Verbandsliga Männer

SV Altencelle rutscht im Harz aus

Die SVA-Handballer verpassten es bei der HSG Oha, ihr gutes Jahr mit einem Sieg zu krönen. Dabei war sogar der Sprung an die Tabellenspitze möglich.

  • Von Stefan Mehmke
  • 05. Dez. 2022 | 17:45 Uhr
  • 05. Dez. 2022
Maik Kelly (beim Wurf) und der SV Altencelle kamen mit dem „Backeverbot“ nicht so gut zurecht (Archiv).
  • Von Stefan Mehmke
  • 05. Dez. 2022 | 17:45 Uhr
  • 05. Dez. 2022
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Maximilian Kirchhoff (beim Wurf) und seine Mannschaftskollegen ließen bei der HSG Oha zahlreiche Torchancen liegen (Archiv).
Hattorf.

Der SV Altencelle kann es doch noch: verlieren. Im letzten Spiel des Jahres 2022 fuhr Gastgeber HSG Oha in Hattorf am Harz mit dem Tabellenzweiten der Handball-Verbandsliga ordentlich Schlitten. Am Ende verlor der SVA 25:28 (11:14). Dennoch bleibt Altencelle mit 14:8 Punkten auf dem Vizerang, allerdings haben die Verfolger aus Heidmark, Börde und Anderten weniger Minuspunkte auf dem Konto und noch Nachholspiele zu absolvieren. Etwas überraschend war die hohe Niederlage des Spitzenreiters TG Münden, der mit 18:33 beim MTV Braunschweig II unter die Räder kam und nur zwei Minuspunkte vor Altencelle liegt.

Altencelle verzweifelt vor dem Tor

Die hauchdünne Schneeschicht auf den Straßen brachte die Altenceller Handballer weder bei An- noch bei Abreise aus dem Konzept. Doch dann ließ nicht nur das Kleberverbot den Gast auf dem Parkett der Harzer Handballer ausrutschen. Denn eigentlich spielten die Herzogstädter ganz passabel, standen gut auf den imaginären Skiern. das Konzept stimmte also. Doch die Chancenverwertung wirkte, als hätten die Celler das verbotene Harz mit dicken Handschuhen getauscht: Die Gäste vergaben eine gut herausgespielte Möglichkeit nach der nächsten. So führten die HSG-Wintersportexperten schnell 4:1 und 9:4.

Die Altenceller griffen in Hattorf nach der Tabellenspitze - und die war durch den parallelen Ausrutscher des Spitzenreiters TG Münden sogar in Reichweite (Archiv).

Während die Gastgeber um den überragenden Sebastian Heiler (10 Tore) sofort das richtige Wachs gefunden hatten, liefen die Heidjer mit stumpfen Skiern hinterher. Aber wie es eben so ist mit den kämpferischen Rot-Gelben: Sie gaben einfach nicht auf, kämpften wie ein Hobby-Skifahrer auf der schwarzen Piste. Aber immer, wenn der Anschluss hätte gelingen können, kam eine vergebene Chance dazwischen.

Backeverbot ist keine Ausrede

Und die einheimischen Brettl-Künstler wedelten wieder davon, näher als auf drei Tore kam der Altenceller Slalom-Kader einfach nicht heran – so wie beim 21:18 nach einem 3:0-SVA-Lauf in der 48. Minute oder beim 25:22 in der 55. Minute. „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, die Einstellung stimmte“, sagte Altencelles „Alm-Öhi“ Henrik Weinmann.

Er wollte es zwar nicht sagen und es auch nicht als Entschuldigung geltend machen, aber die Gäste waren schon genervt vom Backeverbot. Klar, denn es ist halt ein anderes Spiel. Wie gut, dass das in der kommenden Saison vorbei und Chancengleichheit hergestellt ist. Für den Ausflug ins Mittelgebirge nutzte das freilich nix mehr. Und während die Pistenbewohner bei harzhaft frischem Biergenuss und Schmorwurst mit Jausenschmalz feierten, packte die enttäuschte Altenceller Reisegruppe ihre Sachen in den Skibus. Zum Traurigsein besteht aber überhaupt kein Grund, zu erfreulich war der bisherige Saisonverlauf.

 

 

SV Altencelle: K. Nowak, Geese – Starke (4/1), Kisser, Weinmann (3), Krumwiede (7), Kirchhoff (7/1), Kelly (1), Hahnraths, Ahrenbeck (2), Moritz (1), Behr.