Kanu

Medaillenregen im wilden Wasser

Bei den Deutschen Meisterschaften feierte die Kanu-Gesellschaft Celle einige Erfolge.

  • Von Uwe Meier
  • 21. Jun 2022 | 17:15 Uhr
  • 22. Jun 2022
  • Von Uwe Meier
  • 21. Jun 2022 | 17:15 Uhr
  • 22. Jun 2022

Das Wildwasserrennsportteam der Kanu-Gesellschaft Celle sorgte bei den Deutschen Meisterschaften auf der Saalach in Lofer (Österreich) für einen Medaillenregen. Erfolgreichster Einzelsportler war Olaf von Hartz, der sowohl das Classic als auch den Sprint für sich entschied. In der Team-Wertung holten die KGC-Jugendlichen im KI ebenfalls zwei Meistertitel nach Celle. Dazu wurden Claudia Mohr-Calliet und Liesbeth Antons jeweils auf beiden Distanzen Vizemeister und Alina Zimmer startete mit zwei dritten Plätzen furios in die Leistungsklasse. Pablo Antonio Calliet steuerte im Einzel noch jeweils einmal Silber und einmal Bronze bei sowie Nelson Wasilewski einen weiteren dritten Platz.

Celler Athleten überzeugen auf ganzer Linie

KGC-Chef und Landestrainer Olaf von Hartz zeigte sich hochzufrieden: „Unsere Mannschaft hat mit vorbildlichem Kampf- und Teamgeist ein Ergebnis erzielt, von dem mancher deutlich größere Verein nur träumen kann. Dies ist umso beachtlicher, wenn man bedenkt, dass vor einigen Wochen das komplette Team durch Corona für Wochen ausgeschaltet war.“ Covid 19 war allerdings auch bei diesen Titelkämpfen ein Thema. Einige Sportler reisten erst gar nicht an, weitere mussten noch vor den Rennen wieder nach Hause fahren.

Zwei Siege für Olaf von Hartz

Altmeister Olaf von Hartz (59) ist inzwischen in die Klasse der Masters D gewechselt und fühle sich dort sichtlich wohl. Er ließ sowohl im Classic als auch im Sprint zu keiner Zeit Zweifel an seinen Titelambitionen aufkommen. Souverän holte er sich in beiden Disziplinen die Deutsche Meisterschaft. „Bei den Senioren hat man genau alle zehn Jahre die Chance, zu den Jüngsten seiner Klasse zu gehören, das durfte ich nicht ungenutzt lassen“, so das Fazit des mehrfachen Senioren-Weltmeisters. Auch Claudia Mohr-Calliet (56), inzwischen das zweite heiße KGC-Eisen im Masters-Team, enttäuschte nicht. Sie musste sich sowohl im Sprint als auch im Classic lediglich der Grand-Madame des Wildwasserrennsports Sabine Füsser (Augsburg) geschlagen geben und holte somit zwei Deutsche Vizemeisterschaften nach Celle.

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Alina Zimmer sorgt für Furore

Alina Zimmer (19) startet erstmals in der Leistungsklasse und hatte eigentlich „nur“ die Qualifikation für die U-23 Europameisterschaften im Fokus. Völlig überraschend mischte sie aber das gesamte Damenfeld mächtig auf. Im Sprint legte die Junioren-Europameisterin des Jahres 2022 einen grandiosen zweiten Versuch hin, der sie auf den Bronzerang katapultierte. Wer da noch an einen Glückstreffer geglaubt hatte, sah sich im Classic eines Besseren belehrt, denn hier griff die Cellerin sogar nach dem Titel. Erst im Endspurt auf der schwierigen Slalomstrecke vor dem Teufelssteg wurde sie mit 1,4 Sekunden Rückstand auf Rang drei verdrängt. Damit dürfte ihr jedoch die Fahrkarte zur EM nicht mehr zu nehmen sein. „Ist ganz gut gelaufen, aber 1,4 Sekunden ist schon ärgerlich“, meinte sie kurz und knapp zu ihrem Erfolg.

In der weiblichen Jugend hat sich im KI Liesbeth Antons (15) inzwischen einen festen Platz in der deutschen Spitze erobert. Auch in Lofer überzeugte sie sowohl im Sprint als auch im Classic mit guten Fahrzeiten, die ihr am Ende zwei Silbermedaillen einbrachten.

Celler Trio als Mannschaft nicht zu schlagen

Bei der männlichen Jugend präsentierten sich Pablo Antonio Calliet, Nelson Wasilewski (16) und Tom Koschel (15)auf einheitlich hohem Niveau. Der 16-jährige Calliet paddelte im Classic nicht nur zu Silber in der Jugendklasse, sondern fuhr auch noch auf den Bronzerang bei den Junioren, wo er eigentlich nur zu Ranglistenzwecken mit gestartet war. Im Sprint paddelte er mit Platz vier denkbar knapp an einer weiteren Medaille vorbei. Auch Nelson Wasilewski zeigte sich besonders auf der langen Strecke in guter Verfassung, er sorgte dort mit Rang drei für einen Celler Doppelerfolg. Im Sprint landete er auf Platz sieben. Jeweils knapp dahinter konnte Tom Koschel mit Platz fünf im Classic und Rang acht im Sprint die Erfolgsbilanz der Celler Jugendlichen vervollständigen.

Deutsche Wildwassermeisterschaften mit Athleten der Kanu-Gesellschaft Celle. Pablo- Antonio Calliet, Tom Koschel und Nelson Wasilewski

Nach diesen hervorragenden Einzelergebnissen sahen die drei Celler Jugendfahrer in der Favoritenrolle für die Mannschaftswettbewerbe und sie enttäuschten nicht. Verdient und mit großem Vorsprung sorgte das Trio mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft sowohl im Sprint als auch im Classic für einen würdigen Abschluss dieser aus Celler Sicht außerordentlich erfolgreichen Titelkämpfe.