Betreiber in Sorge

Müssen Sporthallen geschlossen werden?

Die hohen Energiepreise stellen auch die Betreiber von Sporthallen vor große Probleme. Es drohen sogar Schließungen.

  • Von Katharina Jäger
  • 10. Okt. 2022 | 11:05 Uhr
  • 10. Okt. 2022
Peter Harling will seine Tennishalle in Groß Hehlen trotz der hohen Energiepreise offen halten.
  • Von Katharina Jäger
  • 10. Okt. 2022 | 11:05 Uhr
  • 10. Okt. 2022
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Celle.

Der Herbst ist da. Es wird kälter und Außensportarten wie Tennis oder Hockey werden nach drinnen verlegt, was bedeutet: Es muss geheizt werden. Neben den Sporthallen von Stadt und Landkreis gibt es auch privat geführte Sportstätten. Hier müssen sich die Betreiber selbst überlegen, wie sie im Rahmen der Energiekrise sowie den damit verbundenen ansteigenden Gas- und Stromkosten handeln und wie sie Energie sparen können – immer mit der Frage im Hinterkopf: „Lohnt es sich, zu öffnen?“

Einige Tennishallen bereits geschlossen

Peter Harling vom Tenniscenter Südheide in Groß Hehlen hat sich für eine Öffnung entschieden. Sein Argument: „Wir heizen nicht mit Gas, das wäre wirtschaftlich nicht mehr zu betreiben. Wir haben eine Ölheizung.“ Wenn das nicht der Fall wäre, würde er das Wintertennisquartier schließen. Einige andere Tennishallen seien bereits geschlossen, weil es wirtschaftlich nicht mehr gehe.

Konzepte zur Energieeinsparung sollen greifen

Im Bezug auf Energiesparmaßnahmen hat Harling Glück, da bereits in den vergangenen Jahren bezüglich des Themas „Energie“ einiges modernisiert worden sei, was ihm jetzt helfe. „Beide Hallen sind saniert und beide Dächer mit Photovoltaik ausgestattet worden“, so der Tenniscenter-Betreiber. „Außerdem gibt es eine neue Dämmung und alle Leuchtsysteme wurden durch LED-Beleuchtung ersetzt – 120 Stück in beiden Hallen.“ Für jeden Platz gebe es ein eigenes Licht, das automatisch nach einer Stunde ausgehe, wenn die Spieler nicht entsprechend Geld in einen Münzautomaten nachzahlen – ein sehr gutes System zum Energiesparen.

Peter Harling will die Hallentemperatur um ein bis zwei Grad senken.

Darüber hinaus plant Harling, der das Geschäft von seinem Vater übernommen hat, die Hallentemperatur um ein bis zwei Grad zu senken. Der Preis für die insgesamt acht Tennisplätze ändere sich nicht. Es gebe höchstens eine Lichtgeld-Erhöhung von zwei auf vier Euro, wenn er auf seinen Stromanbieter SVO reagieren müsse.

Appell an Solidarität der Sportler

Während die Stadt in ihren Sportstätten die Duschen kalt stellt, bleiben sie im Groß Hehlener Tenniscenter Südheide warm, doch der private Sportstättenbetreiber appelliert an die Solidarität der Sportler und Sportlerinnen, nicht extra länger zu duschen. „Wie lange man das Ganze aufrechterhalten kann, weiß ich nicht, aber wir tun alles, dass die Hallen offen bleiben“, betont Harling.

Lachendorfer Tennishalle noch nicht geöffnet

Es gebe nicht so viele größere Hallen in der Umgebung. „Im Prinzip trifft sich hier die ganze Tennisszene: Punktspiele, Meisterschaften, Norddeutsche Meisterschaften werden in Groß Hehlen ausgetragen.“ Die einzige vergleichbare Halle ist laut dem Tenniscenter-Betreiber die Tennishalle in Lachendorf. Diese hat jedoch noch nicht geöffnet.

Unklarheit über genaue Mehrkosten

„Ich muss erst schauen, wie viel wir bezahlen müssen“, erläutert Inhaber Nezir Nikqi. Dass er weniger heizen müsse, weiß er. Er plant, die Temperaturen bis auf 13 bis 15 Grad zu senken. Und wie sieht es bei den Duschen aus? „Wenn es zu teuer ist, muss ich die Duschen komplett abstellen“, teilt der Betreiber der Lachendorfer Tennishalle mit. Mehr kann er im Moment nicht sagen. Erst einmal müsse er mit seinem Stromanbieter sprechen.

Renovierungsarbeiten im Sportpark Bergen

Der Sportpark in Bergen ist ebenfalls noch geschlossen. Hier fand vergangenen März ein Betreiberwechsel statt: Alexander Reimchen hat die Sportstätte von der Stadt Bergen übernommen. Seitdem laufen die Renovierungsarbeiten. „Alles wird richtig ordentlich gemacht, sodass es eine gute Grundausrüstung bekommt“, erzählt der neue Betreiber. „Wir modernisieren: Wir bauen LED-Lampen ein – und auch der 30 Jahre alten Heizung wird es an den Kragen gehen.“ Als er den Sportpark im März übernahm, hätten sie die Kosten auf ein Minimum reduziert und die Temperatur unter anderem von 25 auf 15 Grad gesenkt und die Lampen draußen abgeschaltet. Ab Oktober werde wieder geheizt.

In jedem Raum sei ein Thermometer, um im Internet Änderungen nachzuverfolgen, berichtet Reimchen. „Wir beobachten, was passiert, wenn wir das und das drehen. Wie verändert sich da die Temperatur? Wir lernen das gerade alles kennen. Es ist unser Probejahr.“

Zur Legionellenabtötung: Duschen bleiben warm

Der Sportpark-Chef denkt auch schon an weitere Energiesparmaßnahmen nach der Eröffnung: „Es wird kälter in den Hallen sein, nur noch 15 bis 17 Grad warm. Die Duschen werden aber aufgrund von Legionellengefahr warm gelassen.“ Bevor allerdings eröffnet wird, muss erstmal fertig renoviert werden.