Landesliga Frauen

SV Garßen mit Mix aus Jugend und Erfahrung

Der SV Garßen läuft in der Landesliga seinen eigenen Ansprüchen hinterher. Hoffnung macht aber die Rückkehr einer Ex-Bundesligaspielerin.

  • Von Jochen Strehlau
  • 06. Jan. 2023 | 14:00 Uhr
  • 06. Jan. 2023
Der SV Garßen gibt auch den A-Jugendlichen regelmäßig eine Chance, sich zu beweisen.Leonie Persuhn (links) überzeugte im Derby gegen TuS Oldau-Ovelgönne.
  • Von Jochen Strehlau
  • 06. Jan. 2023 | 14:00 Uhr
  • 06. Jan. 2023
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Celle.

Nach genau der Hälfte der zu absolvierenden Spiele rangieren die Handballerinnen des Landesligisten SV Garßen mit 10:12 Punkten auf dem siebten Tabellenplatz. Das ist nicht das, was sich das Team von Trainer Florian Laubenstein vorgestellt hat. Vom ursprünglichen Saisonziel, nämlich einem Platz unter den ersten drei, ist man damit ein gutes Stück entfernt.

Zwei Derbysiege für SVG

Doch zuletzt kamen die Cellerinnen deutlich besser in die Spur und entschieden immerhin vier von sechs Partien für sich. Darunter waren auch zwei deutliche Derby-Siege: Mit einem 29:21 Erfolg gegen TuS Bergen und dem 25:15 gegen TuS Oldau-Ovelgönne ließ der SVG der Konkurrenz aus dem Kreis Celle keine Chance.

Auswärts gibt es nichts zu holen

Die schwache Saisonanfangsphase verbunden mit einer eklatanten Auswärtsschwäche hat jedoch ein besseres Abschneiden des SV Garßen verhindert. Alle fünf Auswärtsspiele gingen jeweils mit mehr als 30 Gegentoren verloren. Die höchste Niederlage setzte es mit 22:36 bei der HG Bruchhausen/Vilsen. Die Gründe dafür sind vielschichtig. „Zum einen haben wir durch die zahlreichen Spielausfälle zu Saisonbeginn nie richtig zu unserem Rhythmus gefunden. Zum anderen hat ein Mix aus schwacher Abwehrleistung, mangelhafter Ballkontrolle und halbherzigem körperlichen Einsatz dazu geführt, dass wir in fremden Hallen bisher komplett leer ausgegangen sind. Das muss sich unbedingt ändern“, unterstreicht Coach Laubenstein.

Garßens Marie-Michelle Danz (links) im Spiel gegen TuS Oldau-Ovelgönne.

Er fordert mehr Aggressivität im Eins-gegen-Eins-Verhalten und vor allem eine bessere Chancenverwertung, denn diese hat er als ein großes Manko seines Teams ausgemacht. Insbesondere bei der Siebenmeterquote und dem Abschluss über die Außenpositionen sieht der 33-Jährige noch Verbesserungspotenzial. An dem schwach besetzten Rückraum seines Teams kann er nur wenig ändern, hat dafür aber andere Lösungen parat. „Davon abgesehen, dass wir mit mehr Tempo nach vorne spielen müssen, brauchen wir mehr Drang zum Tor. Wir müssen tief in die Lücken gehen und dann unsere Chancen auch nutzen“, so Laubenstein, der mit dem Können seines Kaders insgesamt aber gar nicht unzufrieden ist. „Wir spielen einen strukturierten Handball und haben einen guten Spielaufbau. Leider sind wir in dieser Beziehung nicht konstant und leisten uns immer wieder Schwächephasen“, bedauert der SVG-Coach.

Einsatzzeiten für A-Jugendliche

Das Konzept, ganz auf die Jugend zu setzen, führen die Garßener Verantwortlichen konsequent fort. Darum bekommen die SVG-A-Jugendlichen Einsatzzeit, wann immer es geht. Und diese zahlen es mit guten Leistungen zurück: So glänzte Leonie Persuhn zum Beispiel mit einem couragierten Auftritt im Derby gegen TuS Oldau-Ovelgönne, Lone Garbers trug sich beim 33:27 gegen die SG Adendorf/Scharnebeck gleich siebenmal in die Torschützenliste ein und Emily Krenz überzeugte bereits mehrfach durch konsequente Arbeit im Abwehrmittelblock. „Wir wollen unseren A-Jugendlichen eine Perspektive bieten. Deren Integration ist ganz wichtig und das funktioniert auch sehr gut“, freut sich Laubenstein und lobt dabei die gute Zusammenarbeit mit A-Jugendtrainer Alexander Grah.

Ex-Bundesligaspielerin vor Rückkehr

Doch ganz ohne erfahrene Spielerinnen geht es natürlich nicht. Die tragende Säule des Garßener Spiels ist Manuela Schulz, die deshalb oft 60 Minuten durchspielen muss. Auch die reaktivierte Katrin Zymmek verleiht dem SVG große Stabilität. Bedauerlicherweise steht die in Magdeburg arbeitende Louise Ringert dem Team nur noch sporadisch zur Verfügung. Dafür deutet sich die Rückkehr der lange verletzten Ex-Bundesligaspielerin Kathrin Sturm an, was Laubenstein Hoffnungen auf eine deutlich bessere Rückrunde macht.