Tagen absolviert. Dieses Jahr geht es darum, bei Wertungsprüfungen gut abzuschneiden. So gibt es beispielsweise eine Gleichmäßigkeitsprüfung, bei der über 39 Kilometer möglichst exakt dasselbe Tempo gefahren werden muss. Wo kontrolliert wird, wissen die Fahrer nicht. „Das wird sportlich eine echte Herausforderung“, sagt Reimann. Er freut sich besonders darauf, auf den Originalstrecken von 1972 unterwegs sein zu dürfen.

Frank Reimann und Peter Petersmann starten mit einem Audi Coupé Quattro aus dem Baujahr 1989 in der Rallye-Klasse. Vergangenes Wochenende waren sie zur Generalprobe bei der Heide Classic, die jedoch gründlich misslang. „Es hört sich seltsam an, aber wir sind trotzdem mit einem guten Gefühl da rausgegangen, denn wir wissen, dass es nicht nur an uns lag“, sagt Reimann.

Über 2000 Kilometer in sechs Tagen

Sein Bruder und er haben den Wagen vorab genau durchchecken und einiges erneuern lassen. Sonst hätte es bei der technischen Abnahme eventuell böse Überraschungen gegeben. Im Übrigen müssen nicht nur die Autos in gutem Zustand sein, auch die Teilnehmer müssen, solange sie keine Rennfahrer sind, ein ärztliches Gutachten vorlegen, das bescheinigt, dass sie die 2252 Kilometer lange Strecke in den sechs Tagen absolvieren können.

Tour führt nicht durch Celle

Am Montag geht es auf den ersten Streckenabschnitt von Kiel über Wittingen nach Wolfsburg. Durch den Landkreis Celle führt die Rallye nicht. „Dadurch bekommen wir in Celle den Stellenwert dieses Events leider gar nicht wirklich mit“, sagt Reimann.

Das Ziel der Organisatoren war es, den Zuschauern ein rollendes Automuseum zu präsentieren. 197 Teams mit 44 verschiedenen Fahrzeug-Marken und 175 verschiedene Fahrzeug-Typen gehen an den Start. So sind beispielsweise nur zwei Volvos dabei. Einen davon fährt Jürgen Kornrumpf. Er hat diese Woche noch fleißig auf dem eigenen Hof trainiert, damit er es schafft, Lichtschranken möglichst auf die Hundertstel genau anzufahren.

Verpatzte Generalprobe

„Es wird so langsam spannend und auch am Wagen wird noch viel gemacht und kontrolliert“, sagt Kornrumpf. Auch er war vergangenes Wochenende bei der Heide Classic am Start. Mit Platz vier im Gesamtfeld war er nicht zufrieden. Aber somit gilt sowohl für den Langlinger als auch für Reimann und Petersmann das Motto: Auf eine verpatzte Generalprobe folgt hoffentlich eine gelungene Premiere.

Wer mehr über die Erlebnisse von Peter Petersmann und Frank Reimann erfahren möchte, kann die Rallye auf deren Blog rallye.petersmann.de verfolgen.