Dritte Liga

Einfache Fehler bringen SV Altencelle um Punkte

Ärgerliche Niederlage für die Altenceller Handballerinnen: Beim Thüringer HC II verlor der Aufsteiger durch Abwehrfehler, Fouls und verworfene Siebenmeter.

  • Von Sebastian Salpius
  • 04. Dez. 2022 | 17:15 Uhr
  • 04. Dez. 2022
Lara Niemann (Mitte) und ihre Teamkolleginnen blieben zum zweiten Mal in Folge punktlos. Niemanns Siebenmetertor zum 25:26 kam für Altencelle zu spät. Zuvor scheiterten Skorek und Nuttelmann vom Punkt (Archivfoto).
  • Von Sebastian Salpius
  • 04. Dez. 2022 | 17:15 Uhr
  • 04. Dez. 2022
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Bad Langensalza.

"Wir haben nur knappe Spiele, und da kann jede Aktion entscheidend sein", bestätigte Martin Kahle, Trainer der Handballerinnen vom SV Altencelle, am Samstag seine bisherige Saison-Erkenntnis. Beim Thüringer HC II wurden seine Cellerinnen einmal mehr ihrer Rolle als Spannungsgaranten der Liga gerecht.

"Es war eine vermeidbare Niederlage. Wir haben grandios gekämpft, aber leider ein bisschen zu viele einfache Fehler gemacht."

Altencelles Trainer Martin Kahle

Dieses Mal schlug das Pendel aber - genau wie in der Vorwoche gegen Halle-Neustadt II - für den Gegner aus. Die Zweitvertretung des Bundesligisten gewann denkbar knapp mit 27:25. "Es war eine vermeidbare Niederlage. Wir haben grandios gekämpft, aber leider ein bisschen zu viele einfache Fehler gemacht", fasste Kahles das Spiel zusammen.

Kurzer Arbeitstag: Altencelles Lara Gerberding (am Ball) bekam bereits nach 17 Minuten die Rote Karte wegen eines harten Foulspiels (Archivfoto).

Zwei Platzverweise als Schlüsselszene

Im Nachholspiel des 1. Spieltags lieferten sich der THC und Altencelle eine offene Anfangsphase. Keine der beiden Mannschaften erspielte sich in der ersten Viertelstunde einen klaren Vorsprung. Doch dann folgte beim Stand von 9:8 für die Thüringerinnen eine Schlüsselszene: Altencelles Lara Gerberding lief in eine Gegenspielerin hinein und kassierte folgerichtig die Rote Karte. "Dann begeht Ines Wottschel im Angriff einen Wechselfehler, bekommt eine Zeitstrafe und wir sind erst einmal aus dem Rhythmus", zeichnete Kahle den anschließenden Spielverlauf nach. Thüringens Lydia Jakubisova traf gleich drei Mal in Serie und baute die Führung auf 13:9 aus.

Natasha Ahrens (am Ball) zeigte in Bad Langensalza eine sehr gute Leistung, doch ihre sieben Tore reichten nicht für den erhofften Sieg in Thüringen (Archivfoto).

Die 125-fache slowakische Nationalspielerin war mit acht Treffern die überragende Akteurin. "Lina Borges und Trisha-May Adam hatten in der Abwehr Probleme mit Lydia", gab Kahle zu. Der THC hielt den Vier-Tore-Vorsprung bis zur Pause aufrecht. Halbzeitstand: 16:12 für den THC. Quasi mit dem Pausenpfiff gab es aber noch einen Aufreger: Bei einem Freiwurf traf Thüringens Kim Ott Natasha Ahrens im Gesicht. Ein unabsichtlicher Fehler, der aber regelkonform mit einer Roten Karte quittiert wurde. Kahle richtete nach dem Spiel ein Sonderlob an den Unparteiischen Matthias Mischinger: "Er hat alles korrekt gepfiffen."

SVA dreht nach Seitenwechsel auf

Altencelle kämpfte sich nach der Pause durch eine Drei-Tore-Serie auf 15:16 heran. Zwei Treffer gingen dabei auf das Konto von Natasha Ahrens. "Sie war vorne wie hinten einfach gut", freute sich Kahle über die starke Leistung. In der 41. Minute gelang Lara Niemann endlich der ersehnte Ausgleichstor zum 18:18, drei Minuten später bejubelte Johanna Block die Altenceller Führung.

"Da machen wir leichte Passfehler im Rückraum. Das war in der Situation in Summe einfach zu viel."

Martin Kahle über den Leistungseinbruch

Doch nachdem Niemann das zwischenzeitliche 21:20 für den SVA erzielt hatte, folgte ein erneuter Leistungseinbruch. Die THC-Reserve drehte das Spiel in dieser Phase durch drei Tore in Serie. "Da machen wir leichte Passfehler im Rückraum. Das war in der Situation in Summe einfach zu viel", so Kahle. Femke Nuttelmann verwarf beim Stand von 21:23 einen Siebenmeter - dasselbe Malheur war der ansonsten so zuverlässigen Kristin Skorek bereits im ersten Durchgang passiert.

Fabienne Bahls kassierte gegen den Thüringer HC II gleich zweimal die Zwei-Minuten-Strafe. Mit fünf Treffern war sie aber auch drittbeste Werferin des SVA (Archivfoto).

Hoffnungsschimmer in hektischer Schlussphase

Doch auch der anschließende 24:21-Rückstand brach den Willen der Altencellerinnen nicht. Das Kahle-Team kam zum 23:24-Anschluss, ehe der THC selbst wieder doppelt traf. Nach 56 Minuten warf Fabienne Bahls das 24:26 und kassierte anschließend ihre zweite Zwei-Minuten-Strafe. Das hektische Spielende verfolgte sie somit von der Bank. Nachdem THC-Spielerin Sarah Kupke den fälligen Siebenmeter verwarf, nahm Kahle die dritte Auszeit. Direkt im Anschluss bekam seine Mannschaft selbst einen Siebenmeter zugesprochen. Niemann brach als dritte Schützin endlich den Bann und erzielte das 25:26.

Spielertrainerin Jakubisova reagierte ebenfalls mit einer Auszeit. "Da war Thüringen in Überzahl und wir mussten sie werfen lassen. Wir haben es mit einer Wurffalle probiert, aber sie haben die Zeit bis zur letzten Sekunde runtergespielt", bedauerte Kahle. Mit der Schlusssirene traf Paula Büttner noch zum 27:25-Endstand, der Altencelles Niederlage besiegelte.

Der Thüringer HC II zog durch den Erfolg in der Tabelle an Altencelle vorbei. Doch das Kahle-Team rangiert mit neun Punkten und einem ausstehenden Spiel noch immer knapp vor den Abstiegsplätzen.

Altencelle: Garbe, I. Adam - T. Adam (1), Gerberding, Nuttelmann (3), Kahle, Ahrens (7), Borges, Makenthun, Skorek, Block (3), Bahls (5), Niemann (6/1), Voltmer, Wottschel