Landesliga Frauen

HSG Lachte-Lutter zieht zurück

Die HSG Lachte-Lutter wird nicht mehr in der Handball-Landesliga Frauen an den Start gehen. Das sind die Gründe..
  • Von Jochen Strehlau
  • 26. Juni 2022 | 17:56 Uhr
  • 26. Juni 2022
  • Von Jochen Strehlau
  • 26. Juni 2022 | 17:56 Uhr
  • 26. Juni 2022
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Lachendorf.

Nach dem Verzicht von TuS Bergen auf den Aufstieg in die Oberliga sorgt die HSG Lachte-Lutter für den nächsten Paukenschlag im Celler Frauenhandball. Beim Blick auf die zwölf Teams der neu zusammengesetzten Landesliga Staffel Nord-Ost für die Saison 2022/23 findet man zwar die Teams von TuS Oldau-Ovelgönne, SV Garßen und TuS Bergen, die Mannschaft aus Lachendorf sucht man jedoch vergebens. Wer als Betrachter zunächst vielleicht noch einen Planungsfehler des Handball-Verbandes Niedersachsen vermutet hatte, lag falsch. Das Team von Trainer Philip Grüne ist in der nächsten Saison nur noch in der Regionsoberliga anzutreffen, denn der Verein hat seine erste Damenmannschaft aus der Landesliga zurückgezogen.

Rückzug nach einer starken Saison

Eine Entscheidung, die überrascht. Hatten die Lachendorferinnen doch diesmal als Tabellensechster mit dem positiven Punktekonto von 19:17 nichts mit dem Abstieg zu tun. Im Gegenteil. Nach schwächerem Start sorgten die Rot-Weißen mit einem ganz starken Saisonschlussspurt für Furore und wischten letzte Zweifel am Klassenerhalt frühzeitig vom Tisch. Das verdiente 27:27 im Derby beim SV Garßen war der Schlussakkord hinter einer schwierigen, aber letztlich erfolgreichen Saison. „Meine Mädels haben das Beste aus dieser von langen Unterbrechungen geprägten Corona-Saison gemacht. Doch wir waren wegen Krankheit und Verletzungen personell fast immer knapp besetzt. Das ging reichlich an die Substanz“, sagt Trainer Philip Grüne.

Vorschlag der Mannschaft wird umgesetzt

Abteilungsleiter Oliver Colditz bestätigt das. „Insbesondere nach den Verletzungen von Amelie Lüchau und Helke Weber war es personell durchweg eng. Er mussten immer die gleichen sechs bis sieben Spielerinnen durchspielen – auch mit Blessuren“, blickt er zurück. Nach Stand der Dinge wird sich im Hinblick auf die kommende Saison die personelle Situation bei der HSG sogar noch weiter verschärfen. Und das hat jetzt Konsequenzen. „Wir wollten nicht riskieren, dass die Spielerinnen den Spaß am Handball verlieren“, so Colditz. „Den Vorschlag aus der Mannschaft, in der nächsten Spielzeit doch besser in der Regionsoberliga zu spielen, haben wir aufgegriffen und uns zusammengesetzt. Die Mehrheit fand das gut. Ich denke, das war eine gute Entscheidung.“ Parallel zu diesem Schritt wurde die zweite Mannschaft aus der Regionsliga abgemeldet.

Neuer Angriff in der Regionsoberliga

Torjägerin Annabell Colditz, die nach einem Jahr in der Oberliga mehr als zehn Jahre mit ihrem Team in der Landesliga beheimatet war, bedauert die Entwicklung, hält den Schritt des Vereins aber für richtig. „Wir haben gerade wenig Planungssicherheit und mussten die Situation realistisch betrachten. Aufgrund von Schule, Studium und Familienplanung ist unsere Personaldecke für die Landesliga zu dünn. Wir wären unter die Räder gekommen“, meint Colditz. „Jetzt greifen wir in der Regionsoberliga an und freuen uns auf die nächste Saison. Und vielleicht schauen wir ja schon bald wieder in Richtung Landesliga.“