Regionalliga Nord

Frust und Ernüchterung bei TuS Celle 92

Eine Reise in die Hauptstadt zum Vergessen: TuS Celle 92 kassierte im Spitzenspiel beim TTC Düppel eine Pleite. Mit dem Aufstieg wird's nun ganz eng.
  • Von Oliver Schreiber
  • 28. Nov. 2022 | 16:35 Uhr
  • 28. Nov. 2022
Arne Hölter (links) und Jannik Xu sind normalerweise im Doppel eine Bank. Gegen Düppel zogen aber auch sie den Kürzeren.
  • Von Oliver Schreiber
  • 28. Nov. 2022 | 16:35 Uhr
  • 28. Nov. 2022
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Celles Arne Hölter bot Düppels Spitzenspielern Paroli und sorgte für etwas Ergebniskosmetik.
Berlin.

Die gute Stimmung beim Abendessen war mit einem Schlag dahin, als Marius Max auf sein Handy blickte und den Endstand erfuhr. „Da war ich schon ziemlich geschockt. Mit einer so deutlichen Niederlage war nicht zu rechnen. Jetzt wird es ganz, ganz schwer, noch Meister zu werden und aufzusteigen“, erklärt Marius Max, Trainer des Tischtennis-Regionalligisten TuS Celle 92, nach der 2:8-Pleite im Spitzenspiel beim TTC Düppel. Max selbst weilte zum Zeitpunkt der Partie in Saarbrücken, wo er die etatmäßige Nummer fünf der Celler, Laurin Struß, beim Top-24-Bundesranglistenturnier der Jungen 19 betreute.

Jannik Xu gewann immerhin eines seiner beiden Einzel.

Sein Team bekam beim größten Berliner Tischtennis-Verein kein Bein an die Erde. Bereits in den Doppeln deutete sich an, das der Negativlauf der Blau-Gelben (zuletzt nur zwei Zähler aus drei Spielen nach einem Traumstart mit 10:0 Punkten) weitergehen könnte. Sowohl das Top-Duo Arne Hölter/Jannik Xu (1:3 gegen Deniz Aydin/Sebastian Stürzebecher) als auch Rajat Hubli/Michael Khan Orhan (0:3 gegen Patrick Strahl/William Maybanks) standen hier auf verlorenem Posten.

Rajat Hubli kassierte zwei Niederlagen im Einzel und verlor auch das Doppel an der Seite von Michael Khan Orhan.

Dies setzte sich auch im Einzel fort. Hölter erkämpfte sich gegen den starken Aydin (15:3-Bilanz) zwar eine 2:1-Satzführung und lag auch im vierten Durchgang vorne, musste sich aber letztlich doch geschlagen geben. Hubli, Xu und Orhan gewannen in ihren ersten Spielen noch nicht einmal einen Satz, Hubli und Orhan verloren ihr zweites Match jeweils in vier Sätzen.

Michael Khan Orhan blieb gegen Düppel ohne Punkte. Dafür holte er am Tag nach der Pleite sowohl im Einzel als auch im Doppel zusammen mit Lukas Brinkop den Bezirksmeistertitel.

Für etwas Ergebniskosmetik sorgten dann Hölter und Xu. Hölter bezwang Stürzebecher in einem spannenden Duell mit 12:10 im entscheidenden fünften Durchgang. Xu behielt gegen Strahl in vier Sätzen die Oberhand. Unterm Strich waren die 92er aber chancenlos, dementsprechend herrschten Frust und Ernüchterung.

Laurin Struß war in Berlin nicht dabei, weil er zeitgleich beim Top-24-Bundesranglistenturnier der Jungen 19 in Saarbrücken aufschlug. Dort zog er sich achtbar aus der Affäre.

Immerhin Orhan hatte an diesem Wochenende noch Grund zur Freude. Am Tag nach der Pleite wurde er sowohl im Einzel als auch im Doppel zusammen mit Lukas Brinkop Bezirksmeister. „Wir brauchen jetzt dringend ein Erfolgserlebnis. Ich hoffe, dass wir zum Abschluss des Jahres noch einmal in Lunestedt gewinnen, auch wenn das verdammt schwer wird. Dann bereiten wir uns intensiv auf die Rückrunde vor und schauen, was da noch geht. Auf jeden Fall dürfen wir uns eigentlich keine Niederlage mehr erlauben“, betont Max.

Immerhin mit dem Auftritt seines Schützlings Laurin Struß war er zufrieden. Der behauptete sich beim Bundesranglistenturnier in einer bärenstarken Gruppe, in der er mit viel Pech nur Fünfter wurde. Knackpunkt war der Start in den Wettbewerb mit zwei Niederlagen, unter anderem gegen Lleyton Ullmann, der wohl größten deutschen Nachwuchshoffnung. Danach gewann Struß zweimal und hatte die Chance, sich für die Hauptrunde zu qualifizieren. Doch eine unglückliche Fünf-Satz-Niederlage im letzten Gruppenspiel verhinderte dies. Am Ende landete erzwischen den Plätzen 16 und 20 (wurden nicht ausgespielt). „Laurin war etwas enttäuscht. Ich bin aber mit seiner Leistung sehr zufrieden“, resümiert Max.

TTC Düppel – TuS Celle 92 8:2. Patrick Strahl/William Maybanks – Rajat Hubli/Michael Khan Orhan 11:6, 11:7, 11:6; Deniz Aydin/Sebastian Stürzebecher – Arne Hölter/Jannik Xu 11:7, 8:11, 11:6, 11:4; Aydin – Hölter 7:11, 11:4, 7:11, 12:10, 11:1; Stürzebecher – Hubli 11:9, 11:7, 11:4; Strahl – Orhan 11:7, 11:9, 11:8; Maybanks – Xu 11:8, 11:5, 11:9; Aydin – Hubli 11:6, 11:2, 8:11, 11:2; Stürzebecher – Hölter 12:10, 9:11, 11:4, 7:11, 10:12; Strahl – Xu 9:11, 7:11, 11:6, 4:11; Maybanks – Orhan 6:11, 11:6, 11:8, 11:1.