Verein reagiert

Unruhestifter haben beim SV Dicle keinen Platz

Nach dem Spielabbruch im April muss der SV Dicle Celle bestimmte Auflagen erfüllen. Trainer Edip Ekinci sieht dadurch erste positive Effekte bei den Spielern.

  • Von Lisa Brautmeier
  • 31. Aug. 2022 | 15:05 Uhr
  • 01. Sept. 2022
Nach dem Abbruch des Spiels gegen VfL Westercelle II war der SV Dicle vom Kreissportgericht mit Auflagen belegt worden, die die Vereinsverantwortlichen und Trainer Edip Ekinci (links) jetzt nach und nach erfüllen.
  • Von Lisa Brautmeier
  • 31. Aug. 2022 | 15:05 Uhr
  • 01. Sept. 2022
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Celle.

So kann es nicht weitergehen – das wurde dem SV Dicle Celle vergangene Saison deutlich gemacht. Der Spielabbruch am 3. April zwischen dem damaligen Kreisligisten und dem VfL Westercelle II hatte hohe Wellen geschlagen. Da sich das Schiedsrichtergespann von mehreren Spielern des SV Dicle bedroht fühlte, hatte es die Partie abgebrochen. Daraufhin belegte das Kreissportgericht den Celler Verein mit Auflagen. Unter anderem sollte es ein Gespräch mit einem Konfliktlotsen geben, das bei der Mannschaft und bei der Vereinsführung letztlich sogar mit Wohlwollen angenommen worden war.

NFV-Konfliktlotsen als wichtige Ansprechpartner

Die Konfliktlotsen nehmen im Niedersächsischen Fußball-Verband (NFV) einen hohen Stellenwert im Kampf gegen Diskriminierung, Gewalt und Rassismus ein. „Im Rahmen eines mit dem DFB entwickelten Handlungskonzeptes sind die Konfliktlotsen und Konfliktlotsinnen wichtige Player vor Ort als erste Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen für alle an entsprechenden Vorfällen Beteiligte. Wir sind sehr froh, hier kompetente ehrenamtliche Lotsen und Lotsinnen gewonnen zu haben“, betont NFV-Vizepräsident Frank Schmidt. Ziel des Verbandes ist es, in jedem der 32 Kreise mindestens einen Konfliktlotsen vor Ort zu haben. „Insofern wird es auch weiterhin Ausbildungen in Zusammenarbeit mit dem Landessportbund Niedersachsen geben, sofern organisatorisch und auch coronabedingt machbar noch in diesem Jahr“, sagt Schmidt.

„Das Treffen war auf jeden Fall sinnvoll. Es ist wichtig, dass jemand von außerhalb mal den Spielern sagt, dass man sein Verhalten ändern muss.“

Dicle-Trainer Edip Ekinci

Spieler müssen Verhalten ändern

Für das Treffen mit dem SV Dicle kam NFV-Konfliktlotse Özcan Irkan aus Salzgitter nach Celle, um sich mit der gesamten Mannschaft zusammenzusetzen. Ihm war es wichtig, dass nicht nur die Vereinsführung bei dem Gespräch dabei war. „Das Treffen war auf jeden Fall sinnvoll. Es ist wichtig, dass jemand von außerhalb mal den Spielern sagt, dass man sein Verhalten ändern muss“, sagt Dicle-Trainer Edip Ekinci. Dem gesamten Team war klargemacht worden, dass sogar ein Ausschluss der Mannschaft möglich sei, sollten die Spieler weiter negativ auffallen.

Edip Ekinci, Trainer der ersten Herrenmannschaft des SV Dicle, will konsequent gegen Störer in den eigenen Reihen vorgehen.

Dicle trennt sich von Unruhestiftern

Ekinci sieht nach den Treffen mit dem Konfliktlotsen bereits positive Effekte: „Das Verhalten ist anders. Die Älteren wissen zum Beispiel, dass sie Verantwortung übernehmen und auch für die Jüngeren ein Vorbild sein müssen.“ So viele junge Spieler wie zu dieser Saison hatte Dicle laut dem Trainer lange nicht mehr. Dafür hatte man sich von anderen Spielern getrennt, die Unruhe ins Team gebracht hatten. „Da werde ich auch weiter konsequent sein“, betont Ekinci.

Runder Tisch mit Schiedsrichtern geplant

Mit dem Konfliktlotsen steht Dicle weiterhin in Kontakt. Neben einem zweiten Treffen gibt es noch weitere Auflagen, die der Verein erfüllen muss. Dazu gehören das Stellen von mindestens drei Ordnern bei Heimspielen, sowie ein Gespräch mit dem NFV-Kreis Celle und dem Schiedsrichter-Ausschuss. „Ein runder Tisch mit Schiedsrichtern ist unser nächstes Ziel. Wir wissen, dass viele voreingenommen sind und unsere Spiele nicht pfeifen wollen“, so Ekinci. Mit dem runden Tisch sollen Vorbehalte aus dem Weg geräumt und die Wogen geglättet werden. Dass ein solches Treffen bislang nicht organisiert wurde, liegt laut Ekinci daran, dass der Verein sich zuletzt stark umstrukturiert hat und Posten neu vergeben wurden. „Wir werden alles Step by Step angehen“, versichert Ekinci. Er hofft, dass seine Mannschaft demnächst nur sportlich für Schlagzeilen sorgt, am besten für Positive in der 1. Kreisklasse.