Deutsche Meisterschaft

Philipp Brandt ist endgültig in der Spitze

Brustschwimm-Spezialist Philipp Brandt hat sich bei den Deutschen Meisterschaften endgültig in der nationalen Spitze etabliert.
  • Von Uwe Meier
  • 27. Juni 2022 | 16:18 Uhr
  • 27. Juni 2022
  • Von Uwe Meier
  • 27. Juni 2022 | 16:18 Uhr
  • 27. Juni 2022
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Celle.

Gestern war Philipp Brandt schon wieder im Celler Freibad unterwegs. Ganz ohne seinen Sport geht es eben nicht. Im Wasser sei er allerdings noch nicht wieder gewesen, verrät der 22-Jährige einen Tag nach seinem erfolgreichsten Wettkampf-Wochenende seiner Karriere. Bei den Deutschen Schwimm-Meisterschaften in Berlin hatte der Brustspezialist vom Celler SC so richtig abgesahnt und sich gegen die nationale Spitze erfolgreich in Szene gesetzt. In drei Wettbewerben stieg der Topschwimmer auf den Startblock. Und jedes Mal fischte er Edelmetall aus dem Wasser. „Das was schon ganz gut“, sagt er mit einem Schmunzeln auf dem Gesicht. Bei zwei deutschen Vizetitel und einen dritten Rang, die er mit auf die Heimreise nahm, dürfte ein „ganz gut“ wohl noch ein bisschen untertrieben sein.

Bei drei Starts immer auf dem Siegertreppchen

Jeweils Silber über 100 und 200 Meter sowie Bronze über die 50 Meter Brust lautet seine Erfolgsbilanz. „Natürlich bin ich zufrieden“, so der 22-Jährige und macht dann doch eine kleine Einschränkung. „Über die 100 Meter hatte ich mir vielleicht ein bisschen mehr erhofft“, sagt einer, der in dieser Disziplin gerne die magische Ein-Minute-Marke geknackt hätte. Und so ein wenig hatte er sogar den Titelgewinn im Blickfeld gehabt. „Nach den Trainingsleistungen hatte ich gedacht, dass das was werden könnte“, meint Philipp Brandt. Irgendwie klingt das nach Jammern auf ganz hohem Niveau. Das muss dann auch der CSC-Schwimmer eingestehen: „Insgesamt ist alles schon optimal gelaufen.“

Hohe Temperaturen machen es auch den Schwimmern schwer

Ohnehin war es in der Schwimm- und Sprunghalle im Berlin Europa-Sportpark nicht ganz so einfach gewesen. „In der Halle war es schon sehr, sehr warm“, erzählt der Celler, „unter diesen Bedingungen seine maximalen Leistungen zu bringen, war sehr anstrengend.“ Um so glücklicher ist der 22-Jährige darüber, sich im Kreis der Topschwimmer etabliert zu haben. „Für mein Ziel, bei den Olympischen Spielern 2024 in Paris dabei zu sein, ist es sicherlich nicht von Nachteil, wenn man vorne dabei ist und sich ins Blickfeld rückt.“

Nächste Starts bereits in drei Wochen

Zeit, sich auf den Lorbeeren auszuruhen und es im Training vielleicht etwas ruhiger angehen zu lassen, hat Philipp Brandt nicht: „Es geht direkt weiter.“ Vom 13. bis 18. Juli nimmt der Celler als Mitglied der deutschen U23-Nationalmannschaft an den offenen Schweizer Meisterschaften teil. Darauf gilt es sich entsprechend vorzubereiten.

Zweimal Silber - einmal Bronze

In Berlin hatte er sich mit einem 100-Meter-Vorlaufsieg in 1:00,60 Sekunden für das Finale qualifiziert. Nur der Potsdamer Melvin Imoudu (1:00,43) war im Feld der 42 Teilnehmer noch schneller. Und der blieb auch im Endlauf so. Imoudu holte sich in 1:00,21 Minuten den Meistertitel. Brandt schwamm in 1:01,33 auf Rang zwei. Auch über die 200 Meter zog Brandt souverän ins Finale ein. Dort kämpfte er verbissen. „Nach 100 Metern habe ich mich ein bisschen gewundert, dass ich vorn lag“, erzählt er über den Rennverlauf, der auf der dritten Bahn „richtig hart wurde“. Der 22-Jährige wusste, dass er dem neben sich schwimmenden Routinier Marco Koch nicht halten würde können. „Aber ich habe alles gegeben, um die anderen hinter mit zu lassen“, erzählt der Celler. Sein Plan ging auf und Vizetitel Nummer zwei war sicher.

Über die 50 Meter-Distanz ging es für den CSC-Schwimmer ebenfalls ungefährdet ins Finale. In dieser Disziplin hatte Brandt bereits im Vorjahr Rang drei belegt. Und Bronze wurde es in 27,96 Sekunden auch dieses Mal. „Ich habe den Anschlag vergeigt“, gab der 22-Jährige zu, „aber vermutlich es auch anders nicht gereicht.“ Melvin Imoudu (27,22) und Lucas Matzerath (27,27) waren einfach schneller unterwegs.