Regionsoberliga Männer

HBV 91 Celle ärgert Favorit TSV Wietzendorf II

Die Celler Regionsoberliga-Teams traten am Wochenende alle als Außenseiter an. Während der MTV Fichte Winsen klar verlor, sorgten der HBV 91 und Westercelle für Überraschungen.

  • Von Stefan Mehmke
  • 05. Dez. 2022 | 19:15 Uhr
  • 05. Dez. 2022
Matthias Reinbold (beim Wurf) ärgerten die Reserve des TSV Wietzendorf beim 31:31-Remis in der heimischen Halle.
  • Von Stefan Mehmke
  • 05. Dez. 2022 | 19:15 Uhr
  • 05. Dez. 2022
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Brust raus: Matthias Reinbold (am Ball) vom HBV 91 Celle traf gegen den TSV Wietzendorf II neunmal.
Celle.

Der HBV 91 Celle kann es noch. In der Handball-Regionsoberliga der Männer gelang den „Bären“ gegen den favorisierten TSV Wietzendorf II ein 31:31. Ebenfalls einen tollen Erfolg feierte der VfL Westercelle, der beim Topfavoriten TV Jahn Schneverdingen 26:23 gewann und sich so an die Spitze heranrobbte. Einen herben Rückschlag gab es hingegen für den MTV Fichte Winsen, der beim MTV Soltau II 19:31 unter die Räder kam.

HBV 91 Celle – TSV Wietzendorf II 31:31 (19:15)

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase setzte sich der HBV über 7:7 bis zum Halbzeitstand komfortabel ab, obwohl es ein schwieriges Spiel war. Denn der Gegner, der mit erfahrenen Akteuren aus Soltau verstärkt ist, spielte nicht nur unangenehm unkonventionell sondern auch hammerhart, um Celle aus dem Rhythmus zu bringen. Das klappte zunächst gar nicht, später aber recht gut. Auch die Schiedsrichter Dierking/Pott verloren zusehends ihre Linie, gaben nach Meinung von Trainer Moritz Kaplick alle 50:50-Entscheidungen für Wietzendorf und zu viele Zeitstrafen gegen den HBV.

Der personell gebeutelte MTV Fichte Winsen um Daniel Walter (Mitte) sah gegen den MTV Soltau II kein Land (Archiv).

So wurde das Spiel immer hektischer. „Das hätte man eleganter lösen können“, befand Kaplick, meinte damit die Schiris, aber auch sein Team, das am Ende zu viele Fehler produzierte und das Spiel aus der Hand gab. Am Ende stand immerhin ein Punkt, auch wenn Matteo Stechert doch noch den Siegtreffer auf der Hand hatte, aber leider am guten TSV-Keeper scheiterte. „Eigentlich hatten wir alles lange im Griff, es ist irgendwie ärgerlich. Weil wir dann komplett aus dem Tritt gekommen sind, echt unglücklich“, so Kaplick, der seinen Bruder Benjamin für die tolle Regie in der ersten Hälfte lobte.

HBV 91 Celle: Lutz, Taubenheim – Kentel (1), Donner (2), Bahr (3), B. Kaplick (9/3), Sievert (4), Reinbold (9), Berthold, Haus, Stechert (1), Zake (2).

MTV Soltau II – MTV Fichte Winsen 31:19 (16:9)

Mit dem allerletzten Aufgebot fuhr der Aufsteiger zum von Jakob Happel gecoachten MTV, der zahlreiche höherklassig erfahrene Akteure aufgeboten hatte. Mit nur neun Spielern (davon zwei Keeper) war Fichte gnadenlos unterlegen. Dennoch machten es die Schützlinge von Trainer Uwe Lehmann zunächst gut. Bis zum 9:6 in der 17. Minute hielt der Gast gut mit, ehe es bergab ging.

Julius Siemann (am Ball) traf in Schneverdingen fünf Mal für den VfL Westercelle. Matchwinner war aber ein anderer: Luca Schnoor.

In der 42. Minute stand es bereits 24:12 – doch die Winser ließen sich nicht abschlachten und hielten das Ergebnis in einem einigermaßen erträglichen Rahmen. Mehr drin ist sicherlich im kommenden Heimspiel gegen Tostedt.

MTV Fichte Winsen: Herrmann, N. Walter – Schubert, Kaschytza (5), D. Walter (3), Rohde (4), Konrad, Hoefs (5/3), Mehls (2).

TV Jahn Schneverdingen – VfL Westercelle 23:26 (11:12)

Mit der Besetzung aus dem Müden-Spiel begann der VfL – ein gutes Omen. Nach anfänglichem Abtasten stand die Deckung des VfL inklusive Keeper Christoph Gabriel sehr stabil. Bis zur Pause blieb es knapp. Eigentlich hätte Westercelle sogar schon klar führen können, denn das Team gewann viele Bälle, fuhr schnelle Gegenstöße, schoss aber Jahns Keeper warm. Den Gegner und deren Rückraum hatte der Gast hingegen gut im Griff, Schneverdingen biss auf Granit.

In der zweiten Halbzeit schien es immer wieder, als käme der Favorit auf, doch der VfL bleib konzentriert und cool und aktivierte Kreis und Außen, wenn es im Rückraum mal nicht so klappte. Am Ende klingelten den Schneverdingen-Fans die Ohren. Es war, als hörten Sie Suzanne Vega: „My Name is Luca (Schnoor), I live on the second floor“ – denn der Youngster markierte die letzten drei Tore und schoss den VfL in den letzten vier Minuten vom 23:23 zum 26:23 – und das völlig verdient. „Das war einfach toll und ein gutes Spiel bei einem starken Gegner. Wir freuen uns sehr über diesen Sieg“, so Spielertrainer Jan-Patrick Tiede.

VfL Westercelle: Gabriel – Tiede (7/3), L. Schnoor (7), J. Kresse (4), Siemann (5), Brunschön, D. Müller (3), Laubenstein, Peterson, Klapproth, L.-B. Sieverling.