Landesliga Frauen

„Lage ist ernst“ beim TuS Bergen

Die Spielstärke der vergangenen Saison fehlt den Handballerinnen des TuS Bergen. Aufgrund eines Punktabzugs droht sogar der Abstieg. Aufgeben ist aber keine Option.

  • Von Jochen Strehlau
  • 05. Jan. 2023 | 10:30 Uhr
  • 05. Jan. 2023
Die restliche Saison wird für Marie Sandvoß (Mitte) und TuS Bergen ein Kraftakt.Nach dem Meistertitel in der Vorsaison droht jetzt der Abstieg.
  • Von Jochen Strehlau
  • 05. Jan. 2023 | 10:30 Uhr
  • 05. Jan. 2023
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Bergen.

Als die Handball-Frauen des TuS Bergen am letzten Spieltag der vergangenen Saison die Meisterschaft in der Landesliga Nord-Ost perfekt gemacht hatten, war der Jubel groß. Doch der Euphorie folgte sehr bald die Ernüchterung. Ohne neuen Trainer und ohne Aussicht auf Verstärkungen war ein Großteil der Mannschaft nicht dazu bereit, sich auf das Abenteuer Oberliga einzulassen. So wurde nach intensiven mannschaftsinternen Diskussionen beschlossen, lieber weiterhin in der Landesliga zu spielen. Eine Entscheidung, die sich aus sportlicher Sicht im Nachhinein als absolut richtig erwiesen hat.

Nicht auf dem Niveau der Vorsaison

Mit Olaf Schreiber konnte zwar rechtzeitig vor Saisonbeginn noch ein neuer, engagierter Trainer gefunden werden, doch auch dieser konnte an der angespannten Personalsituation bei den Grün-Weißen nichts ändern. Das aktuelle Berger Punktekonto von 6:12 zeigt auf, dass das Team in dieser Saison von der letztjährigen Spielstärke weit entfernt ist und gegen den Abstieg kämpfen muss.

Nicht-Aufstieg kostet Punkte

Doch gerade in dieser prekären Situation könnte TuS Bergen die Entscheidung, auf die Oberliga verzichtet zu haben, zum Verhängnis werden. „Wegen nicht Wahrnehmung des Aufstiegsrechts werden dem TuS Bergen nach Beendigung der Serie 2022/2023 vier Punkte abgezogen“, ist auf der Homepage des Handball-Verbandes Niedersachen/Bremen schon seit Saisonbeginn zu lesen. Wichtige Zähler, die dem Team von Olaf Schreiber in der Endabrechnung bei der Sicherstellung des Klassenerhalts fehlen könnten. Und würde man diese Punkte jetzt schon abziehen, dann ständen Bergens Handball-Frauen aktuell auf dem letzten Tabellenplatz. „Die Lage ist sehr ernst. Wenn jetzt nicht alle an einem Strang ziehen, die Ärmel hochkrempeln und im Training Vollgas geben, dann ist der Gang in die Regionsoberliga wohl nur schwer abzuwenden“, meint Trainer Schreiber.

Den Ausfall von Sabrina Wellmann (Mitte) steckte TuS Bergen nicht so gut weg.

Dabei war sein Team eigentlich mehr als ordentlich in die Saison gestartet und schien die Abgänge von Lina Borges und Svenja Glasewald gut verkraftet zu haben. Auch den frühen Ausfall von Kreismitte-Spielerin Kathrin Becker steckten die Grün-Weißen weg und gewannen ihre ersten drei Heimspiele in überzeugender Art und Weise. Beim 29:23 gegen den TSV Intschede, dem 35:22 gegen die SG Adendorf/Scharnebeck und auch beim 26:25 gegen die HSG Elbmarsch sah der hochzufriedene Berger Coach starke Partien und taktische Variabilität seines Teams, das noch Mitte Oktober mit 6:4 Punkten einer relativ sorgenfreien Saison entgegenzusehen schien. Mit dem Ausfall von Sabrina Wellmann, die als „ganzheitliche“ Führungsspielerin in den ersten fünf Partien 35 Treffer erzielt hatte, brach das Berger Kartenhaus jedoch auf einen Schlag zusammen.

Trainer bemängelt Disziplinlosigkeit

In den nachfolgenden Spielen bekamen die kopflosen TuS-Spielerinnen nichts mehr auf die Kette und verloren viermal in Folge. „Punkte, die wir durch grobe Disziplinlosigkeiten und mangelhaften Teamgeist zum Teil leichtfertig verschenkt haben“, ärgert sich Coach Schreiber. Bei noch dreizehn ausstehenden Spielen ist Aufgeben für den 51-Jährigen aber keine Option. Er appelliert jedoch an seine Mannschaft, nun private Befindlichkeiten hintanzustellen, die eigene Einstellung zu hinterfragen und sich als Mannschaft ganz auf das Handballspielen zu konzentrieren.

Schon am 15. Januar geht es für Bergen mit dem Auswärtsspiel bei Tabellenführer TV Oyten II weiter. „Das betrachten wir als Trainingsspiel, denn da gibt es für uns nichts zu holen. Doch danach müssen wir punkten. Und wie man weiß, kann ein unerwarteter Sieg ja neues Feuer entfachen“, bemerkt Schreiber.