Spielabbruch

Groß Hehlen II verlässt Platz in Hambühren

Am Wochenende kam es gleich zu zwei Spielabbrüchen im Celler Fußball. Besonders hitzig war es in der Partie zwischen SSV Groß Hehlen II und SV Hambühren II.
  • Von Lisa Brautmeier
  • 05. Sept. 2022 | 16:31 Uhr
  • 05. Sept. 2022
  • Von Lisa Brautmeier
  • 05. Sept. 2022 | 16:31 Uhr
  • 05. Sept. 2022
Anzeige
Celle.

Die Serie von Spielabbrüchen im Celler Fußball geht weiter. Gleich zwei Partien wurden am Sonntag abgebrochen – einmal vom Schiedsrichter, einmal entschied sich ein Team, den Platz zu verlassen. Bei der Kreisliga-Begegnung zwischen FC Firat Bergen und MTV Eintracht Celle II soll vor dem Abbruch ein Schiedsrichter-Assistent beleidigt worden sein. Im Spiel zwischen SV Hambühren II gegen SSV Groß Hehlen II in der 3. Kreisklasse fühlten sich die Gäste von einem Hambührener Spieler bedroht. Kurz vor Schluss verließ Groß Hehlen geschlossen das Spielfeld.

"Ich musste meine Spieler schützen"

„Wir wurden von Anfang an massiv beleidigt, bedroht, angespuckt und geschlagen“, sagt Groß Hehlens Trainer Stefan Lahme. Ein Hambührener Neuzugang sei laut Lahme der Auslöser der Unruhen gewesen. Der Schiedsrichter habe nicht eingegriffen. „Aus meinem Team wollte niemand mehr diesen Spieler decken. Es wurde nur Angst und Hektik verbreitet. Ich musste meine Spieler schützen“, begründet Lahme die Entscheidung für das Verlassen des Spielfelds.

Rot wegen Spuckens?

Groß Hehlen II ging kurz nach einem verwandelten Elfmeter für den SV Hambühren vom Platz. Der Strafstoß war Hambührens Führungstreffer zum 4:3. Nach dem Elfmeter zeigte der Schiedsrichter einem Spieler des SSV Groß Hehlen die Rote Karte, weil er ein Spucken gesehen haben wollte. „Das war meiner Meinung nach niemals der Fall. Er kann auch gar nichts gesehen haben, weil er abgewandt stand“, sagt Lahme, der den Schiedsrichter als parteiisch bezeichnete und mutmaßte, der Schiedsrichter hätte den Abbruch provoziert.

Abbruch für Hambühren-Coach nicht nachvollziehbar

Süleyman Ekinci, Trainer des SV Hambühren II, kann die Entscheidung Lahmes, den Platz zu verlassen, nicht nachvollziehen. „Von beiden Seiten war es ein hitziges Spiel. Da kann man Hambühren nicht den schwarzen Peter zuschieben“, sagt Ekinci. Er hatte zwar zwischenzeitlich den Spieler, der laut Lahme für Unruhe sorgte, vom Platz genommen, ihn aber später wieder aufs Feld geschickt. Ekinci wollte nach eigenen Angaben Ruhe ins Spiel bringen, spricht aber davon, dass bei Groß Hehlen weiterhin Spieler auf dem Platz gestanden hätten, die ebenfalls für erhitzte Gemüter gesorgt haben sollen, so dass er seinen Schützling wieder einwechselte. „Da habe ich nicht eingesehen, wieso nur ich meine Mannschaft schwächen soll“, sagt Ekinci.

Groß Hehlen kündig Widerspruch an

Der Fall wandert nun vor das Sportgericht. SSV Groß Hehlen hat bereits eine Vorabstellungnahme verfasst, in der die angeblichen Vergehen des Hambührener Spielers und die Nachlässigkeiten des Schiedsrichters aufgelistet werden. Der Verein kündigte an, Widerspruch gegen eine mögliche Spielwertung gegen das eigenen Team und finanzielle Sanktionen einzulegen.

Abbruch in Bergen

Auch in der Kreisliga kam es am Sonntag zu einem Spielabbruch. Firat Bergen führte klar mit 3:0 gegen MTV Eintracht II, als Schiedsrichter Jürgen Winter die Partie abpfiff. „Ein junger Schiedsrichter-Assistent wurde mit Beleidigungen bedroht. So etwas müssen wir uns nicht gefallen lassen. Da stehe ich voll und ganz hinter der Entscheidung“, sagt Kreis-Schiedsrichterobmann Kai Heuman. Die Beleidigungen kamen wohl aus den Reihen der Fans. „Die Person ist klar identifizierbar“, sagt Firat-Trainer Ronnie Wolff, der sich aber vor dem Sporgerichtsverfahren nicht weiter zu dem Vorfall äußern möchte. Ebenso wenig wie Eintracht-Coach Emin Kiy.