Stadt sucht nach Lösung

Maulwürfe nerven Kicker des TuS Celle FC

Maulwurf-Alarm an der Nienburger Straße: Weil sich der fleißige Wühler auf ihrem Trainingsplatz breitgemacht hat, fürchten die Fußballer des TuS Celle um das Wohl ihrer Jugendspieler. "Die Verletzungsgefahr ist groß", so Klubchef Lidle. Vor Ort wurde mit der Stadt nach Lösungen gesucht.
  • Von Heiko Hartung
  • 11. Jan. 2023 | 18:00 Uhr
  • 11. Jan. 2023
Der Maulwurf macht den Fußballern des TuS Celle FC zu schaffen.
  • Von Heiko Hartung
  • 11. Jan. 2023 | 18:00 Uhr
  • 11. Jan. 2023
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Celle.

Auch wenn er meistens unterirdisch spielt: Dieser Gegner ist auf dem Platz so hartnäckig und unangenehm wie seinerzeit „Eisenfuß“ Dieter Eilts. Denn wenn er über die Grasnarbe pflügt, ist das Geschrei bei Fußballern groß. Derzeit strapaziert der Maulwurf die Nerven der Kicker des TuS Celle FC.

TuS-Trainer wollen langfristige Lösung des Maulwurf-Problems

Auf deren Trainingsplatz an der Nienburger Straße schießen die Haufen des emsigen Buddlers wie Pilze aus dem Boden. „Seit Monaten finden wir immer wieder Maulwurfshügel und aufgewühlte Plätze vor. Wir haben immer wieder versucht, hierfür eine Lösung mit der Stadt Celle zu finden. Leider oftmals ohne Erfolg“, klagt das Jugendtrainerteam des Fußballklubs auf seinem Instagram-Kanal und wendet sich damit direkt an die Stadtverwaltung und Oberbürgermeister Jörg Nigge persönlich. Sporadisch würden Löcher im Boden mit Sand aufgefüllt, stellenweise gewalzt. Aber das reicht den TuS-Trainern nicht aus. Sie schlagen vor, großflächige Maulwurfsperren in den Boden einzubauen. Doch das ist mit aufwändigen Erdarbeiten verbunden und kostenintensiv.

Klubchef Lidle: „Stehen als Verein in der Haftung“

Wolfgang Lidle, Vorsitzender des TuS Celle FC, unterstreicht die Dringlichkeit: „Ab März sollen die Nachwuchsspieler wieder draußen trainieren. Aber die Verletzungsgefahr ist auf so einem hügeligen Gelände groß. Die Eltern machen Druck, haben schon mit Abmeldung ihrer Kinder gedroht“, so der Klubchef. Er wolle der Stadt keinen Vorwurf machen: „Es ist ein sensibles Thema. Aber es muss etwas geschehen, schließlich stehen wir als Verein in der Haftung.“

Stolperfallen an der Nienburger Straße: TuS Celle FC sagt den Maulwurfshügeln auf dem Sportplatz den Kampf an.

Stadt prüft Varianten zur Lösung

Jetzt bahnt sich tatsächlich eine Lösung an: Gestern wurde die Maulwurfproblematik mit Vertretern des Vereins und der Stadt vor Ort unter Ausschluss der Öffentlichkeit besprochen. „Wir haben uns ein Bild von der Situation gemacht und prüfen jetzt verschiedene Varianten zur Lösung des Problems“, sagt Pressesprecherin Myriam Meißner. Welche konkreten Maßnahmen im Raum stehen, wollte Meißner noch nicht sagen.

Maulwurf wird nicht mit Gas getötet

Eines bestätigte die Sprecherin aber gegenüber der CZ: Gas zur Tötung des Erdwerfers, der zu den besonders geschützten Arten zählt, werde diesmal nicht eingesetzt. Diese mehrjährige Praxis der Stadt Celle zur Bekämpfung der Säuger hatte 2019 zu heftigen Protesten in der Bevölkerung und unter Naturschützern gesorgt und wurde von Oberbürgermeister Nigge „aus ethischen Gründen“ gestoppt.

Nienburger Straße kein Einzelfall

Mit seinen Problemen steht TuS Celle FC übrigens nicht allein da: Von Westercelle bis Wathlingen ärgern sich Fußballer im Kreis Celle immer wieder über die tierischen „Schaufelbagger“.