Frauen Bezirkspokal

ESV Fortuna scheitert nach Drama in zwei Akten

Erst eine 4:1-Führung verspielt, dann vom Punkt gescheitert: Fortuna Celle erlebte gegen den SV Eintracht Lüneburg II ein bitteres Viertelfinal-Aus. Das dramatische Elfmeterschießen gibt es im Video.

  • Von Sebastian Salpius
  • 04. Dez. 2022 | 15:00 Uhr
  • 05. Dez. 2022
Tragische Heldin der Fortuna: Aileen Holz (weißer Dress) erzielte zwar drei Celler Tore, ließ aber auch viele Chancen liegen. Damit war sie am Samstag nicht allein.
  • Von Sebastian Salpius
  • 04. Dez. 2022 | 15:00 Uhr
  • 05. Dez. 2022
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Früher Torjubel: Weil Lisa Zimmermann (Nr. 9) die Übersicht behielt, konnte Aileen Holz den Ball mit etwas Glück zum 1:0 einschieben. 
Westercelle.

Das Ende war an Dramatik kaum zu überbieten: Nachdem ihr Schuss über den Querbalken flog, sank Chantal Angersbach am Elfmeterpunkt auf die Knie und vergrub ihr Gesicht in den Torwarthandschuhen. Während die Lüneburgerinnen freudestrahlend über den Kunstrasen hüpften, spendeten die Celler Spielerinnen ihrer Torfrau Trost. Angersbach hatte am Samstag die undankbare Aufgabe des letzten Elfmeters übernommen. Beim Stand von 6:7 für den SV Eintracht Lüneburg II beendete ihr Fehlschuss ein tragisches Bezirkspokal-Viertelfinale aus Fortuna-Sicht. „Ich habe Chantal gesagt, dass es heute nicht an ihr lag“, so Trainer Steffen Damaschke, der damit goldrichtig lag.

Halbzeitführung trotz Celler Chancenwucher

Bereits nach sieben Minuten bewahrte die ESV-Keeperin ihr Team mit einer starken Parade vor dem Rückstand. Es war ein Weckruf für die Cellerinnen, die nun ihr Heil in der Offensive suchten. Aileen Holz und Linda Leier ließen zunächst zwei Mega-Chancen aus kürzester Distanz liegen. Wenig später war Stürmerin Lisa Zimmermann allein vor dem Tor, umkurvte die Lüneburger Torfrau und bediente Holz, die in der Mitte das verdiente 1:0 (14.) erzielte.

Celle störte die ersatzgeschwächten Gäste früh. Nach einem der hohen Ballgewinne verpasste Zimmermann um Zentimeter das 2:0. Auf der anderen Seite parierte Angersbach glänzend gegen die beste Lüneburgerin Nadja Kühl. 20 Minuten später kam die Stürmerin nach einer Unachtsamkeit der Fortuna-Abwehr frei zum Schuss. Angersbach warf sich dazwischen, doch der Ball sprang Kühl vor die Füße - sie schob zum 1:1 ein. Direkt im Gegenzug stellte Holz jedoch mit einem satten Rechtsschuss den alten Abstand wieder her und verpasste anschließend knapp ihr drittes Tor.

"Das habe ich so noch nie erlebt. Dass wir in den letzten zehn Minuten so einbrechen, darf uns nicht passieren."

ESV-Trainer Steffen Damaschke

Damaschke nach Schlussphase fassungslos

Die Fortuna war auch im zweiten Durchgang das gefährlichere Team, dessen größtes Manko die Chancenverwertung blieb. Ausgerechnet eine missglückte Knie-Ballannahme von Holz sprang schließlich zum 3:1 ins Tor. Zehn Minuten später sorgte Lisa Schoenemanns 4:1 für die vermeintliche Vorentscheidung. Doch weil die Fortuna weitere Chancen ungenutzt ließ, sorgte Kühls 2:4-Treffer (78.) noch einmal für Spannung. Und nachdem Holz freistehend das 5:2 verpasste, erzielte Kühl völlig ungestört das Lüneburger Anschlusstor (84.).

Celles Sarah Kandora (weißer Dress) machte im Mittelfeld ein starkes Spiel und bekam für ihr Laufleistung ein Sonderlob von Trainer Damaschke. 

Die Fortuna verteidigte nun löchrig und kassierte eine Minute später den 4:4-Nackenschlag. "Das habe ich so noch nie erlebt", sagte Damaschke fassunglos. "Dass wir in den letzten zehn Minuten so einbrechen, darf uns nicht passieren."

Elfmeterschießen bringt die Entscheidung

Zimmermann hätte am Ende noch per Freistoß für den Lucky Punch sorgen können. Doch die Fortuna-Kapitänin blieb beim Torabschluss ohne Glück. Sinnbildlich: Im anschließenden Elfmeterschießen traf sie den Innenpfosten. Und weil nur Jaskulla und Holz ihre Elfmeter verwandelten, lastete der Druck beim Stand von 6:7 auf Angersbach.

Das dramatische Elfmeterschießen im Video

Sie übernahm die Verantwortung und zielte zu hoch. Somit verpasste Celle den bereits sicher geglaubten Halbfinaleinzug, was Damaschke ratlos zurückließ: "Wir hätten heute acht, neun Tore schießen können. Dass wir Lüneburg so einfach zu Torchancen kommen gelassen haben, macht es umso ärgerlicher."

 

 

ESV Fortuna: Angersbach - Kandora, Sömö (61. Brinkmann), Leier (82. Metzger-Tiemann), Kircher, Schoenemann, P. Wiechmann, Zimmermann, Holz, Jaskulla, Zverotic

Tore: 1:0/2:1/3:1 Aileen Holz (14./40./61.), 1:1/4:2/4:3 Nadja Kühl (38./78./84.), 4:1 Lisa Schoenemann (70.), 4:4 Sybell Rifatovic (85.)