Wasa-Lauf 2022

Bei Wasa-Lauf-Debüt zu schnell losgelaufen

Ein unvergessliches Erlebnis, aber kein guter Lauf. Volontärin Katharina Jäger erreicht bei ihrem Wasa-Lauf-Debüt den 50. Platz in der Frauenwertung.

  • Von Katharina Jäger
  • 02. Okt. 2022 | 20:50 Uhr
  • 02. Okt. 2022
  • Von Katharina Jäger
  • 02. Okt. 2022 | 20:50 Uhr
  • 02. Okt. 2022
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Celle.

„Wann ist es endlich vorbei? Ich kann nicht mehr“, denke ich, während ich im Französischen Garten um die Kurve in Richtung des Neuen Rathauses biege. Als mich meine Kollegen bei der Celleschen Zeitung vor einigen Wochen angestachelt hatten, beim Wasa-Lauf mitzumachen, war ich sofort Feuer und Flamme. „Du als Volontärin bist doch jung und fit – du schaffst das“, hatten sie mir gut zugeredet. Jetzt bereue ich meine Zusage ein wenig. So hart hätte ich mir mein Wasa-Debüt nicht vorgestellt.

Mehr Training für Celler Laufevent wäre gut gewesen

Ich werde langsamer und gehe ein paar Schritte. Irgendwie hatte ich mir die Volkslaufstrecke über die fünf Kilometer etwas einfacher vorgestellt. Vielleicht hätte ich doch häufiger trainieren müssen. Rechts überholen mich zwei Mädchen, links eine Gruppe aus fünf Männern. Vielen sieht man an: Die laufen regelmäßig.

Aufgeben beim Wasa-Lauf gibt es nicht

Plötzlich ertönt die Stimme einer Mitläuferin hinter mir: „Komm, weiter.“ Es hilft. Ich zwinge meine Füße, wieder loszulaufen. Das Wetter ist so schön und es ist ein tolles Gefühl, wenn die Zuschauer an der Strecke jubeln, sobald ich vorbeilaufe. Also weiterlaufen, aufgeben gibt es nicht.

Zu warm angezogen

Pünktlich zum Kanonenschuss beim 5-Kilometer-Lauf ist die Sonne raus gekommen. Zum Glück, wenn ich an Samstag denke, als ich in der Burghalle 3 meine Startnummer (2071) abgeholt habe: Da hatte es in Strömen geregnet. Beim Lauf scheine ich trocken zu bleiben – aber ich habe die Kraft der Sonne unterschätzt. Mir ist furchtbar warm – ein T-Shirt und zwei langärmlige Oberteile sind wohl zu viel gewesen. Neben mir eine junge Frau in T-Shirt und kurzer Hose. „Das wäre besser gewesen“, denke ich. Das blaue Sweatshirt noch auszuziehen war auch keine Option – ich hätte niemals so schnell die mit Sicherheitsnadeln befestigte Startnummer ab und an mein anderes Oberteil wieder anstecken können. Meine Händen hätten zu sehr gezittert. Bereits morgens war ich nervös. Die Minuten vorm Start bin ich unruhig von einem Fuß auf den anderen getreten – es sollte endlich losgehen.

Seitenstiche als Folge eines zu schnellen Starts

Nach ungefähr der Hälfte der Strecke bekomme ich Seitenstiche – ein Zeichen dafür, dass ich am Anfang wohl zu schnell gestartet bin. Ich habe mich zu stark an den anderen Läufern und Läuferinnen orientiert, anstatt mein eigenes Tempo zu laufen. Normalerweise jogge ich allein. Auf einmal so viele Leute um mich herum zu haben, ist ungewohnt. Immer wieder schaue ich mich um und hoffe, dass noch einige hinter mir sind.

Celler Wasa-Lauf war ein unvergessliches Erlebnis

Nach knapp 29 Minuten erreiche ich das Ziel auf der Stechbahn. „Endlich.“ Zufrieden bin ich nicht mit dem Lauf. Auch wenn ich 50. in der Frauenwertung geworden bin, das „Gehen zwischendurch“ hätte nicht sein müssen. Ein unvergessliches Erlebnis war es aber trotzdem.