3. Liga Nord

SV Altencelle empfängt „Wundertüte“ aus Halle

Auf den ersten Blick wirkt der nächste Gegner der Drittliga-Handballerinnen des SV Altencelle machbar, aber das kann täuschen. Die Vorbereitung fiel dem SVA extrem schwer.

  • Von Lisa Brautmeier
  • 25. Nov. 2022 | 17:35 Uhr
  • 25. Nov. 2022
Johanna Block (Mitte) vom SV Altencelle visiert das Tor an. Auch gegen SV Union Halle-Neustadt II will sich der SVA wieder treffsicher zeigen.
  • Von Lisa Brautmeier
  • 25. Nov. 2022 | 17:35 Uhr
  • 25. Nov. 2022
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Celle.

Darauf hat die Handballsparte des SV Altencelle lange gewartet. Der erste Doppelspieltag der Saison steht an. Zunächst haben die Verbandsliga-Männer am Samstag um 17 Uhr ihren Auftritt in der HBG-Halle. Um 19.49 Uhr folgen dann die Frauen mit ihrer Drittliga-Partie gegen SV Union Halle-Neustadt II. Die Fans können sich also gleich doppelt freuen und sich auf ein paar spannende Stunden einstellen.

SVA nur von den Zahlen her Favorit?

Für Spannung sorgte das Drittliga-Team zuletzt regelmäßig. Die Spiele der Altencellerinnen entschieden sich meist erst in den Schlussminuten oder sogar mit dem letzten Wurf aufs Tor. Beim kommenden Gegner gingen die meisten Spiele weniger eng zu. Vor allem bei den Niederlagen fällt auf, dass diese für Halle-Neustadt II meist sehr hoch ausfielen. So gab es zum Beispiel eine 16:39-Packung gegen HSG Blomberg-Lippe II oder ein 18:35 beim BV Garrel. Zuletzt unterlag das Team vor zwei Wochen zu Hause 22:34 gegen TV Hannover-Badenstedt. Mit 4:14 Punkten liegen die „Wildcats“ auf dem vorletzten Rang.

"Wir werden uns nicht von der Tabelle blenden zu lassen."

Martin Kahle, SVA-Trainer über die vermeintliche Favoritenrolle

Da steht Altencelle auf Platz sechs wesentlich besser da. Als wirklich aussagekräftig empfindet SVA-Trainer Martin Kahle diese Zahlen jedoch nicht. „Viele werden uns sicher als Favorit sehen. Das Schwierige ist, sich klarzumachen, dass das nicht so ist. Aber wir haben darüber gesprochen und werden uns nicht von der Tabelle blenden lassen“, so Kahle.

Vorbereitung schlecht möglich

Das Problem ist, dass die Bundesliga-Reserve aus Halle (Saale) ständig in anderer Konstellation spielt. So waren beim Sieg gegen den Vierten SC Markranstädt einige Spielerinnen der ersten Mannschaft mit dabei. Das Bundesligateam hat dieses Wochenende spielfrei. Von daher könnten auch einige Topspielerinnen den Weg nach Celle antreten. „Das wird eine absolute Wundertüte. Die große Frage wird sein, wer überhaupt mitkommt. Dementsprechend ist auch keine richtige Vorbereitung möglich“, sagt Kahle.

Gegen SC Markranstädt gewann der SV Altencelle mit Rückraumspielerin Fabienne Bahls (Mitte) nach tollem Kampf. Gelingt der nächste Heimsieg?

Im Training hat sich der SVA auf beide Abwehrtaktiken des Gegners eingestellt. Halle-Neustadt II kann eine gute 6:0-Deckung spielen, trat zuletzt gegen Badenstedt aber auch mit einem offensiveren Abwehrsystem an. In der Offensive gibt es zwar Abläufe, auf die sich der SVA einstellen könnte, wenn denn klar wäre, wer überhaupt spielt. „Grundsätzlich versuchen sie, viel mit zwei Kreisläuferinnen zu agieren. Allerdings wissen wir nicht, welche Spielertypen uns da erwarten“, sagt Kahle. Das bedeutet, dass Altencelle erst im Spiel reagieren und die richtige Taktik auswählen kann. Für den SVA geht es also zunächst darum, ins eigenen Spiel zu finden und sich auf die eigenen Stärken zu fokussieren.

Gegner ist technisch gut ausgebildet

Die Stärke des Gegners könnte neben der Variabilität vor allem in der Technik liegen. „Wie viele Zweitvertretungen ist auch Halle-Neustadt II in dem Bereich sehr gut ausgebildet“, weiß Kahle. Aber auch gegen andere technisch starke Teams konnte sich der SVA bereits durchsetzen. So zum Beispiel gegen SC Markranstädt, dem beim Besuch in der HBG-Halle kaum technische Fehler unterliefen, aber trotzdem ohne Punkte wieder nach Hause fuhr.

Bereits im Sommer erfolgreich

Wie man die „Wildcats“ schlägt, haben die Altencellerin dieses Jahr bereits gezeigt. Beim Luxat-Cup, einem Vorbereitungsturnier in Oyten, gewann der SVA mit 16:14. „Aber das Spiel lief nur zweimal 20 Minuten. Das kann kein Maßstab sein“, so Kahle, der voraussichtlich die komplette Mannschaft zur Verfügung haben wird.