Neuer Handball-Chef

Lehnhoff setzt bei SV Altencelle auf Kontinuität

Ex-Handballprofi Lars Lehnhoff ist neuer Abteilungsleiter beim SV Altencelle. Der CZ verrät der 36-Jährige, was ihn antreibt und welche Ziele er mit SVA hat.

  • Von Stefan Mehmke
  • 19. Nov. 2022 | 17:00 Uhr
  • 19. Nov. 2022
  • Von Stefan Mehmke
  • 19. Nov. 2022 | 17:00 Uhr
  • 19. Nov. 2022
Anzeige
Altencelle.

Stühlerücken in der Handball-Sparte des SV Altencelle: Wie die CZ berichtete, ist Lars Lehnhoff neuer Abteilungsleiter des Klubs. Der 36-Jährige ist damit Nachfolger von Reinhard Roselieb (53), der das Amt nach fünf Jahren abgibt und neuer Jugendleiter wird. Dort löst er den Co-Trainer der ersten Mannschaft, Frederik Hövermann (36) ab, der seinerseits als neuer Kassenwart fungiert und damit wiederum Lehnhoff beerbt.

Ringtausch ohne Reibereien

Wer hinter dem Ringtausch Böses erahnt, liegt falsch. Schließlich bleiben alle Mitglieder des Vorstands dem SV Altencelle erhalten, nur eben in neuer Funktion. Warum das Ganze? Den Anstoß gab Reinhard „Tutscho“ Roselieb, der derzeit beruflich stärker eingespannt ist. Es lag also nahe, Lehnhoff als Abteilungsleiter vorzusehen. Er hat als Ex-Profi in Burgdorf das nötige Know-How und viele Kontakte.

Lehnhoff sieht sich nicht als Chef

Als Abteilungsleiter müsse er nur darauf achten, dass alle Räder ineinander greifen und stets als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Lehnhoff sieht sich dabei weder als Chef, noch als „Mädchen für alles“ und schon gar nicht als Supervisor.

Zauberwort heißt Kontinuität

Denn an erster Stelle stehe etwas ganz anderes: „Wir wollen das weiterführen, was unsere Tante Liselotte Schwöbel mit der Handball-Abteilung erschaffen hat“, sagt Lehnhoff. Hier heißt das Zauberwort „Kontinuität“. Wozu die führen kann, sieht man auch an den sportlichen Ergebnissen der ersten Mannschaften. Die Frauen spielen 3. Liga, die Männer mischen in der Verbandsliga oben mit. „Es ist ein Traum, wer hätte das für möglich gehalten?“, fragt Lehnhoff und vergisst nicht, alle Beteiligten zu loben. „Ohne die vielen Freiwilligen und Ehrenamtlichen wäre das alles nicht möglich. Wir haben hier ein tolles Team und das soll auch so bleiben. Und natürlich spielen wir in einer Bombenhalle mit Super-Fans.“

SV Altencelle lässt Kirche im Dorf

Während mancher Handball-Fan vielleicht schon wieder von großen Zeiten à la SVG Celle träumt, deren Frauenteam es einst bis in die Bundesliga schaffte, lassen die Verantwortlichen in Altencelle die Kirche im Dorf. Schon jetzt macht der SVA mit recht kleinem Geld relativ Großes möglich. Dennoch bleibt der Klassenerhalt für die Drittliga-Damen genauso das Ziel wie eben ein Platz im oberen Drittel für die Männer am Saisonende.

Wenn ich helfen kann mit Kontakten, dann rufe ich natürlich jemanden an, den ich kenne.“

Lars Lehnhoff, neuer Handball-Abteilungsleiter beim SV Altencelle

Lehnhoff will Kontakte nutzen

Für Träumereien bleibt da kein Platz, anders als zum Beispiel in Hannover-Vinnhorst, wo ein Sponsor Millionen in eine Drittliga-Truppe pumpt. Dass Lehnhoff als Ex-Profi Ähnliches anstrebt, ist nicht der Plan. „Wenn ich helfen kann mit Kontakten, dann rufe ich natürlich jemanden an, den ich kenne“, sagt der neue Mann und alte Bekannte an der SVA-Spitze. Wie in der vergangenen Saison, als er als SVA-Trainer den höherklassig erfahrenen Lars Wagner ins Tor holte, als keine Alternative mehr zur Verfügung stand.

Jugend liegt dem Ex-Handballprofi am Herzen

Lehnhoff engagiert sich auch weiter im Kleinen – wie in der Ballspielgruppe der kleinsten Handballer. „Das liegt mir am Herzen und ich hoffe, dass da für die Jugend einiges hängenbleibt“, so Lehnhoff. Aber ein Millionen-Mäzen sei nun mal nicht in Sicht. Und so soll es einfach weitergehen, wie bisher: kontinuierlich. „Wir nehmen uns alle in die Pflicht. Und wenn alle ein bisschen mehr in den Topf geben, als sie herausnehmen, dann werden wir weiter Erfolg haben“, glaubt Lehnhoff. Dem SVA, Celles Handball-Fans und der ganzen Stadt ist das zu wünschen.