Celler auf Rang sechs

Feldbogenschützen zeigen bei Deutscher Meisterschaft in Celle ihr Können

Die Deutsche Feldbogen-Meisterschaft in Celle war ein voller Erfolg. Ausrichter SC Wietzenbruch bekam für den anspruchsvollen Parcours Lob von allen Seiten.

  • Von Lisa Brautmeier
  • 25. Juli 2022 | 13:40 Uhr
  • 25. Juli 2022
  • Von Lisa Brautmeier
  • 25. Juli 2022 | 13:40 Uhr
  • 25. Juli 2022
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Celle.

Die Sonne brennt vom Himmel, einige Athleten und Athletinnen spannen Schirme auf, solange sie nicht selbst am Schießstand stehen. Dabei geht es ihnen nicht allein darum, sich selbst vor der Hitze zu schützen. Vielmehr würden sonst die Bögen sehr schnell aufheizen. Ulrich Paape vom SC Wietzenbruch greift zu seinem Blankbogen. Er steht in der prallen Sonne, das Ziel steht in nicht bekannter Entfernung im Schatten. Er muss sich zunächst einen festen Stand erarbeiten, denn er steht auf einer Schräge. Das Ziel liegt bergab und steht auch nicht gerade. Dreimal lässt er einen Pfeil in Richtung Auflage schnellen. „Das waren zwei Ringe zu wenig“, sagt er nicht ganz zufrieden. Aber das Ziel ist schnell abgehakt, sofort geht es zum nächsten.

Bei der Deutschen Feldbogen-Meisterschaft kamen am Wochenende die besten Schützen und Schützinnen zum Kiebitzsee in Celle, um sich in den Kategorien Recurve, Compound und Blankbogen zu messen. Zum dritten Mal richtete der SC Wietzenbruch die nationalen Titelkämpfe aus. Aus allen Sparten des Vereins gab es Unterstützung, damit das Event reibungslos abläuft. Und das gelang. Von allen Seiten gab es Lob. „Der Parcours ist super gesetzt worden. Für den nächsten Ausrichter wird es sehr schwer, da heranzukommen“, sagt Peter Lonny, einer der leitenden Kampfrichter des Deutschen Schützenbundes (DSB).

Keine Bahn ist wie die andere

Das Besondere am Feldbogenschießen sind die unterschiedlichen Bahnen. Keine ist wie die andere. Mal geht es steil berghoch, dann wieder bergab. Mal geht es Richtung Wasser, dann wieder durch dicht zusammenstehende Bäume. „Vor allem das Licht-Schattenspiel ist besonders. Durch das Sonnenflimmern lässt sich die Entfernung manchmal schwer einschätzen“, sagt Monika Jentges, mehrfache Weltmeisterin, die als Betreuerin auf den Zuschauerwegen unterwegs ist. Die Wege sind zwar gemäht, aber nicht eben. Auch hier geht es bergauf und bergab. Aber davon lässt sich niemand aufhalten. „Selbst eine Rollstuhlfahrerin hat mit Hilfe die Wege gemeistert, um zuschauen zu können. Das fand ich schon sehr beeindruckend“, sagt Andreas Hehenberger, Pressesprecher der Bogenabteilung des SC Wietzenbruch.

Noch anspruchsvoller aber ist es für die Teilnehmenden. 24 Bahnen müssen sie abarbeiten. Dafür sind sie auf dem Gelände mehrere Stunden unterwegs. Anders als beim Golf, fangen nicht alle auf der ersten Bahn an. Die Gruppen sind so aufgeteilt, dass sie versetzt auf verschiedenen Bahnen anfangen, sodass niemand lange warten muss. Nationalkadermitglied Michael Meyer, der gerade aus Birmingham von den World Games wiedergekommen ist, ist von dem Parcours begeistert. „Er ist anspruchsvoll. Es ist vor allem schwierig, den richtigen Stand zu finden“, sagt Meyer. Als er an der Bahn 23 vorbeikommt, ist er zwar zufrieden, aber die Ringzahl könnte aus seiner Sicht höher sein.

Eine der schwersten Bahnen hat er schon hinter sich. Die Auflage an der Bahn 22 steht direkt vorm Kiebitzsee. Der Blick geht aufs Wasser, das bereitet einigen Problemen. Vor allem den Schülern. „Das ist Kopfsache. Viele sehen den See und haben Angst, dass die Pfeile im Wasser landen“, weiß Hehenberger. Den Erfahrenen wie Meyer macht das weniger aus. Am Ende wird er Erster der Kategorie Blankbogen Master.

Bereits zum 15. Mal Deutscher Meister

Auch andere Bogner geben sich selbstkritisch, trotz guter Ergebnisse. Selbst Sieger wie Sebastian Rohrberg (Recurve Herren), der am Samstag zum 15. Mal Deutscher Meister wurde, hätte gerne besser geschossen. Auch Monika Gehrke vom SC Wietzenbruch hadert, während sie von Bahn zu Bahn läuft. „Aber sie hat ja am Tag zuvor noch fleißig mitgeholfen, obwohl sie das gar nicht musste“, sagt Hehenberger. Bei den Blankbogen Damen kommt sie auf Platz 10. Bester Celler wird Ulrich Paape, der von 33 Teilnehmern bei den Masters mit dem Blankbogen einen starken sechsten Platz erreicht.

 

Celler Ergebnisse:

Blankbogen Master: 6. Ulrich Paape (SC Wietzenbruch), 18. Andreas Staszewski (SV Nienhagen), 28. Dieter Fröhlich (SC Wietzenbruch), 31. Andreas John (SC Wietzenbruch).

Blankbogen Damen: 10. Monika Gehrke (SC Wietzenbruch).

Blankbogen Schüler: 6. Timo David Raab (SV Nienhagen).

Recurve Master: 15. Jürgen Batel (SV Wieckenberg).