Inklusion

Das läuft schon im Celler Sport

Landkreis und KSB Celle haben zum inklusivem Sportfest eingeladen. Die Angebote sind vielfältig.
  • Von Jochen Strehlau
  • 08. Juli 2022 | 19:31 Uhr
  • 08. Juli 2022
Rollstuhlhandball - TuS Eicklingen
  • Von Jochen Strehlau
  • 08. Juli 2022 | 19:31 Uhr
  • 08. Juli 2022
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Axel Flader bewies beim Blasrohrschießen des SC Neuenhäusen Treffsicherheit.
Celle.

Es wurde gekickt, gehüpft, geworfen, getanzt, balanciert oder auch gemalt, was das Zeug hielt. Beim ersten großen inklusiven Sportfest, das vom Landkreis Celle und vom Kreissportbund organisiert wurde, war die Auswahl und Vielfalt von sportlichen oder kreativen Angeboten für Menschen jeden Alters, mit oder ohne Behinderung, fast schon unüberschaubar. 30 Vereine, Verbände oder Organisationen leisteten im Park der Kreisverwaltung an der Celler Trift mit ihrem Engagement und Enthusiasmus einen großen und wichtigen Beitrag, den Besuchern die sportliche Seite des Themas Inklusion darzulegen. "Inklusion gehört noch viel stärker in die Öffentlichkeit und muss nachhaltig in das Bewusstsein unserer Gesellschaft einziehen. Heute haben wir mit diesem Fest einen ersten Schritt gemacht, doch wir brauchen Kontinuität", forderte Otto Sohnemann vom KSB in seiner Begrüßungsrede. Der gute Besuch des inklusiven Familien-Sport-Festes und die überwältigende Unterstützung durch die teilnehmenden Institutionen sollten Sohnemann in dieser Hinsicht Mut machen.

Inklusionsgruppe beim SV Nienhagen

"Wir haben bereits eine Inklusionsgruppe beim SV Nienhagen, wollen den Inklusionssport aber noch weiter aufbauen und einfach miteinander Spaß haben", sagt Judoka Mike Edling, der zusammen mit seiner Tochter Lara mutige Besucher in die Geheimnisse des Hüftwurfs einweiht. Gleich nebenan versucht sich Landrat Axel Flader im Blasrohrschießen und beweist gleich seine Treffsicherheit.

Auch das Minisportabzeichen konnte erworben werden.

Blasrohrschießen neuer Sport für Kinder

"Man muss nur kurz anpusten und dann flutscht es. Das ist ein ganz neuer Sport, der sich wunderbar für Kinder eignet", erklärt Angela Schrader vom Schützencorps Neuenhäusen. Ein paar Schritte weiter wird mit viel "Schmackes" Rollstuhlhandball gespielt. "Das Team wurde erst im Februar zusammengestellt und jetzt haben wir schon einen Kader von 18 Spielern. Wir trainieren regelmäßig, übrigens auf einem regulären Handballfeld", erläutert Trainer Andreas Dietterle vom TuS Eicklingen, dessen Mixed-Team im Moment noch auf die bestellten Sportrollstühle wartet und in absehbarer Zeit in den Liga-Betrieb einsteigen will. Um Handball dreht es sich auch bei Svenja Oppermann vom HBV Celle 91. Sie fördert Kinder mit psychomotorischen, sozialen und emotionalen Defiziten. "Wir gehen in die Kindergärten und Grundschulen, um Koordination und Wahrnehmung zu fördern. Heute sind wir hier sehr gerne dabei", erklärt Oppermann.

KSB Celle bietet Mini-Sportabzeichen

Das Mini-Sportabzeichen können Kinder, die in spielerischer Art sechs Stationen durchlaufen müssen, bei Heelje Ahlborn vom KSB erwerben. Zur Belohnung gibt es eine Urkunde, ein Abzeichen und einen Luftballon. "Dabei schulen wir die motorischen Grundfertigkeiten", führt Ahlborn aus, während gerade die Mini-Disco-Tänzer des Tanzklub Blau Weiß Celle vor großem Publikum ihren Auftritt haben. Kerstin Sauerwald-Weiß, Sporttherapeutin bei der Lebenshilfe Celle und Leiterin der Handicap-Sportgruppe des MTV Eintracht Celle, ist vom inklusiven Sportfest begeistert. "Das ist so wichtig und etwas ganz Besonderes heute. Menschen mit Behinderung müssen befähigt werden, selbständig ihren beschützten Kreis zu verlassen und raus in die Gesellschaft gehen. Das ist das vorrangige Ziel der Inklusion", betont Sauerwald-Weiß.