TuS Bergen

Handballerinnen verzichten auf Oberliga

Die Handballerinnen des TuS Bergen haben sich dazu entschlossen, dass Abenteuer Oberliga nicht anzugehen. Das sind die Gründe.
  • Von Cellesche Zeitung
  • 23. Jun 2022 | 14:45 Uhr
  • 23. Jun 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 23. Jun 2022 | 14:45 Uhr
  • 23. Jun 2022
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Bergen.

Als TuS Bergens Handball-Damen am letzten Mai-Wochenende den Staffelsieg in der Landesliga Nord-Ost perfekt gemacht hatten, kannte der Jubel in der Heisterkamp-Halle kaum Grenzen. Am Ende eines überaus spannenden Meisterschaftsverlaufs, mit hin und her wechselnden Tabellenführungen und vielen knappen und überraschenden Ergebnissen, war den Grün-Weißen der Titel nach dem deutlichen 30:16 im letzten Heimspiel gegen den TSV Morsum nicht mehr zu nehmen. Der favorisierte VfL Horneburg musste sich mit dem zweiten Platz begnügen.

Nach geschafftem Aufstieg noch gejubelt

Nach acht Jahren Landesliga-Zugehörigkeit war Bergens Weg für die Rückkehr in die Oberliga damit eigentlich geebnet. Aber eben nur eigentlich, denn mit dem Aufstieg in die Oberliga wird es nichts. Nach intensiven Diskussionen im Kreis der Mannschaft steht nun fest: TuS Bergen verzichtet auf den Aufstieg in die Oberliga Nordsee und bleibt weiter Landesligist.

Oberliga ist kein Zwang

Dominik Blancbois, der seinen im Urlaub befindlichen Vater Uwe Blancbois zur Zeit als Abteilungsleiter vertritt, bestätigt das. „Die Mannschaft hat kontrovers diskutiert, abgestimmt und sich letztlich gegen einen Aufstieg entschieden. Das muss man akzeptieren, aber es ist natürlich immer blöd, wenn man Meister wird und dann auf den Aufstieg verzichtet. Ich persönlich hätte es gemacht, aber wir können ja keinen zwingen, Oberliga zu spielen“, sagt Blancbois.

Auch Ex-Trainer Daniel van Frayenhove, der mittlerweile das Traineramt beim Männerteam des Nordsee-Oberligisten TuS Rotenburg übernommen hat, hätte die Grün-Weißen gerne in der Oberliga gesehen. „Eine solche Chance kommt so schnell nicht wieder. Wer Meister wird, sollte auch aufsteigen“, meinte der 39-Jährige kurz vor seinem Abschied aus Bergen.

Intensive Diskussionen vor Entscheidung

Ein heikles Thema, an dem sich innerhalb des Berger Mannschaft bei viel Für und Wider offensichtlich die Geister schieden. „In einer ersten Besprechung sind wir zu keiner Entscheidung gekommen. Nach einer Woche Bauchschmerzen und „darüber schlafen“ haben wir uns ein zweites mal getroffen und dann mit knapper Mehrheit den Verzicht auf die Oberliga beschlossen“, gibt Rückraumspielerin Sabrina Wellmann Auskunft.

Kader nicht oberligatauglich

Die ausschlaggebenden Gründe sind gut nachvollziehbar. „Unser Kader ist nicht wirklich oberligatauglich, wichtige Verstärkungen sind nicht in Sicht. Doch schlimmer ist, dass wir immer noch auf Trainersuche sind und so total in der Luft hängen. Das sind ganz schlechte Voraussetzungen, um sich auf ein „Oberliga-Abenteuer“ einzulassen, das unter diesen Voraussetzungen böse ausgehen könnte“, erklärt Wellmann.

Jüngere Spielerinnen waren Feuer und Flamme

Auch der in der Oberliga höhere Zeit- und Trainingsaufwand hätten eine Rolle gespielt. Hinzu kämen viele berufliche und familiäre Verpflichtungen. „Unsere Jüngeren waren Feuer und Flamme für den Aufstieg und sind jetzt sehr traurig und enttäuscht. Aber insgesamt gesehen, sind wir eine „alte Mannschaft“, aus der viele den Weg in die deutlich stärkere Oberliga einfach nicht mehr mitgehen wollten. So ist es nun mal“, führt Sabrina Wellmann aus.

Von Jochen Strehlau