Oberliga Niedersachsen

MTV Eintracht Celle zwischen Freud und Leid

Es war einmal mehr ein spektakuläres Spiel, was Eintracht Celle beim 4:4 in Schöningen ablieferte. Mit später Freude - und ganz spätem Entsetzen.
  • Von Oliver Schreiber
  • 23. Okt. 2022 | 15:58 Uhr
  • 23. Okt. 2022
Ganz bitter: Eintrachts Ilhan Kizilhan (blaues Trikot, Mitte) zog sich in der Nachspielzeit in Schöningen wohl eine schwere Knieverletzung zu. Bereits die dritte in der noch jungen Karriere des 20-Jährigen.
  • Von Oliver Schreiber
  • 23. Okt. 2022 | 15:58 Uhr
  • 23. Okt. 2022
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Adrian Zöfelt (am Ball) erzielte in Schöningen den späten 4:4-Ausgleich.
Schöningen.

Dem Jubel über den späten Ausgleich folgte schnell das Entsetzen. In der Nachspielzeit blieb der eingewechselte Ilhan Kizilhan bei einer Drehung ohne Fremdeinwirkung im Rasen hängen – und schlug sofort die Hände vors Gesicht: Verdacht auf Kreuzbandriss. Es wäre schon die dritte schwere Knieverletzung des 20-Jährigen Innenverteidigers. „Das ist so bitter für den Jungen – und natürlich auch für uns. Ich hoffe sehr, dass sich die Verletzung als nicht so schlimm herausstellt“, erklärte Hilger Wirtz, Trainer des Fußball-Oberligisten MTV Eintracht Celle, nach dem 4:4 (3:2) beim FSV Schöningen.

Faisal Soma (links) schoss in Schöningen ein Tor und bereitete einen weiteren Treffer vor.

Unmittelbar zuvor hatte Adrian Zöfelt in der 89. Minute mit einem kuriosen Tor ausgeglichen, als er einen versuchten Befreiungsschlag eines Schöninger Abwehrspieler blockte und die Kugel so ins Netz beförderte. Damit blieben die Blau-Weißen auch im sechsten Spiel in Folge ungeschlagen (vier Siege, zwei Remis). „Das ist wirklich schon eine tolle Serie. Unterm Strich geht das Unentschieden in Ordnung, auch wenn das Ausgleichstor natürlich glücklich war. Aber auf Grund unserer guten Leistung in der ersten Halbzeit war der Punkt verdient“, meinte Wirtz.

Hilger von Elmendorff (rechts) verletzte sich am Knie und musste zur Halbzeit ausgewechselt werden.

Neben Kizilhans Pech mussten die Celler noch zwei weitere Hiobsbotschaften verkraften. Torjäger Luca van Eupen fiel mit Corona aus, zudem verletzte sich mit Hilger von Elmendorff ein weiterer Leistungsträger am Knie und musste zur Halbzeit ausgewechselt werden. Aber die große Stärke des MTVE ist es, Rückschläge schnell wegzustecken.

Fairplay-Aktion geht nach hinten los

Und vor allem auch Rückstände. Denn bereits nach vier Minuten gingen die Hausherren in Führung. Alexander Laube bewies Fairplay, als er eine Foulentscheidung von Schiedsrichter Jan Tschirschwitz für Eintracht zu Gunsten der Schöninger korrigierte. Daraus resultierte das 0:1, denn bei der hohen Hereingabe des Freistoßes schlief die Celler Hintermannschaft, Gianluca Evers durfte unbedrängt aus Nahdistanz einschießen.

Tom Schaper schoss in Schöningen sein erstes Saisontor.

Direkt im Anschluss hatte Tom Schaper bereits den Ausgleich auf dem Fuß. Der fiel dann in der 11. Minute, einmal mehr nach einem Bilderbuch-Angriff. Von Elmendorff spielte den Ball in die Tiefe auf Laurin Bonk, der in der Mitte Faisal Soma in Szene setzte. Der bediente mit einer Mischung aus Schussversuch und Zuspiel Zöfelt, der zum 1:1 vollstreckte.

Torjäger Luca van Eupen fiel in Schöningen wegen einer Corona-Infektion aus.

Doch nur zwei Minuten später der nächste Schock, als Dominik Elsner nach einem unnötigen Ballverlust die nächste Schöninger Führung markierte. Eintracht kam aber erneut zurück. In der 25. Minute schickte Zöfelt mit einem genialen Pass Soma auf die Reise, der aufs Schöninger Gehäuse zulief und einnetzte. Damit nicht genug. Nach 36 Minuten eroberten die Celler im Gegenpressing den Ball in Tornähe, Schaper brachte mit einem präzisen Schuss ins lange Eck aus zwölf Metern Eintracht erstmals in Front.

Nach dem Seitenwechsel kamen die körperbetont agierenden Gastgeber mit Entschlossenheit und Wucht aus der Kabine. Die bis dahin überlegene Eintracht fand kaum ein Mittel dagegen. Schöningen drehte die Partie binnen fünf Minuten erneut in die andere Richtung. Johannes Lutz (53.) per Kopf und erneut Elsner nach einem Konter, in den die Celler naiv hineinrannten, sorgten für die 4:3-Führung. Doch glücklicherweise rettete der MTVE am Ende durch Zöfelts späten Treffer noch den einen Punkt. „Das war ein unglaubliches Spiel mit ganz vielen Ups and Downs. Es spricht für uns, dass wir hier immer wieder zurückgekommen sind“, betonte Wirtz. Dennoch war die Freude über das späte Remis auf Grund der wohl schweren Verletzungs Kizilhans stark getrübt.