Landesliga

Westercelle kämpft mit zwei Neuzugängen um Klassenerhalt

Der VfL Westercelle ist Vorletzter der Fußball-Landesliga. Trainer Sebastian Zich erklärt im Interview, wie es dazu kam, welche personellen Veränderungen es gibt und wie der VfL noch die Abstiegsplätze verlassen kann.

  • Von Lisa Brautmeier
  • 09. Jan. 2023 | 14:30 Uhr
  • 09. Jan. 2023
Wirklich rund läuft es für den VfL Westercelle noch nicht. Das liegt auch daran, dass Stürmer Fabian Woitschek (rechts) krankheitsbedingt nicht sein mögliches Niveau erreichen konnte. Trainer Sebastian Zich blickt trotzdem optimistisch Richtung Rückrunde.
  • Von Lisa Brautmeier
  • 09. Jan. 2023 | 14:30 Uhr
  • 09. Jan. 2023
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Westercelle.

Womöglich hatten die Verantwortlichen des Landesligisten VfL Westercelle schon vor der Saison so ein Gefühl, dass es schwierig werden könnte. Als Ziel hatten die Fußballer den Klassenerhalt ausgegeben. Angesichts der derzeitigen Tabellensituation kann es bei der Zielvorgabe auch keine Korrektur nach oben geben. Mit 17 Punkten steht der VfL tief im Keller auf dem vorletzten Platz. Hoffnung macht der Abstand nach oben. Der erste Nichtabstiegsplatz ist nur vier Zähler entfernt. Die Aufholjagd soll am 12. Februar starten. Dann geht es für den VfL in der Landesliga zu Hause gegen VSV Hedendorf/Neukloster weiter.

Im Interview erklärt VfL-Trainer Sebastian Zich, was die Gründe für die aktuelle Platzierung sind, welche personellen Veränderungen anstehen und wie er mit seinem Team bis Saisonende aus der Abstiegszone klettern möchte.

Herr Zich, die Hinrunde lief aus Westerceller Sicht sicher anders als erwartet. Wie würden Sie den Saisonverlauf bisher beschreiben?

Wir haben uns etwas ganz anderes erhofft. Aber die vielen Ausfälle waren dann teilweise nicht mehr zu kompensieren gewesen. Wir hatten auch Achtungserfolge gegen Harsefeld, Drochtersen oder zuletzt im Rückrundenspiel gegen Hagen. Solche Spiele sind zwar gut für die Moral, aber wir waren leider in den Sechs-Punkte-Spielen nicht wirklich erfolgreich. Diese waren entscheidend dafür, dass wir jetzt da stehen, wo wir stehen.

Nur gegen Treubund Lüneburg gab es für den VfL Westercelle und Jannis Ebel (Mitte) einen nie gefährdeten Sieg.

Gegen die Teams, die derzeit mit dem VfL die Abstiegsplätze belegen, gab es tatsächlich nur je einen Punkt gegen VSV Hedendorf/Neukloster und den derzeit Letzten FC Hambergen. Warum tut sich das Team gegen direkte Konkurrenten so schwer?

Gegen die oberen Teams konnten wir teilweise gut mithalten, weil wir defensiv gut gestanden sind und uns gegen den Ball behauptet haben. Gegen die unteren Teams hatten wir selbst zwar mehr Ballbesitz, konnten diesen aber nicht so ausspielen, dass wir vorne den Ball nur noch über die Linie drücken mussten. Zudem haben wir etliche Torchancen auch leichtfertig vergeben. Was uns in der Rückrunde der Vorsaison noch ausgezeichnet hat, haben wir diese Saison nur selten auf den Platz bringen können.

Der VfL hat die schlechteste Tordifferenz, die meisten Gegentore und nie zu Null gespielt. Was sind die Gründe für diese Zahlen?

Zum Teil ist das sicher auch mit den Personalproblemen zu erklären. Aber hauptsächlich haben wir vor den Gegentoren einfach zu viele leichtfertige Fehler gemacht, seien es Ballverluste oder Stellungsfehler. Der Gegner hat diese gut genutzt und sofort bestraft. Wir hingegen konnten solche gegnerischen Fehler selten nutzen.

Nicht nur in der Abwehr läuft es nicht rund, auch die Stürmer zeigen sich bislang wenig treffsicher. Hätten Sie da von einigen Spielern mehr erwartet?

Ich habe von Fabian Woitschek (2 Tore in 14 Ligaeinsätzen) mehr erwartet, aber da mache ich mir keine Sorgen. Das wird in den kommenden Spielen ein anderes Kaliber. Er hatte auch mit Krankheiten zu kämpfen, sodass er körperlich einfach nicht auf dem Level war, das wir von ihm bräuchten. Auf normalem Niveau ist er auf jeden Fall ein Unterschiedsspieler.

Lukas Bonk (rechts) kehrt nach einem Jahr Abwesenheit zum VfL Westercelle zurück.

Hat es im Kader während der Winterpause Veränderungen gegeben?

Abgänge gibt es keine. Die beiden Innenverteidiger Lukas Bonk, der vor einem Jahr vom VfL zum SV Lengede gewechselt ist, und der frühere Westerceller U19-Spieler Paul Morgenstern (zuletzt beim TuS Celle FC) kehren zurück. Ich weiß, dass Lukas sich in einer guten Landesligamannschaft zum Stammspieler gemausert hat, Erfahrungen sammeln konnte und uns damit sicher weiterhelfen wird.

Wie sieht es bei den Spielern aus, die zuletzt verletzt fehlten?

Ich hoffe, dass alle zum ersten Punktspiel wieder einsetzbar sind. Zum Trainingsauftakt am 3. Januar hatten wir mit den U19-Spielern 24 Feldspieler und zwei Torhüter auf dem Platz. Das ist schon eine ordentliche Marke, auch wenn einige noch individuell trainiert haben.

Die ersatzgeschwächte Landesliga-Elf war in der Hinrunde auf die U19-Spieler wie Finn Johannesmann (rechts) angewiesen.

U19-Spieler wie zum Beispiel Finn Johannesmann, Jannis Ebel oder Kolja Überheim kamen aufgrund der Personalnot regelmäßig zum Einsatz. Wie gefielen Ihnen die Auftritte der A-Junioren?

Ich bin sehr zufrieden mit deren Leistung. Natürlich ist es ein großer Unterschied, ob man U19-Landesliga oder Herren-Landesliga spielt. Aber ich war wirklich positiv von dem überrascht, was sie geleistet haben. In der Hinrunde war es enorm wichtig, dass sie dabei waren.

Woran müssen Sie mit ihrer Mannschaft noch am meisten arbeiten?

An allen möglichen Ecken und Enden. Am wichtigsten ist es, das Spiel mit dem Ball zu verbessern. Da haben wir in der Hinrunde einiges vermissen lassen.

Warum wird der VfL Westercelle am Saisonende nicht auf einem Abstiegsplatz stehen?

Weil wir letztes Jahr eine geile Rückrunde gespielt haben. Daher habe ich die Hoffnung, dass es dieses Jahr ähnlich läuft. Ich hoffe auf eine gute Rückrunden-Vorbereitung auf Kunstrasen, in der wir uns einspielen können, um erfolgreich in die ersten Spiele zu starten. Wenn wir möglichst verletzungsfrei bleiben haben wir mit einem großen Kader auch die Qualität, die Klasse zu halten.