Verbandsliga Männer

SV Altencelle: Später Thriller ohne Happy End

Sie wollten den Aufstiegsfavoriten ärgern, am Ende gingen die Handballer des SV Altencelle aber leer aus. Die Aufholjagd kam zu spät.

  • Von Stefan Mehmke
  • 16. Jan. 2023 | 15:00 Uhr
  • 16. Jan. 2023
Der SV Altencelle um Spieler Justin Magnus Behr (Zweiter von rechts) legten gegen SG Börde zwar eine gute Aufholjagd hin, für Punkte reichte es gegen den Zweiten jedoch nicht.
  • Von Stefan Mehmke
  • 16. Jan. 2023 | 15:00 Uhr
  • 16. Jan. 2023
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Celle.

Die Premiere 2023 in der Handball-Verbandsliga Niedersachsen misslang für den SV Altencelle. Die Jungs vom SVA verloren das Spitzenspiel gegen den Aufstiegsfavoriten und Tabellenzweiten SG Börde Handball 29:32 (13:17). Das ist genauso schade wie überflüssig, denn eine miese Chancenverwertung, unter anderem landeten drei Siebenmeter nicht im Gehäuse des Gegners, standen einem besseren Ergebnis im Weg. Aber: Es war wieder ein spannender Streifen, den die SVA-Handballer abspulten – nur diesmal ohne Happy End.

SVA läuft früh hinterher

Der Spielfilm ist schnell erzählt, auf echte Suspense deutete zunächst nichts hin. Die Altenceller Truppe kam miserabel in die Partie, verdiente sich damit Rotten Tomatoes statt einen Golden Globe. Nach dem 0:2 geriet der Gastgeber nach zehn Minuten 1:6 in Rückstand. Doch für die Zuschauer in der HBG-Halle war das noch kein Grund, das Eintrittsgeld zurückzufordern. Zu oft haben sich die SVA-Spieler in bisherigen Vorstellungen nach schwachem Start noch in die Begegnung gekämpft. Und so sollte es auch gegen Börde werden.

Trotz Niederlage herrschte beste Stimmung in der HBG-Halle.

Doch zunächst blieb der Gast aber lange spielbestimmend. In der 41. Minute erzielte Niklas Mosch das 20:27 aus Altenceller Sicht – es schien weiter, als liefe im HBG-Cinema diesmal kein echter Thriller. Doch erneut rissen sich die Rot-Gelben am Riemen, Kino-Chef Henrik Weinmann und sein Top-Angestellter Maximilian Kirchhoff servierten schöne Buden zur Aufholjagd. Zehn Minuten später hieß es 26:28, die Fans hatten Cola und Popcorn längst zur Seite gestellt, fieberten mit bei einem weiteren Hitchcock-Film – und feuerten nach Kräften an.

SVA verliert Anschluss nach oben

Aber: Am Ende waren die Gäste die Stars, weil sie cooler agierten, effektiver und vielleicht auch ein bisschen glücklicher. Mit zwei Punkten im Gepäck gingen sie über den roten Teppich zur Rückreise gen Hildesheim – sie bleiben mittendrin in der Spitzengruppe, während für Altenelle der Weg in Richtung mittelklassiger Lichtspielhäuser drohen könnte. Der SVA belegt Platz vier.

SVA-Spieler Justus Krumwiede versucht von Linksaußen Torwart Philipp Bunzel zu überwinden.

Sonderlob verdiente sich neben Kirchhoff in der Hauptrolle auch Jungstar Denis Imgrunt, der viermal traf. Und wie lautet die Kritik zum Schauspiel von Regisseur Weinmann? Er rezensiert die 60-minütige Aufführung so: „Wir haben die Anfangsphase komplett verpennt. Dazu haben wir noch über das ganze Spiel über zu viele hundertprozentige Chancen liegen gelassen. Und die Abwehr war nicht gut, obwohl unsere Torhüter stark gehalten haben.“

Der Vorhang fällt und die SVA-Herren üben für das nächste Mal, demnächst im gleichen Theater: Am 28. Januar kommt der starke Aufsteiger TV Eintracht Sehnde nach Celle.

SV Altencelle: Geese, K. Nowak – Premper, Starke (1), Kisser, Weinmann (2), Krumwiede (5) Kirchhoff (10/3), Kelly (3), Hahnraths, Ahrenbeck (1), Imgrunt (4), Behr (3).