Landesliga

Tolle Westerceller Moral wird mit Punkt belohnt

Mit einer Energieleistung hat der VfL Westercelle gegen SV Drochtersen-Assel II trotz 70-minütiger Unterzahl noch einen Punkt gerettet.
  • Von Oliver Schreiber
  • 04. Dez. 2022 | 19:33 Uhr
  • 04. Dez. 2022
Der VfL Westercelle bejubelt den 1:0-Führungstreffer durch Johannes Wunsch. Der traf auch zum 3:3-Endstand.
  • Von Oliver Schreiber
  • 04. Dez. 2022 | 19:33 Uhr
  • 04. Dez. 2022
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Westercelles Niklas Haase (Mitte) versucht, sich gegen die Drochterser Max Reichardt (links) und Samuel-Maurice Esser zu behaupten.
Westercelle.

Sebastian Zich war stolz auf seine Mannschaft. „Das war eine tolle Leistung von uns. Wir haben uns gegen alle Widerstände gestemmt, Rückschläge weggesteckt und bis zum Umfallen gekämpft. Es war sogar ein Sieg drin“, erklärte der Trainer des Fußball-Landesligisten VfL Westercelle unmittelbar nach dem 3:3 (2:2) gegen die Regionalliga-Reserve der SV Drochtersen-Assel. Die ersatzgeschwächten Schwarz-Gelben kickten dabei 70 Minuten in Unterzahl, bogen einen Rückstand um und wurden am Ende für ihre vorbildliche Moral mit einem Punkt belohnt.

Westercelles Fabian Woitschek (vorne), hier im Duell mit Max Reichardt, war von der Drochterser Abwehr kaum zu bremsen.

Zudem gab die blutjunge VfL-Truppe (unter anderem ohne die Routiniers Philip Boie und Tim Runge) die Rote Laterne an den FC Hambergen weiter, der Rückstand zum rettenden Ufer beträgt nur drei Zähler. „Natürlich hätte uns tabellarisch ein Sieg gut getan. So, wie die Jungs heute aufgetreten sind, hätten wir das auch geschafft, wenn wir elf gegen elf gespielt hätten“, meinte Zich.

Westercelles Calvin Smith (am Ball) bereitete den 2:1-Führungstreffer vor.

Die Westerceller starteten furios in die Partie, waren hellwach, griffig und engagiert. Bereits nach vier Minuten gingen sie mit 1:0 in Führung. Fabian Woitschek zirkelte einen Freistoß von rechten Seite mit links auf den Kopf des aufgerückten Innenverteidigers Johannes Wunsch, dessen Aufsetzer schlug hoch im Gehäuse ein.

Gäste-Torwart offenbart große Schwächen

Nach ähnlichem Muster hätten die Hausherren nur drei Minuten später fast auf 2:0 erhöht. Nach einer Ecke von Woitschek war erneut Wunsch zur Stelle, seinen Kopfball wehrte Torwart Nico Gürtler, der bei hohen Bällen große Schwächen offenbarte, mit mehr Glück als Geschick ab.

Rote Karte für Sangare nach Notbremse

Doch statt einer 2:0-Führung kam es für den VfL binnen fünf Minuten knüppeldick. Nach einem Fehlpass von Finn Johannesmann stoppte Oumar Mary Sangare nach rund 20 Minuten den alleine aufs Tor zulaufenden Drochterser Angreifer mit einer Notbremse kurz vor dem Strafraum – Schiedsrichter Tom-Florian Holzky zückte zu Recht die Rote Karte. Zu allem Überfluss fiel im Anschluss gleich der Ausgleichstreffer. Der Freistoß landete zunächst noch an der Unterkante der Latte, den Abpraller köpfte dann aber Fabian von Essen ins Tor. Nur drei Minuten später brachte Laurin Kibellus Alexander Zielke am linken Strafraumeck zu Fall, den fälligen Elfmeter verwandelte Zielke selbst – und plötzlich stand es 1:2.

Voller Einsatz: Westercelles Jannis Ebel (hinten) "bespringt" Drochtersens Fabian von Essen.

Doch die Westerceller ließen die Köpfe nicht hängen und stemmten sich trotz Unterzahl gegen die drohende Niederlage. Mit Erfolg und einem sehenswerten Angriff. Woitschek passte den Ball auf den rechts durchstartenden Calvin Smith, der in der Mitte den freistehenden Kolja Überheim bediente, der die Kugel aus Nahdistanz zum 2:2 ins Netz beförderte (42.).

Westercelles Kolja Überheim (rechts), hier im Duell mit Drochtersens Bennet Wittig, schoss sein erstes Landesliga-Tor in dieser Saison.

Auch nach dem Seitenwechsel war nicht erkennbar, dass Drochtersen einen Mann mehr auf dem Platz hatte. Der VfL war spätestens ab der 65. Minute dem Sieg sogar näher. Da nutzte Wunsch erneut seine Lufthoheit und bugsierte den von Überheim hoch vors Tor gespielten Ball zum 3:2 über die Linie.

Die Westerceller schnupperten am Dreier, aber in der 80. Minute fiel dann doch noch der 3:3-Ausgleich, als das Spielgerät durch den Strafraum flipperte, die Schwarz-Gelben es nicht aus der Gefahrenzone bekamen und Samuel-Maurice Esser aus der Drehung ins lange Eck traf. „Ein Freistoß, ein Elfmeter und ein Ping-Pong-Tor – solche Dinger bekommst du nur, wenn du unten drin steckst. Aber das soll unsere hervorragende Mannschaftsleistung nicht schmälern. Auf diesem Spiel können wir aufbauen“, betonte Zich.