Leidenschaft Tischtennis

Arne Hölter peilt mit TuS Celle 92 Aufstieg an

Ob Internat, Uni oder Auslandsaufenthalt in Brasilien - der Tischtennissport hat Arne Hölter immer begleitet. Jetzt peilt er mit TuS Celle 92 den Aufstieg an.

  • Von Lisa Brautmeier
  • 21. Sept. 2022 | 14:45 Uhr
  • 21. Sept. 2022
  • Von Lisa Brautmeier
  • 21. Sept. 2022 | 14:45 Uhr
  • 21. Sept. 2022
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Celle.

Vergangene Saison musste TuS Celle 92 öfter ohne ihn auskommen. In dieser Spielzeit soll Arne Hölter wieder regelmäßig an der Tischtennisplatte stehen. Dafür nimmt er auch die weite Anreise aus seiner Wahlheimat Berlin auf sich. Hölter hatte bereits zu Zweitliga-Zeiten für die Celler gespielt. Diese Saison peilt er mit dem Regionalligateam den Aufstieg an.

"Es ist vieles entspannter, wenn man zum Beispiel weiß, dass alle drei Minuten eine Tram fährt. Und wenn ich dem Gewusel doch mal entfliehen möchte, verbringe ich viel Zeit in der Natur."

Arne Hölter, Tischtennisspieler

Der 29-Jährige spielt seit 2018 für TuS Celle – und das zum zweiten Mal. Bereits von 2010 bis 2012 war er Teil der Mannschaft, ehe es ihn nach Berlin verschlug. Seit zehn Jahren lebt er in der Bundeshauptstadt, ist dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität tätig. Sein Fachgebiet ist Audiokommunikation. Hölter, der in der Nähe von Wolfsburg aufwuchs, genießt das Großstadtleben. „Es ist vieles entspannter, wenn man zum Beispiel weiß, dass alle drei Minuten eine Tram fährt. Und wenn ich dem Gewusel doch mal entfliehen möchte, verbringe ich viel Zeit in der Natur“, sagt Hölter.

Mit Uni-Team erfolgreich

Seine Universität hat eine erfolgreiche Tischtennismannschaft, mit der Hölter wöchentlich trainiert. Mit diesem Team holte Hölter zwei Mannschaftstitel bei Deutschen Hochschulmeisterschaften. Zudem wurde er im Einzel (2015) und im Doppel (2018) Deutscher Hochschulmeister. Weitere Erfolge datieren aus seiner Jugendzeit, wie zum Beispiel Platz drei in der Mannschaft und im Doppel bei den Jugend-Weltmeisterschaften 2010. Damals spielte er an der Seite vom jetzigen Profispieler Patrick Franziska. „Der hat es etwas weiter geschafft als ich“, sagt Hölter.

Im Sportinternat in Hannover

Er selbst hat mit sieben Jahren beim MTV Hattorf angefangen mit dem Tischtennisspielen. Schon früh zeigte sich sein Talent. Um den Fokus mehr auf den Sport zu setzen, zog er in der Jugend nach Hannover ins Sportinternat. Unter der Woche wurde trainiert, am Wochenende ging es zu Punktspielen. „Es war schön, mit anderen zusammen zu wohnen, denen Sport auch wichtig war. Das war in dem Alter fast schon der Mittelpunkt von allem“, sagt Hölter.

Zeit mit Familie geht vor

Jetzt spielt der Sport im Vergleich zu anderen Bereichen im Leben eine kleinere Rolle. Wichtig ist Hölter vor allem die Familie mit seiner fast zwei Jahre alten Tochter. „Wenn ich am Tag mit der Arbeit fertig bin, möchte ich Zeit mit meiner Tochter verbringen und meine Freundin unterstützen“, sagt Hölter. Das Tischtennistraining oder andere Hobbys müssen da schon mal hinten an stehen. Wenn er mal Zeit findet, spielt er gerne andere Rückschlagsportarten, wie zum Beispiel Squash. Vor der Pandemie hat er regelmäßig mit Bundesliga-Profi Hartmut Lohse von Hertha BSC ein paar Spiele gewagt. Und im Winterurlaub zählt auch Snowboardfahren zu seinen Hobbys. Aber Lieblingssport bleibt Tischtennis.

Auch während seines Auslandsaufenthalts in Brasilien griff Hölter zum Schläger. Während seines Masterstudiums zog es ihn 2017 nach Florianópolis im Süden Brasiliens. Die Stadt ist laut Hölter eine der eher europäisch wirkenden Orte des Landes. „Mir hat es dort sehr gut gefallen. Die Stadt liegt auf einer Insel vorm Festland und ist auch ein beliebter Ferienort“, sagt Hölter. Studieren, wo andere Urlaub machen – das konnte Hölter erleben.

Kontakte knüpfen durch den Sport

Und um auch Menschen außerhalb der Universität kennenzulernen, eignete sich der Sport. „Dieser ist eine gute Möglichkeit, um schnell Kontakte zu knüpfen“, so Hölter. Also trainierte er auch in Brasilien. „Es gab eine Halle, die vom europäischen Verständnis her vielleicht nicht als Halle bezeichnet werden würde. Aber es standen immer Tische bereit“, so Hölter.

Aus Brasilien zurückgekehrt, hätte sich Hölter in Berlin nach einem neuen Club umsehen müssen. Da traf es sich gut, als 2018 Dieter Lorenz, der frühere Teammanager des TuS Celle 92, auf ihn zukam, um ihn wieder zurückzugewinnen. Und Hölter sagte zu. In dieser Saison rutschte er im Team an Position zwei, nachdem Neuzugang Rajat Hubli zur Mannschaft stieß. „Geplant ist, dass ich in der Hinserie regelmäßig spiele. Danach werden wir mal schauen, wie die Saison läuft“, so Hölter.