Porta-Pokal

Westercelle schafft Überraschung gegen Eintracht

Eiskalt in der Hitzeschlacht: VfL Westercelle schlug am Dienstagabend überraschend MTV Eintracht Celle und zieht ins Halbfinale des Porta-Pokals ein.

  • Von Oliver Schreiber
  • 19. Juli 2022 | 21:59 Uhr
  • 20. Juli 2022
  • Von Oliver Schreiber
  • 19. Juli 2022 | 21:59 Uhr
  • 20. Juli 2022
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Ramlingen.

Eigentlich tut eine kalte Dusche bei diesen hochsommerlichen Temperaturen ja gut. Fußball-Oberligist MTV Eintracht Celle hätte am Dienstagabend im letzten Gruppenspiel des Porta-Pokals in Ramlingen allerdings gerne darauf verzichtet. Denn der Favorit unterlag im Derby überraschend Landesligist VfL Westercelle mit 0:2 (0:0) und wurde dabei zweimal eiskalt erwischt. Die Schwarz-Gelben bejubelten indes bei ihrer ersten Teilnahme an diesem prestigeträchtigen Turnier den Einzug ins Halbfinale am kommenden Freitag. „Genießt es, gönnt euch ein, zwei Bierchen. Das habt ihr euch absolut verdient“, rief Westercelles Co-Trainer Stefan Mainka seinen direkt nach Spielende im Kreis versammelten Schützlingen zu.

Sein Pendant beim MTVE, Hilger Wirtz, gratulierte fair. „Sie haben leidenschaftlich verteidigt und auf ihre Momente gelauert. Die haben wir ihnen leider gegeben“, erklärte Wirtz. Seinem ersatzgeschwächten Team habe einfach die Qualität in dieser Hitzeschlacht gefehlt. „In der ersten Halbzeit war die Leistung in Ordnung, da haben wir hinten gar nichts zugelassen und nach 15, 20 Minuten auf ein Tor gespielt. Der Gegentreffer aus dem Nichts hat uns dann aus dem Konzept gebracht. Wir waren in unseren Aktionen nicht mehr klar genug und zu ungenau“, monierte Wirtz. Vor allen die Chancenauswertung der Blau-Weißen war katastrophal. „Da war nicht nur Pech, sondern auch viel Unvermögen dabei“, kritisierte Wirtz.

Mainka hob vor allem den disziplinierten Auftritt und die Einstellung seiner Truppe hervor. „Wir haben sehr tief mit zwei Linien verteidigt und waren sehr aufmerksam. Irgendwie haben wir immer noch ein Bein dazwischen bekommen“, resümierte Mainka. Der Sieg kam auch für ihn überraschend, „gerade weil wir doch durch die vielen Spiele einiges an Substanz gelassen haben. Wir hatten das Glück, das Eintracht nicht hatte“, meinte Mainka.

In der ersten Halbzeit bekam der Oberligist die Partie nach rund 20 Minuten in den Griff und schnürte den VfL in der eigenen Hälfte ein. Doch mehrere hochkarätige Einschussmöglichkeiten ließ der MTVE ungenutzt, zudem lief Westercelles Torwart Frederic Baars zur Höchstform auf und rettete sein Team mehrfach vor dem Rückstand. Auch nach dem Seitenwechsel hatte zunächst Eintracht die Chance zur Führung, aber Toufik Cheriet verzog. Alleine er hätte drei, vier Tore machen müssen und traf gleich dreimal den Pfosten.

Gnadenlos effektive Westerceller

Der VfL hingegen war gnadenlos effektiv. Nach einem langen Ball schoss Gastspieler Silvan Udun vom linken Strafraumeck aus mit links aufs Tor, MTVE-Keeper Justin Griep ließ die Kugel unter seinem Körper hindurchrutschen – 1:0 (52.). Im Gegenzug hatte Eintracht gleich die Doppelchance zum Ausgleich, aber das Westerceller Tor schien wie vernagelt. Für die nächste kalte Dusche sorgte dann Tim Runge, der vier Minuten nach dem Führungstreffer einen Freistoß aus 17 Metern hoch in die Torwartecke zum 2:0 schoss. Davon erholte sich der MTVE nicht mehr, auch wenn er pausenlos anrannte.

Westercelle steht damit am Freitag im Halbfinale und trifft dort entweder auf Gastgeber SV Ramlingen-Ehlershausen oder Drittliga-Absteiger TSV Havelse.