Oberliga Niedersachsen

MTV Eintracht Celle fehlt gegen Lupo Spielglück

Starke Schlussoffensive - aber es hat nicht gereicht: MTV Eintracht Celle unterlag dem neuen Spitzenreiter Lupo Martini Wolfsburg unglücklich.
  • Von Oliver Schreiber
  • 21. Aug. 2022 | 20:25 Uhr
  • 21. Aug. 2022
Eintracht-Rechtsverteidiger Laurin Bonk (links) startete vor allem in der Schlussviertelstunde einen Flankenlauf nach dem anderen. Doch die Abnehmer in der Mitte zielten etwas zu ungenau.
  • Von Oliver Schreiber
  • 21. Aug. 2022 | 20:25 Uhr
  • 21. Aug. 2022
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Adrian Zöfelt legt den Ball an Lupos Sean Redemann vorbei. Der Eintracht-Kapitän erzielte eine Viertelstunde vor Schluss den Anschlusstreffer.
Celle.

Das Spiel verloren – aber eine wichtige Erkenntnis gewonnen: Der MTV Eintracht Celle kann auch in dieser Saison mit jeder Mannschaft in der Fußball-Oberliga mithalten. „Das war eine richtig gute Teamleistung. Einsatz und Engagement waren wieder top, aber auch spielerisch waren wir dieses Mal voll auf der Höhe. Es ist schade, dass wir dafür nicht mit einem Punkt belohnt worden sind“, erklärte Trainer Hilger Wirtz nach der 1:2-Niederlage gegen den neuen Spitzenreiter Lupo Martini Wolfsburg, der somit die ersten drei Partien allesamt gewonnen hat und sich für das Pokal-Aus gegen Eintracht revanchiert hat.

Von Beginn an viel Tempo im Spiel

Die rund 200 Zuschauer in der Wilharm-Arena sahen bei bestem Wetter ein gutklassiges Fußballspiel – im Gegensatz zur Vorwoche beim 3:1-Erfolg der Celler gegen Aufsteiger SV Ahlerstedt-Ottendorf. Beide Mannschaften drückten ohne langes Abtasten von Beginn an aufs Tempo, bereits nach drei Minuten hätte es 1:1 stehen können. Nach wenigen Sekunden spitzelte Lupos Mittelstürmer Timon Hallmann den Ball aus aussichtsreicher Position knapp am Eintracht-Gehäuse vorbei. Kurz darauf hätte es auf der anderen Seite klingeln müssen, aber der von Adrian Zöfelt freigespielte Luca van Eupen zielte aus Nahdistanz zu zentral auf Torwart Marius Sauss, der abwehrte.

Voller Einsatz: Alexander Laube versucht mit einem Fallrückzieher, den Ball im Spiel zu halten.

Danach verteidigten beide Teams aufmerksamer. Chancen gab es dennoch. Einen Freistoß-Strich von Ilhan Kizilhan aus 25 Metern entschärfte Sauss gerade noch soeben vor dem Einschlag (23.), ein van Eupen-Schuss wurde im letzten Moment geblockt (26.), auf der Gegenseite köpfte Hallmann knapp vorbei (30.).

Schock fünf Minuten vor der Pause

Der Schock für die Gastgeber folgte dann in der 40. Minute. Nach einer Ecke und einem Schuss von der Strafraumgrenze reagierte MTVE-Keeper Christof Rienass zunächst glänzend mit einer Fußabwehr, die daraus resultierende Bogenlampe setzte Andrea Rizzo technisch gekonnt volley mit links ins kurze Eck – 0:1. Eine Minute vor der Pause bewahrte Rienass die Gastgeber vor dem 0:2, als er nach einer Ecke mit einem tollen Reflex einen Kopfball aus nächster Nähe an die Latte lenkte.

Beinahe-Eigentor von Lupo

Auch nach dem Seitenwechsel blieb es ein Duell auf Augenhöhe, auch wenn die höhere individuelle Qualität der Gäste immer wieder aufblitzte. In der 53. Minute hatten die Celler Fans schon den Torschrei auf den Lippen, eine scharfe Hereingabe von Laurin Bonk drosch Valeri Schlothauer beim Klärungsversuch an den eigenen Pfosten, der Abpraller kam dann für Aziz Kiy zu überraschend, um kontrolliert schießen zu können.

Tortora trifft ins Tor

Das Glück blieb den „italienischen Wölfen“ hold. Mit einem schnellen Angriff kombinierten sich die Wolfsburger gekonnt in den Eintracht-Strafraum. Giosue Tortora – ein ziemlich passender Name für einen Fußballer – zielte eigentlich zu mittig, aber der hereingrätschende Bonk fälschte die Kugel unhaltbar ab – Innenpfosten, drin, 0:2 (55.).

Es dauerte eine Weile, bis sich der MTV von diesem Schock erholte. Lupo zeigte seine spielerische Klasse, ließ Ball und Gegner laufen, allerdings ohne noch einmal ernsthaft torgefährlich zu werden. Dies besorgte dann Linksverteidiger Collin Sarnowski, dessen missglückte Rückgabe Rienass gerade noch so per Kopf zur Ecke beförderte.

Zöfelt vor dem Tor eiskalt

Trotzdem sah nun alles nach einem souveränen Erfolg von Lupo aus. Doch ab der 70. Minute nahm Eintracht das Herz noch einmal in beide Hände. In der 75. Minute passte Amadou Sesay, der im defensiven Mittelfeld erneut viele Bälle eroberte, auf van Eupen. Der legte die Kugel in den Lauf von Zöfelt, der alleine auf Sauss zulief und überlegt den Anschlusstreffer erzielte.

Viel Pech bei starker Schlussoffensive

Dies war der Startschuss für eine starke Schlussoffensive des MTVE – vor allem über die rechte Seite, wo Bonk immer wieder bis zur Grundlinie durchlief und gefährlich in die Mitte flankte. Nur eine Minute nach dem 1:2 hatte Eintracht erneut Pech, als van Eupens Schuss nach Bonk-Vorlage an den Innenpfosten klatschte – und leider nicht die Linie überquerte. Nach demselben Muster verpassten sowohl Zöfelt als auch Senga Mpumuliza eine Bonk-Hereingabe nur knapp.

Lupo wie ein angeschlagener Boxer

Lupo war mit den Kräften am Ende und spielte auf Zeit, die Celler setzten ihnen richtig zu. Der Favorit hing wie ein angeschlagener Boxer in den Seilen, wurde aber vom Schlussgong gerettet. „Uns hat leider das Spielglück gefühlt. Aber wir hatten viele gute Momente in diesem Spiel, fußballerisch war das ein großer Fortschritt. Trotz der Niederlage können wir sehr viel Positives aus diesem Spiel ziehen“, meinte Wirtz.