Wasa-Lauf 2022

Celler erzählen ihre Geschichten zum Wasa-Lauf

Beim Celler Wasa-Lauf steht nicht nur der sportliche Erfolg im Fokus. Das Laufevent ist noch viel mehr. Jeder verbindet eine andere Geschichte mit dem Ereignis.

  • Von Stefanie Franke
  • 02. Okt. 2022 | 20:05 Uhr
  • 03. Okt. 2022
  • Von Stefanie Franke
  • 02. Okt. 2022 | 20:05 Uhr
  • 03. Okt. 2022
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Celle.

Der traditionelle Wasa-Lauf ist das Laufevent hier in Celle. Doch es geht nicht nur um das Sportliche. Ob Familientradition, die Aller-Landschaft nebenbei genießen oder einfach zu zeigen, wie fit man noch ist.

„Warme Brüder“ in Bademänteln unterwegs

Christian Gutsche und seine Mitläufer Oliver Häring, Lars Marwedel und Jörg Drangmeister haben ein gemeinsames Hobby: Sie gehen leidenschaftlich gerne in die Sauna. Deswegen waren sie in Bademänteln und Schlappen an den Start gegangen. „Das läuft sich total easy und ist witzig, wenn wir andere überholen,“ erzählt Gutsche. Einer der Überholten habe spontan aufgeben wollen, als das Quartett an ihm vorbeizog. Die Gruppe aus Eldingen ist seit mehr als 20 Jahren beim Celler Volkslauf dabei. „Wir wollen die Tradition nicht abreißen lassen.“

Herbert Lohmann ältester Teilnehmer

Unter den Startern auf der 5-Kilometer-Strecke war mit Herbert Lohmann (Foto, 89) auch der älteste Teilnehmer des diesjährigen Wasa-Laufs. „Ich freue mich darauf, den Leuten zu zeigen, dass man auch im hohen Alter noch fit sein kann,“ sagte der Celler vor seinem Start. Sein Ziel, die Distanz in 40 Minuten zu schaffen, verfehlt er am Ende nur um wenige Minuten – und war dabei kaum außer Atem. „Es war ein harter Lauf, aber ich komme nächstes Jahr wieder.“

Kindheitserinnerungen an Wasa-Lauf

Marcus Menzel feuerte gemeinsam mit seinen drei Kindern seine Frau an, die beim Zehn-Kilometer-Lauf dabei war. Die Familie wohnt in Braunschweig, stammt jedoch aus Celle. Die Teilnahme am Lauf hat ihren Ursprung bereits in der gemeinsamen Schulzeit des Ehepaars. „Da kommen schon einige Kindheitserinnerungen hoch,“ erzählte er und winkte begeistert, als seine Frau vorbeilief. „Der Wasa-Lauf ist ein schönes Event und es macht Spaß, hier zu sein.“ Menzel schätzt die familiäre Atmosphäre in Celle. „Heute ist die Stimmung ein bisschen abgekühlter, aber das kommt alles wieder, wenn Corona ein wenig in die Ferne rückt.“

„Ich liebe die Landschaft an der Aller und die Natur.“

Axel Hartge, Wander-Teilnehmer Celler Wasa-Lauf 2022

Wanderer genießen Aller-Landschaft

Bereits am frühen Sonntagvormittag hatten die Wanderer den lang ersehnten Wettkampftag eröffnet. Vor der Kulisse des Celler Schlosses ging es für etwa 80 Teilnehmer auf die elf Kilometer lange Strecke. Mit von der Partie war auch Axel Hartge aus Bad Fallingbostel – schon zum vierten Mal. „Ich liebe die Landschaft an der Aller und die Natur“, sagt der Berufsförster. „Es ist schön, endlich wieder mit Leuten zusammenzukommen und dieses Gemeinschaftserlebnis zu genießen.“

Feuerwehrleute laufen mit

Jens Bolze-Prasuhn war mit neun Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Hambühren gestartet. Sie liefen in voller Montur mit 25 Kilo Gewicht zusätzlich. „Die 10 Kilometer fetzen sonst nicht,“ meint Bolze-Prasuhn. „Der Lauf ist eine gute Möglichkeit, sich zu präsentieren und zu zeigen, dass wir fit sind.“

Wasa-Krümel

Shirts als Andenken: Ingrid Schlote (74) und ihre Tochter Anna-Lena Jordan (32) brachten Teilnehmer-Medaillen und Finisher-Shirts an den Mann und die Frau. Auf den Shirts prangte noch die Jahreszahl 2020 vom abgesagten Wasa-Lauf. „Manche wollte das Shirt deshalb doch nicht kaufen, aber vielen war es egal. Hauptsache man hat ein Andenken“, so Schlote, die seit mehr als 15 Jahren zum Helferteam gehört.

Feuer frei: „Es macht Spaß, wenn es knallt und raucht,“ findet Norbert Timm vom Schützenverein Altenceller-Vorstadt. Er hatte am Sonntag bereits zum 15. Mal ein waches Auge auf die Kanone, mit welcher der Startschuss abgefeuert wird. Geladen wird das Drei-Zentimeter-Kaliber mit Schwarzpulver. Die Kanone wurde eigenhändig vom Schützenverein gebaut und wird regelmäßig gewartet.

Helfer im Dauereinsatz: Doris Dieskau vom DRK Celle war eine von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, die hinter den Kulissen des Wasa-Laufs für einen reibungslosen Ablauf sorgten. Hinter der Stadtkirche betreute sie alle, die an diesem Tag mit kleineren Blessuren vorbeischauten. Sie war schon zum 35. Mal dabei. „Für uns ist jeder Dienst wichtig. Wir machen das aus Liebe zum Menschen. Das Kameradschaftsgefühl bei solchen Großveranstaltungen ist immer etwas Besonderes.“

Hier spielt die Musik: DJ Oliver Bornemann sorgte auf der Celler Stechbahn für gute Stimmung. „Das ist etwas komplett anderes als auf Geburtstagen oder anderen Veranstaltungen,“ sagt er. Neben der musikalischen Untermalung behielt er Strecke und Läufer im Auge, hob Besonderheiten hervor und gab Startnummern an die Moderatoren durch.