3. Liga Nord

Altencelles Gegner erhält Bundesliga-Hilfe

Der SV Altencelle hatte den SV Union Halle-Neustadt II erwartet, erschienen waren aber einige Bundesliga-Spielerinnen. Gegen diese unterlag der SVA nur äußerst knapp.

  • Von Lisa Brautmeier
  • 27. Nov. 2022 | 16:15 Uhr
  • 27. Nov. 2022
Nicht immer konnte sich der SV Altencelle so gut durchsetzen, wie hier Kristin Skorek (links). Insgesamt blieb der SVA zu schwach im Angriff.
  • Von Lisa Brautmeier
  • 27. Nov. 2022 | 16:15 Uhr
  • 27. Nov. 2022
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Celle.

Während aus einer Umkleidekabine laute Partymusik schallte und die Verbandsliga-Männer ihren 31:30-Sieg gegen MTV Braunschweig II feierten, schlichen die Drittliga-Handballerinnen des SV Altencelle eher geknickt durch den Hallengang. Sie hatten nach der 20:21 (11:9)-Niederlage gegen SV Union Halle-Neustadt II nichts zu feiern. Wobei das nicht wirklich die zweite Mannschaft der „Wildcats“ war, die Celle einen Besuch abstattete. Stattdessen sorgten drei Feldspielerinnen für Druck, die drei Tage zuvor noch in der Bundesliga zum Einsatz gekommen waren. Zudem stand im Tor die Nummer zwei der ersten Mannschaft, die spielfrei hatte.

Kader des Gegners als negative Überraschung

„Es ist schwierig, wenn man erst eine Dreiviertelstunde vor Spielbeginn erfährt, wer da kommt. Und auch vom Kopf her ist es im Spiel sehr anstrengend, wenn man weiß, dass einem Spielerinnen mit erhöhter Qualität gegenüberstehen“, sagte ein frustrierter SVA-Trainer Martin Kahle nach der knappen Niederlage. Frustriert war er auch deshalb, weil für sein Team mehr drin gewesen war.

Auch die acht Tore durch Fabienne Bahls (rechts) reichten nicht zum Erfolg.

Den Gästen gelang zwar der erste Treffer, aber die ersten Minuten gehörten dem SVA. Während einer Zwei-Minuten-Strafe für Halle-Neustadt II zogen die Altencellerinnen sogar von 5:3 auf 8:3 davon. Allerdings war das auch das einzige Mal, das eine Überzahlsituation so gut genutzt wurde. „Ansonsten war das Überzahlspiel eine Katastrophe. Da ist es auch egal, ob das Erstligaspielerinnen sind oder nicht“, monierte der SVA-Coach. Noch vor der Pause schrumpfte die Führung jedoch aufgrund vieler Fehler wieder. Gegenstöße wurden nicht genutzt, zudem verwarf Kristin Skorek zwei Siebenmeter. „Dadurch wurde es noch einmal unnötig eng. Wir haben das Spiel in der ersten Hälfte verloren“, stellte Kahle klar.

Abwehr-Umstellung sorgt für Probleme

Die knappe Führung hielt nach der Pause nicht mehr lange. Schon in der 35. Minute fiel der 12:12-Ausgleich durch Bundesligaspielerin Vanessa Dierks. Wenig später stand es 12:13, es war die erste Führung der Gäste seit dem 0:1. Halle-Neustadt stellte zur zweiten Halbzeit von einer 5:1-Abwehr auf eine 6:0-Deckung um. Damit hatten die Altencellerinnen große Probleme. Torhüterin Julia Garbe sorgte mit ein paar starken Paraden dafür, dass es eng blieb. Die Führungen wechselten, Fabienne Bahls sorgte zwischenzeitlich für das 19:17 (49.). Danach folgte auf Altenceller Seite aber nur noch ein Treffer. „Und mit 20 Toren kann man kein Spiel gewinnen“, so Kahle.

Torhüterin Julia Garbe hielt das Spiel zwar spannend, konnte aber die Niederlage auch nicht verhindern.

Halle-Neustadt witterte in der Schlussphase die Chance auf den Sieg und stellte in der 57. Minute auf 20:21. Zweimal hatte der SVA noch die Chance zum Ausgleich, verwarf aber. Dass man gegen Erstliga-Spielerinnen mit nur einem Tor Unterschied verloren hatte, war nach der Partie kein Trost. „Insgesamt ist die Niederlage schon sehr ärgerlich, weil wir für einen Sieg trotzdem in Frage gekommen waren“, sagte Kahle.

SV Altencelle: Garbe, I. Adam – T. Adam, Gerberding (1), Nuttelmann, Kahle, Ahrens (4), Makenthun, Skorek (3/3), Block, Bahls (8), Borges (1), Niemann (3), Voltmer, Wottschel.