Special Olympics

„Eigentlich bin ich ein Sportmuffel“

Sportler der Lebenshilfe waren bei den Special Olympics Nationalen Spielen in Berlin dabei. Dort gab es einige Erfolge zu feiern.
  • Von Uwe Meier
  • 07. Juli 2022 | 14:58 Uhr
  • 07. Juli 2022
  • Von Uwe Meier
  • 07. Juli 2022 | 14:58 Uhr
  • 07. Juli 2022
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Berlin.

Stolz präsentieren die Aktiven ihre Medaillen: Insgesamt sechsmal Gold, sechsmal Silber und dreimal Bronze sicherten sich Marlene Timme, Ingo Jungmichel, Holger Dümeland, Heiko Knapmeyer, Wilfried Dehus, Claudia Ebeling, Detlef Steitzer, Florian Zettelmeyer, Thomas Kahlo und Gabi Worthmann von der Lebenshilfe Celle bei den Special Olympics Nationalen Spielen in Berlin. Beim Tischtennis und beim Radfahren setzten sie sich gegen die Konkurrenz durch.

Erfahrungen untereinander austauschen

„Gewinnen ist zwar ein schönes Gefühl, aber eigentlich ist das Schönste das Spielen mit anderen und die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen“, fasste Florian Zettelmeyer seine Eindrücke zusammen. Das sieht auch Detlef Steitzer so: „Es ist schön, die Leute wiederzusehen, die man schon von anderen Wettkämpfen kennt.“

Begleitet wurden die Athleten von Mitarbeitern der Lebenshilfe, die sich um die Organisation und den moralischen Beistand kümmerten. So waren alle rundum gut versorgt und konnten sich ganz auf ihre sportlichen Leistungen konzentrieren. „Man ist schon sehr nervös, wenn der eigene Name aufgerufen wird“, berichtet Gabi Worthmann. „Aber jetzt bin ich einfach nur mächtig stolz auf meine Medaille.“

Marlene Timme richtig gut in Fahrt

Im wahrsten Sinne des Wortes richtig in Fahrt war Marlene Timme, die sich bei ihren ersten Special Olympics überhaupt direkt zweimal Gold und einmal Silber beim Radfahren sicherte. Beim Zwei-Kilometer-Zeitfahren war sie mit der Zweitplatzierten nach einem Kilometer noch genau zeitgleich – dann legte sie richtig los und fuhr mit sechs Sekunden Vorsprung durchs Ziel. „Dabei sind die alle mit Sporträdern gefahren und ich nur mit meinem normalen Fahrrad. Aber ich hab’ das vorher im Fahrrad-Service von der Lebenshilfe nochmal richtig fit machen lassen, das hat bestimmt geholfen“, erzählt sie anschließend.

„Eigentlich bin ich ein Sportmuffel“, so Marlene Timme. Aber trainiert hätten sie natürlich alle trotzdem fleißig. Für Marlene hieß das: morgens mit dem Rad von Hambühren nach Nienhagen, dort noch reguläres Training und nachmittags wieder zurück. „Das hat wohl auch ein bisschen geholfen.“

Straßen für Wettkämpfe abgesperrt

Die Radfahrstrecke war auf der Straße des 17. Juni beim Brandenburger Tor. Sie war für den öffentlichen Verkehr gesperrt und wenn man morgens durch das Tor schritt, war alles ruhig und leer. Doch kaum ging es los, war überall buntes, geschäftiges Treiben – alle bereiteten sich auf die Wettkämpfe vor, erinnert sich Delegationsleitung Kerstin Sauerwald-Weiß. Es mussten Transponder und Startnummern an den Rädern befestigt, Leibchen verteilt und Startlisten ausgehängt werden.

Nach den Rennen gab es immer direkt die Siegerehrungen und alle konnten ihre Medaillen in Empfang nehmen. Diese wurden beim Radfahren sogar von Celles Oberbürgermeister Jörg Nigge höchstpersönlich verliehen, der ebenfalls in Berlin vor Ort war, da Celle nächstes Jahr als Host Town der Special Olympics World Games fungiert.

Tischtennis-Wettkämpfe in der Eissporthalle

Die Tischtennis-Wettkämpfe fanden in einer Eissporthalle statt. Anfangs gab es aufgrund des Betonbodens Bedenken, aber die waren nach dem ersten kurzen Einspielen verflogen. Alle konnten gut spielen. Nach drei Tagen Klassifizierung ging es an die Einzel-Wettkämpfe mit jeweils zwei Gewinnsätzen. Die Spannung an den 25 Platten in der Halle war greifbar und es wurde eifrig mitgefiebert und geklatscht. Alle Aktiven unterstützten sich auch teamübergreifend lautstark.

„Das Gefühl bei den Special Olympics ist einfach etwas ganz Besonderes“, sagt Holger Dümeland. Er ist schon lange bei Wettkämpfen dieser Art dabei und freut sich jetzt schon auf die World Games im nächsten Jahr. Eins steht auf jeden Fall jetzt schon fest: Die Athleten der Lebenshilfe Celle werden weiter fleißig trainieren, denn alle wollen an ihre guten Erfolge von diesem Jahr anknüpfen.