Energieeinsparung

Celler Vereine vor großen Herausforderungen

Nicht nur im eigenen Haushalt merkt man die Auswirkungen der Energiekrise. Auch Vereine müssen jetzt Energie sparen. Was die Clubs im Landkreis Celle planen und auf die Mitglieder zukommt.

  • Von Katharina Jäger
  • 23. Aug. 2022 | 07:00 Uhr
  • 23. Aug. 2022
  • Von Katharina Jäger
  • 23. Aug. 2022 | 07:00 Uhr
  • 23. Aug. 2022
Anzeige
Celle.

Überall steigen die Energiekosten. Die Stadt hat bereits eine Teilschließung des Celler Badelands angekündigt sowie Energieeinsparungen beim Lichtkunstmuseum. Auch bei den Sportvereinen im Landkreis macht man sich Gedanken.

MTV Eintracht Celle will durch Hybridheizung Gasanteil verringern

„Der Neu- und Altbau auf dem Saarfeld (Herzog-Ernst-Ring 30) wird noch in diesem Jahr auf eine Hybridheizung aus Wärmepumpe und Gasheizung umgestellt“, erläutert Torben Schiewe, Vorstandsvorsitzender des MTV Eintracht Celle, die Energiesparpläne von Celles größtem Verein. „Wir wollen damit den Gasanteil verringern.“ Weitere kurz- und langfristige Maßnahmen werden derzeit noch geprüft.

„Der Neu- und Altbau auf dem Saarfeld (Herzog-Ernst-Ring 30) wird noch in diesem Jahr auf eine Hybridheizung aus Wärmepumpe und Gasheizung umgestellt. Wir wollen damit den Gasanteil verringern.“

Torben Schiewe, MTVE-Vorstandsvorsitzender

TuS Bergen plant Umrüstung der Fluchtlichtanlage auf LED-Anlage

Währenddessen plant der TuS Bergen die vorhandene Flutlichtanlage auf der Sportanlage am Heisterkamp in eine LED-Anlage umzurüsten. Die Gespräche mit der Stadt Bergen als kommunaler Träger seien bereits in vollem Gange, erzählt Vereinsvorsitzender Horst Liedke. Zuerst muss jedoch die Sicherheit der Masten überprüft werden, damit die endgültigen Kosten des Vorhabens festgelegt werden können. „Da rührt sich gerade aufseiten der Stadt nichts.“ Genauso wenig wie bei der Sanierung der Sporthalle am gleichen Ort. Die Bewilligung sei da und der Staat habe die Förderungen genehmigt. Im Dezember sollte die Sanierung beginnen, doch es sei noch nichts geschehen.

Horst Liedke: E-Fahrzeuge anstelle aktueller Dieselfahrzeuge

Weitere Überlegungen von Liedke zur Energieeinsparung sind die Umstellung der Sporthalle auf eine Photovoltaik-Anlage und das Benutzen von E-Fahrzeugen anstelle der aktuellen Dieselfahrzeuge. Allerdings müsse erst abgesprochen werden, ob der Verein auf den Privatgrundstücken, wo die Vereinsbusse stehen, eine Photovoltaik-Anlage unterbringen könnte. Auch die begrenzte Fahrstrecke könne ein Problem sein. „Kommt unsere Handballmannschaft, die bis nach Wilhelmshaven muss, auch wieder zurück?“, fragt sich der TuS-Vorsitzende.

Beim TuS Eicklingen gibt es derzeit keine weiteren Maßnahmen

Während Liedke bezüglich der LED-Umrüstung der Flutlichtanlage des TuS Bergen noch auf eine Reaktion der Stadt wartet, hat TuS Eicklingen die ältere ihrer zwei Flutlichtanlagen bereits vor vier Jahren auf LED umgerüstet. „Die andere Anlage ist erst gut zehn Jahre alt und kein so großer Energiefresser“, erläutert der Vorsitzende Hartmut Krause. Auch die Kabinen und Duschräume habe der Verein vor drei Jahren in Eigenleistung renoviert und mit neuer Technik ausgestattet. Weitere Maßnahmen aufgrund der aktuellen Energiekrise gebe es zurzeit nicht. Auch bei der Gemeinde, die Eigentümer der Sportanlage ist, sei nach seinen Informationen noch nichts geplant.

„Die andere Anlage ist erst gut zehn Jahre alt und kein so großer Energiefresser.“

Hartmut Krause, Vorsitzender vom TuS Eicklingen

Auch TuS Hermannsburg reagiert auf Energiekrise

Auch beim TuS Hermannsburg wird auf die aktuelle Energiekrise reagiert. „Die Heizungsnutzung der vorhandenen Anlagen haben wir schon optimiert. Die Anlagen sind betriebssicher und funktionieren“, teilt der Vorsitzende Heinrich Lange mit. „Wir achten gleichwohl auf Sparsamkeit in unseren drei Vereinsheimen. Im Raum steht die Erneuerung der bestehenden Anlagen mit dem Ziel der stufenweisen Umstellung auf regenerative Energieträger.“ Außerdem lote der Verein mögliche Synergien mit dem angrenzenden Waldbad in Hermannsburg aus. Zusätzlich werde die Warmwasseraufbereitung bereits mit zwei Solarthermie-Anlagen unterstützt.

Heinrich Lange: Mitgliederbeitrag sollte sich sowieso erhöhen

Auf die Frage hin, ob sich der Mitgliederbeitrag erhöht, antwortet Lange: „Nicht wegen gestiegener Energiekosten. Schon vor der aktuellen Energiekrise war eine moderate Anpassung mit Blick auf die allgemeinen Preissteigerungen für 2024 vorgesehen worden und ist auf der Mitgliederversammlung im Frühjahr 2023 zu entscheiden. Das haben wir auf unserer Jahreshauptversammlung im März angekündigt und diskutiert.“ Die anderen Sportvereine planen keine Beitragserhöhung.

Torben Schiewe vom MTV Eintracht Celle will Beitragserhöhung vermeiden

„Wir wollen möglichst eine Anhebung der Vereinsbeiträge verhindern“, sagt MTVE-Vorsitzender Schiewe. „Die Mitglieder haben sowieso schon mit den teureren Lebenshaltungskosten zu kämpfen. Allerdings wird die Belastung enorm sein. Gas, Strom und Wasser machen einen mittleren fünfstelligen Betrag aus – schon vor der massiven Preissteigerung.“

Landessportbund Niedersachsen stellt Maßnahmenkatalog zur Energieeinsparung vor

Um seinen Vereinen zu helfen, hat der Landessportbund (LSB) Niedersachsen einen Maßnahmenkatalog zur Energieeinsparung in Sportanlagen vorgestellt: Ein Selbstcheck für die Vereine über Energie- und Beleuchtungsberatungen ab dem 1. August sowie Onlineseminare und kostenlose Vor-Ort-Termine eines Solarberaters. Laut Lange vom TuS Hermannsburg sei der Katalog gut, doch zunächst gelte es erst einmal, die Möglichkeiten mit den lokalen Handwerkern auszuloten, ob überhaupt welche zur Verfügung stehen würden.

Kreissportbund Celle wird Vereine unterstützen

Der Kreissportbund Celle (KSB) werde die Vereine bezüglich der Energieeinsparungen in jeder Hinsicht unterstützen, so KSB-Vorsitzender Hartmut Ostermann. „Wir werden auf die Vereine zugehen und unsere Hilfe anbieten.“