Start der Handball-WM

Celler Experten sehen gute Chancen gegen starke Gegner

Die Handball-WM 2023 steht in den Startlöchern. Die entscheidende Frage: Wer kann sich gegen die anderen Mannschaften durchsetzen, um den Titel zu holen? Und wie stehen eigentlich die Chancen des deutschen Teams? Die CZ hat sich bei den Handballern in Stadt und Landkreis Celle umgehört.

  • Von Stefanie Franke
  • 10. Jan. 2023 | 14:03 Uhr
  • 10. Jan. 2023
Heute startet die 28. Handball-Weltmeisterschaft der Männer. 
  • Von Stefanie Franke
  • 10. Jan. 2023 | 14:03 Uhr
  • 10. Jan. 2023
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Celle.

Mit freudiger Erwartung blickt Handball-Nationaltrainer Alfred Gislason auf das erste "normale" Turnier seiner Amtszeit. Schließlich waren die Europameisterschaften 2022 durch Corona geprägt – auch im deutschen Team gab es seinerzeit zahlreiche positive Fälle. Dem will man bei der am Mittwoch beginnenden Weltmeisterschaft mit einem strengen Regelkonzept entgegentreten, sodass wieder der Sport im Vordergrund stehen kann.

Oldaus Trainer Christoph Hahnraths.

Unberechenbare Gegner

In der Vorrunde trifft Deutschland in der Gruppe E auf Katar, Serbien und Algerien. "Das sind schon ein Stück weit unberechenbare Gegner", meint Christoph Hahnraths, Trainer des Damen-Landesligisten TuS Oldau-Ovelgönne. "Im Falle von Algerien, Katar und Serbien weiß man nie genau, wer da aufläuft. Sie spielen anders als die Europäer, sind flinker und weniger körperlich." Laut Hahnraths sollten die deutschen Handballer die Gruppenphase überstehen. Das Erreichen des Viertelfinales hält er für realistisch. "Es ist natürlich immer alles machbar, aber für einen Erfolg wie 2016 sind wir meiner Meinung nach in der Breite nicht gut genug aufgestellt."

Vorbereitung auf die EM

Er findet: Das Ziel sollte die Vorbereitung auf die EM im nächsten Jahr sein. "Die WM jetzt kann dazu und zur Standortbestimmung gut genutzt werden." Seiner Meinung nach könnte nun außerdem die große Stunde für Juri Knorr schlagen. "Er könnte jetzt den Durchbruch schaffen und sich in den Vordergrund spielen, sodass sein Stern endgültig aufgeht", so Hahnraths. "Auch Golla könnte weiter in den Vordergrund gelangen, ansonsten läuft es über das Kollektiv."

"Ich zähle Deutschland nicht zu den Favoriten, aber eine deutsche Mannschaft kann immer gewinnen. Wichtig ist, dass wir gut ins Turnier starten."

Lars Lehnhoff, Abteilungsleiter SV Altencelle und ehemaliger Bundesligist

Schlüssel liegt in der Abwehr

Martin Kahle, Trainer der Drittliga-Damen des SV Altencelle, schätzt die Chancen der deutschen Handballer eher pessimistisch ein. "Für die Vorrunde wird es reichen", sagt er. Er sieht Frankreich, Spanien, Schweden und Dänemark als die Favoriten des Turniers. Für ihn liegt der Schlüssel zum Erfolg in der Abwehr. "Wenn Andreas Wolff zu seiner Topform von 2016 zurückfinden könnte, wären auch Überraschungen möglich."

Favoriten des Turniers

In Bezug auf die Favoriten sind sich die Celler Handballfunktionäre einig: Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich und Spanien gelten als die aussichtsreichsten Kandidaten des Turniers. Das findet auch Lars Lehnhoff, Abteilungsleiter des SV Altencelle und ehemaliger Bundesligist. "Ich zähle Deutschland nicht zu den Favoriten, aber eine deutsche Mannschaft kann immer gewinnen. Wichtig ist, dass wir gut ins Turnier starten. Wenn wir die Vorrunde schaffen, können wir damit den Grundstein für das weitere Turnier legen." Lehnhoff hofft neben einem erfolgreichen Turnierstart auf gute Leistungen und die passende Stimmung.

 

Martin Kahle schätzt die Chancen des deutschen WM-Teams eher kritisch ein.

"Sicherlich ist Katar in der Gruppe der stärkste Gegner, aber der Anspruch für Deutschland muss sein, die Vorrunde zu überstehen."

Henrik Weinmann, Spielertrainer SV Altencelle

Viertelfinale ist realistisch

Dominik Blancbois, Trainer vom Landesligisten TuS Bergen, hält das Erreichen des Viertelfinales für realistisch. "In einem K.O.-Spiel ist dann alles möglich", so seine Einschätzung. In Bezug auf die Turnierfavoriten führt er das Land aus Feuer und Eis ins Feld: "Als Außenseiter könnte sich Island dieses Jahr hervortun." Mit Blick auf die Mannschaft ergänzt er: "Spannend wird sein, wie sich die jungen Knorr und Köster im Trikot der Nationalmannschaft zeigen. Es wäre schön, wenn sie die Leistungen aus der Bundesliga auch in der Nationalmannschaft zeigen. Besonders wird es auf Kapitän Golla ankommen."

Eigendynamik kann entscheidend sein

Henrik Weinmann, Spielertrainer des Verbandsligisten SV Altencelle, setzt ebenfalls auf einen guten Turnierstart und die Eigendynamik. "Sicherlich ist Katar in der Gruppe der stärkste Gegner, aber der Anspruch für Deutschland muss sein, die Vorrunde zu überstehen", sagt er. Seiner Meinung nach ist die Mannschaft gleichmäßig gut besetzt - um zu gewinnen, bräuchte es eine konstante, überdurchschnittliche Torhüterleistung. Weinmann hofft auf das Erreichen des Halbfinales: "Das wäre für den deutschen Handball gut und auch medienwirksam, sodass die Sportart wieder aufs Radar kommt und somit auch bei der Jugend das Interesse weckt, diesen Sport auszuüben."