Oberliga Niedersachsen

MTV Eintracht Celle im Duell der Gegensätze

Offensivpower vs. Defensivstärke: Der auf einer Erfolgswelle schwimmende MTV Eintracht Celle will den gebeutelten Rotenburger SV auf Distanz halten.
  • Von Oliver Schreiber
  • 03. Nov. 2022 | 13:35 Uhr
  • 03. Nov. 2022
Talal Selo gab beim Derbysieg gegen Ramlingen ein beeindruckendes Startelf-Debüt als Linksverteidiger. Seine Chancen stehen gut, auch in Rotenburg zum Einsatz zu kommen.
  • Von Oliver Schreiber
  • 03. Nov. 2022 | 13:35 Uhr
  • 03. Nov. 2022
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Eintracht-Flügelflitzer Faisal Soma (rechts), hier im Duell mit Ramlingens Dennis Yeboah, ist in bestechender Form. Der 23-Jährige hat sich im Verlauf der Saison stetig weiterentwickelt – wie das gesamte Celler Team.
Celle.

Über fünf Tore fallen im Schnitt pro Spiel, wenn der MTV Eintracht Celle daran beteiligt ist. Bei keiner anderen Mannschaft in Fußball-Oberliga rappelt‘s so oft im Karton, das Torverhältnis von 35:33 nach 13 Partien spricht für sich. Die beste Offensive der Liga (zusammen mit SC Spelle-Venhaus) wird am Sonntag um 14 Uhr beim Rotenburger SV allerdings vor eine echte Bewährungsprobe gestellt. Denn der RSV ist zwar nur Drittletzter, verfügt aber über die viertbeste Defensive der Liga mit erst 17 Gegentoren. „Das ist eine sehr reife Mannschaft, die die Qualität hat, jedem Gegner das Leben schwer zu machen. Das haben wir ja am eigenen Leib zu spüren bekommen, die Spiele waren immer eng. Auf uns wartet eine ganz unangenehme Aufgabe“, erklärt MTVE-Trainer Hilger Wirtz.

Bittere Diagnose: Eintracht-Innenverteidiger Ilhan Kizilhan fällt mit einem Kreuzbandriss lange Zeit aus.

Im Vorjahr trennten sich beide an selber Stelle 3:3, in Celle gewann der RSV mit 4:3. In dieser Saison haben die Rotenburger aber Probleme, selbst Tore zu erzielen. Erst 15 Mal gelang ihnen das – schlechtester Wert in der Liga (zusammen mit MTV Gifhorn). Die Folge dieser Torarmut auf beiden Seiten waren viele knappe Spiele, mit acht Unentschieden (fünfmal 1:1) sind die Rotenburger die Remis-Könige der Liga. „Dadurch sind sie nicht richtig vom Fleck gekommen und stehen da unten drin. Aber sie haben durchaus schon beachtliche Resultate erzielt“, warnt Wirtz vorm Potenzial des Kontrahenten.

Rotenburg noch ohne Heimsieg in dieser Saison

In der Tat stehen da beispielsweise Punktgewinne bei Germania Egestorf, TuS Bersenbrück, gegen Spelle sowie ein 5:0 im Landespokal gegen den VfL Oldenburg zu Buche. Allerdings hat der RSV in der Liga bisher auch erst einmal gewonnen (5:0 beim HSC Hannover) und wartet seit elf Spielen auf einen Sieg. Vor eigenem Publikum hat es noch gar nicht mit einem Dreier geklappt.

Eintracht will Rotenburg auf Distanz halten

Ganz anders sieht es da bei Eintracht aus. Das Team schwimmt gerade auf einer Erfolgswelle und ist seit sieben Partien ungeschlagen. Zusätzliches Selbstvertrauen gibt der 3:1-Sieg im Regionsderby gegen den SV Ramlingen-Ehlershausen, auch wenn er glücklich war. Als Sechster beträgt der Abstand zum Platz an der Sonne genauso acht Punkte wie der zur Abstiegsregion. „Unser Blick richtet sich weiter nach unten. Wir haben ja in dieser Saison selbst schon erlebt, dass es auch mal Schwächephasen gibt und in dieser ausgeglichenen Liga alles möglich ist. Unser Ziel ist es, Mannschaften, die unten drinstehen wie Rotenburg, auf Distanz zu halten“, betont Wirtz.

Personell kann der MTVE-Coach auf das Personal aus dem Ramlingen-Spiel zurückgreifen. Bei Innenverteidiger Ilhan Kizilhan hat die Diagnose leider den Verdacht bestätigt: Der 20-Jährige hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen und wird am nächsten Donnerstag operiert. „Er ist natürlich niedergeschlagen. Wir alle hoffen, dass er möglichst schnell wieder auf die Beine kommt“, sagt Wirtz.