Oberliga Niedersachsen

Eintracht Celle will nächsten Favoriten ärgern

Auf Eintracht Celle wartet eine Herkules-Aufgabe. Bei Germania Egestorf sind die Blau-Weißen krasser Außenseiter. Aber diese Rolle liegt ihnen.
  • Von Oliver Schreiber
  • 17. Nov. 2022 | 20:35 Uhr
  • 17. Nov. 2022
Adrian Zöfelt kommt beim Landespokal-Spiel im August gegen Egestorfs Torwart Ole Schöttelndreier zu spät. 
  • Von Oliver Schreiber
  • 17. Nov. 2022 | 20:35 Uhr
  • 17. Nov. 2022
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Im Achtelfinale des Landespokals verlor der MTV Eintracht Celle im August mit 0:2 gegen Germania Egestorf. Eintracht-Torjäger Luca van Eupen (am Ball) , der hier von Robin Gaida (links) und Marvin Stieler bedrängt wird, ist dieses Mal wegen seiner Fünften Gelben Karte nicht dabei.
Celle.

Für die Blaupause für einen Sieg bei einer extrem heimstarken Mannschaft haben die Oberliga-Fußballer des MTV Eintracht Celle selbst gesorgt. Dem Aufstiegsfavoriten SC Spelle-Venhaus fügten sie im Oktober beim 6:4 die erste Niederlage vor eigenem Publikum zu. Am kommenden Sonntag um 14 Uhr steht die nächste Herkules-Aufgabe auf fremdem Geläuf für die Blau-Weißen auf dem Programm. Beim zu Hause noch ungeschlagenen (sieben Siege, ein Remis) Tabellendritten 1. FC Germania Egestorf-Langreder wollen die Celler ebenfalls für eine Überraschung sorgen. „Spelle und Egestorf sind von der Spielanlage her nicht vergleichbar. Aber natürlich sind wir hier ebenso krasser Außenseiter. Wir wollen uns so teuer wie möglich verkaufen und wenn‘s geht auch was Zählbares mitnehmen“, sagt Trainer Hilger Wirtz.

Aziz Kiy, hier im Duell mit Egestorfs Dominik Swientek (Nummer 12), fehlt ebenfalls wegen seiner fünften Gelben Karte.

Die Vorzeichen sind aber dieses Mal andere. Vor dem Spelle-Coup hatte Eintracht zweimal in Folge gewonnen, unter anderem gegen den Heeslinger SC. Jetzt geht der MTVE mit dem Malus von zwei Niederlagen in Serie in die Partie, vor allem das 3:4 gegen SC Blau-Weiß Papenburg durch ein Gegentor in der Nachspielzeit wirkt nach. „Das hat schon verdammt weh getan. Letztlich haben wir uns diese Niederlage durch individuelle Fehler selbst eingebrockt. In dieser Häufigkeit darf dir das in dieser Liga einfach nicht passieren“, meint Wirtz.

Zu viele individuelle Fehler

Nach dem beeindruckenden Zwischenspurt mit sieben Spielen in Folge ohne Niederlage (17 Punkte) sind die Celler wieder unsanft auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Beim 0:2 gegen den Rotenburger SV klappte nichts, gegen Papenburg lief es in der Offensive zwar wieder besser, insgesamt leistete sich das Team aber zu viele Patzer und Unaufmerksamkeiten. „Darüber ärgern sich die Jungs selbst am meisten. Aber es war auch klar, dass unser Lauf nicht ewig anhält und es auch wieder schlechtere Phasen gibt. Das geht ja nicht nur uns so“, betont Wirtz.

Noch vier Spiele bis zur Winterpause

Der Vorsprung auf die Abstiegsregion beträgt fünf Punkte, noch vier Spiele stehen bis zur Winterpause an. Nach Egestorf folgen noch die Partien gegen MTV Gifhorn und TuS Bersenbrück sowie bei der SV Ahlerstedt-Ottendorf. „Unser Ziel ist es, aus diesen Spielen sechs Punkte zu holen. Wir wollen uns so viel Vorsprung wie möglich erarbeiten“, erläutert Wirtz.

Amadou Sesay, hier im Duell mit Egestorfs Torwart Ole Schöttelndreier, fällt bis Jahresende aus.

Allerdings plagen den Coach Personalsorgen. Sowohl Torjäger Luca van Eupen als auch Mittelfeldspieler Aziz Kiy sahen gegen Papenburg die fünfte Gelbe Karte und sind gesperrt. Alternativen wären hier Tom Schaper und Oury Keita. Im vorderen Bereich ist Ioannis Gkegkprifti wieder fit, ihm fehlt allerdings noch Spielpraxis. Neben den Langzeitverletzten Ilhan Kizilhan und Rodi Hezo fallen auch Amadou Sesay (Oberschenkel/Leiste) und Collin Sarnowski (Rücken) mindestens bis Jahresende aus.

Nichtsdestotrotz rechnet sich Eintracht durchaus Chancen aus, Aufstiegsaspirant Egestorf um den Celler Routinier Marvin Stieler (33) ärgern zu können. „Wir wissen, dass wir auf eine extrem starke Mannschaft mit hoher Qualität treffen, die über viel Erfahrung verfügt und ergebnisorientiert kicken kann. Aber wir haben ja auch schon bewiesen, dass wir gegen Topteams bestehen können“, erklärt Wirtz. Siehe Spelle.