Landespokal

Eintracht Celle gelingt Überraschung bei Lupo

Damit hatten sie selbst nicht gerechnet: MTV Eintracht Celle hat durch einen Sieg bei Lupo Martini Wolfsburg das Landespokal-Achtelfinale erreicht.
  • Von Oliver Schreiber
  • 31. Juli 2022 | 19:00 Uhr
  • 31. Juli 2022
  • Von Oliver Schreiber
  • 31. Juli 2022 | 19:00 Uhr
  • 31. Juli 2022
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Wolfsburg.

Vorbereitung mit vielen Problemen, Verlust wichtiger Spieler, durchwachsene Testspiele – all diese Sorgen waren am Sonntagnachmittag wie weggeflogen. Fußball-Oberligist MTV Eintracht Celle hat in der 1. Runde des Landespokals bei Favorit Lupo Martini Wolfsburg für eine Überraschung gesorgt und durch einen 3:1-Sieg das Achtelfinale erreicht. Dort steht endlich mal wieder ein Heimspiel auf dem Programm. Und zwar in der zweiten Augustwoche gegen 1. FC Germania Egestorf-Langreder (2:0 gegen Arminia Hannover), ein weiteres Topteam der Oberliga. „Die Vorzeichen standen nicht gut, wir haben uns praktisch selbst überrascht. Wir haben gegen einen fußballerisch besseren Gegner mit Leidenschaft dagegengehalten, waren bei brütender Hitze sehr fleißig und haben am Ende auch nicht unverdient hier gewonnen“, erklärt ein zufriedener Trainer Hilger Wirtz.

Die „italienischen Wölfe“ setzten Eintracht in der Anfangsphase mächtig unter Druck, doch die Celler agierten in der Defensive sehr diszipliniert und befreiten sich sukzessive aus der Umklammerung. „Da ist schon einiges auf uns eingeprasselt. Da haben sich alle bei Lupo gut bewegt und gezeigt, was sie fußballerisch draufhaben. Aber wir haben gut verteidigt, unsere Viererkette war sehr aufmerksam“, sagt Wirtz.

Gute Arbeit in der Defensive

Nach acht Minuten tauchten die Gäste erstmals gefährlich vor dem Tor auf, doch Faisal Soma verpasste eine Hereingabe knapp. Der schnelle Außenbahnspieler hatte in der 36. Minute eine weitere gute Einschussmöglichkeit, aber er zielte aus 17 Metern zu ungenau.

Im Gegenzug hatten die Celler Glück, dass Muzaffer Can Degirmenci frei vor Keeper Marc Perrei aus zehn Metern nur den Außenpfosten traf. Lupo tat sich generell schwer, gegen die engagiert und konsequent verteidigenden Blau-Weißen Chancen zu kreieren. Giosue Tortora verfehlte das Tor knapp (20.), Perrei wehrte einen Schuss von Andrea Rizzo mit einer Faust ab (42.). Zudem musste Innenverteidiger Yannik Ehlers einmal in höchster Not klären. Insgesamt ließ der MTVE aber wenig zu.

Die Eintracht stand ihrerseits in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs vor dem 1:0, als Collin Sarnowski nach schönem Zusammenspiel mit Alexander Laube aus spitzem Winkel draufhielt, Lupo-Torwart Marius Sauss den Ball nicht unter Kontrolle bekam, aber in der Mitte jemand für einen Abstauber fehlte.

Zu viele Nachlässigkeiten direkt nach Wiederanpfiff

Nach dem Seitenwechsel leistete sich der MTVE zunächst einige Nachlässigkeiten im Spielaufbau und brachte sich dadurch selbst in Bedrängnis. Glücklicherweise schlugen die Wolfsburger daraus aber kein Kapital. Bis zur 55. Minute. Linksaußen Junior Ebot-Etchi spazierte bei seinem Solo durch die Eintracht-Abwehr, legte quer auf Degirmenci, der aus Nahdistanz zur Lupo-Führung traf. „Da haben wir ausnahmsweise mal nicht gut verteidigt, so darf er da nicht durchmarschieren“, moniert Wirtz.

Eintracht reagiert schnell auf Rückstand

Doch die Celler erholten sich schnell von diesem Schock. Nach einer Kombination über Laurin Bonk und Luca van Eupen stand Alexander Laube blank vor dem Tor, seinen Schuss lenkte Sauss mit einem Reflex zur Ecke ab. Die trat Hilger von Elmendorff in den Strafraum, dort flipperte die Kugel hin und her, bis sie bei van Eupen landete, der zum Ausgleich einnetzte.

Mit diesem Tor zog der Außenseiter den „Wölfen“ die Zähne, von Lupo kam gar nichts mehr. Dafür umso mehr von den Cellern. In der 86. Minute fingen sie einen harmlosen Angriff der Hausherren ab, Michael Trautmann passte lang auf Laube, der sich durch die Wolfsburger Deckung „wurschtelte“, den Ball irgendwie an Torwart Sauss vorbei zu van Eupen spitzelte, der keine Mühe hatte zu vollstrecken.

"Duett der Joker" sorgt für Entscheidung

In der Nachspielzeit sorgte Toufik Cheriet nach Vorlage von Trautmann im „Duett der Joker“ für die Entscheidung. „Lupo wirkte am Ende müde, wir waren bis zum Schluss hellwach. Jetzt freuen wir uns darauf, endlich mal wieder ein Heimspiel im Pokal zu haben. Gegen Egestorf wird es aber noch schwerer werden. Aber wir haben ja gezeigt, was mit Fleiß, Leidenschaft und Disziplin alles möglich ist. Das müssen wir in allen Spielen zeigen, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen“, meint Wirtz.

MTV Eintracht Celle: Perrei – Bonk, Wede, Ehlers, Sarnowski – Kiy, von Elmendorff – Soma (84. Trautmann), Keita (74. Cheriet), Laube (90. Kizilhan) – van Eupen.

Tore: 1:0 Demirgenci (55.), 1:1 van Eupen (62.), 1:2 van Eupen (86.), 1:3 Cheriet (90.+1).