Regionsoberliga Männer

Westerceller dominieren Derby in Müden

Überraschend deutlich ging das Regionsoberliga-Derby beim MTV Müden an den VfL Westercelle. Jubeln durfte auch erneut MTV Fichte Winsen.
  • Von Stefan Mehmke
  • 21. Nov. 2022 | 14:48 Uhr
  • 21. Nov. 2022
  • Von Stefan Mehmke
  • 21. Nov. 2022 | 14:48 Uhr
  • 21. Nov. 2022
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Celle.

Das Kreisderby der beiden Ex-Landesligisten MTV Müden und VfL Westercelle nahm in der Handball-Regionsoberliga der Männer einen unerwarteten Verlauf: Der VfL deklassierte den Gastgeber mit 35:23 – Westercelle ist jetzt Fünfter, MTV nur noch Neunter. Auch für den HBV 91 Celle wird die Luft immer dünner. Gegen Staffelfavoriten TV Jahn Schneverdingen verloren die Bären 23:27 und sind Elfter. Boden gut macht hingegen Aufsteiger MTV Fichte Winsen nach dem klaren 27:21 gegen HV Lüneburg II. Damit haben die Winser wie der HBV vier Pluspunkte.

MTV Müden – VfL Westercelle 23:35 (9:18)

An Tagen wie diesen wünscht sich der Sieger Unendlichkeit – Westercelles Spieler um den Ex-Müdener Florian Laubenstein waren nach dem Derbysieg in nie geahnter Höhe glücklich. Ganz anders die Gefühlslage beim Gastgeber. Dessen Abwehr stand von Beginn an nicht wie gewohnt, immer wieder erzielte Westercelle durch die starken Rückraumspieler leichte Tore, weil Müden zu passiv war. Allen voran Florian Laubenstein initiierte gegen seinen Ex-Klub immer wieder gelungene Aktionen. Und vorne spielten die MTVer eigentlich recht passabel, aber dann hielt Christoph Gabriel im VfL-Tor wie ein Weltmeister, da halfen auch neun Paraden in der ersten Halbzeit des starken Fabian Jablonski auf Seiten von Müden wenig. „Ohne ihn hätten wir womöglich noch höher zurückgelegen“, so MTV-Spielertrainer Torben Ehlert.

"Wir waren einfach schlecht"

In der zweiten Halbzeit änderte sich nichts. „Westercelle wollte den Derbysieg heute einfach mehr als wir und hat verdient gewonnen“, so Ehlert und weiter: „Wir waren einfach schlecht, um es auf den Punkt zu bringen.“ Richtig glücklich waren die Westerceller, die in der Kabine ein Stimmungsfass aufmachten. Auch Spielertrainer Jan-Patrick Tiede war sehr zufrieden, wirkte aber auch nachdenklich. „Die Schiris aus Bienenbüttel haben wahrscheinlich gedacht, in den Westerceller Trikots stecken andere Menschen“, meinte er angesichts der unnötigen Niederlage bei Bienenbüttel und der gehörigen Leistungssteigerung.

Fest steht: In diesem Derby hat man gesehen, was in der jungen VfL-Mannschaft steckt. Auch wenn Keeper Christoph Gabriel, Luca Schnoor und Florian Laubenstein Extra-Lob einheimsten, so freute sich Tiede vor allem über die gute Teamleistung: „Wir haben als Mannschaft super funktioniert“, sagte der Routinier.

MTV Müden: S.-C. Nissen, F. Jablonski – Ehlert (2), Engelke (5), Gruel (2), Nedelko, D. Jablonski (5/1), Schiller (6), Y. Jablonski (1), E. Elbers, Wörsdörfer, Bock (2), Borchert.

VfL Westercelle: Gabriel, M. Zywicki – Riebandt, JJ. Rodehorst, Tiede (4), L. Schnoor (7), J. Kresse (6), Siemann (5), Brunschön (1), D. Müller (2), Laubenstein (8/3), L.-B. Sieverling (2), Fee.

HBV 91 Celle – TV Jahn Schneverdingen 22:27 (14:15)

Ohne Trainer Moritz Kaplick und Leistungsträger Matze Reinbold hatte das junge HBV-Team keine echte Chance gegen den Favoriten und Tabellenzweiten. Trotz des schnellen 1:5 nach zehn Minuten blieb der HBV dran, der starke Viktor Donner schaffte sogar das 15:15 (34. Minute) und als der gute Pascal Bolay gar das 16:15 erzielte, roch es nach einer Sensation. Doch als der Favorit in neun Minuten von 19:19 auf 20:24 stellte, war das Spiel entschieden.

HBV 91 Celle: Lutz, Taubenheim – Donner (4), Schulig (2), Bahr (6/3), B. Kaplick (2), Bolay (5), Berthold, Haus, Stechert, Zake (3), Bartels.

MTV Fichte Winsen – Handballverein Lüneburg II 27:21 (14:11)

Gegen den favorisierten Gegner war die Fichte-Abwehr von Anfang an konzentriert und ging aggressiv, aber fair zur Sache. Auch insgesamt acht Zeitstrafen brachten den Gastgeber nicht aus dem Konzept, aus einer sicher stehenden Defensive ein schnelles Angriffsspiel zu gestalten. Torwart Niklas Walter hatte großen Anteil daran, dass es zum Schluss nicht noch einmal hektisch wurde. In den letzten 20 Minuten ließ er nur vier Gegentore zu. „Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung, auf die wir für zukünftige Herausforderungen aufbauen können“, freute sich Winsens Coach Uwe Lehmann.

MTV Fichte Winsen: Herrmann, N. Walter – Mehls, Kaschytza (5), Förster (5/1), D. Walter (4), Purser, Rohde (2), Schlesier, Hoefs (4/3), Lindner (1), Wahl (5), Constabel (1).