Oberliga Niedersachsen

MTV Eintracht Celle gelingt Überraschung

Jubel beim MTV Eintracht Celle: Dem Oberligisten gelang gegen Heeslingen eine Überraschung. Und das mit einem Traumtor.
  • Von Oliver Schreiber
  • 02. Okt. 2022 | 21:00 Uhr
  • 02. Okt. 2022
  • Von Oliver Schreiber
  • 02. Okt. 2022 | 21:00 Uhr
  • 02. Okt. 2022
Anzeige
Celle.

Dieses Tor war etwas für Fußball-Feinschmecker. Balleroberung in der eigenen Hälfte, sofortiges Umschalten in die Offensive, direktes Passspiel über fünf Stationen, eiskalter Abschluss – die rund 250 Zuschauer in der Wilharm-Arena feierten den Treffer zum 2:0 für Fußball-Oberligist MTV Eintracht Celle gegen Aufstiegsaspirant Heeslinger SC zu Recht überschwänglich. „Ein echtes Traumtor, das war perfekt herausgespielt. So etwas sieht man selbst auf diesem Niveau selten“, freute sich MTVE-Trainer Hilger Wirtz über die Szene in der 81. Minute, die letztlich die Partie entschied. Am Ende hieß es 2:1 für den Außenseiter. „Das war ein verdienter Sieg und natürlich auch ein wichtiger. Die Jungs haben eine Klasseleistung gezeigt“, lobte Wirtz.

Für Heeslingen war es die erste Niederlage. Die Celler haben sich durch den zweiten Dreier in Folge innerhalb von zwei Wochen vom letzten auf den elften Platz katapultiert. „Es ist alles so verdammt eng in dieser Liga. Aber wenn du gegen ein Topteam wie Heeslingen gewinnst, sind das schon Bonuspunkte“, meinte Wirtz.

Sein Team lieferte von Anfang an eine engagierte Partie und agierte mit den hoch gehandelten Gästen jederzeit mindestens auf Augenhöhe. In der Defensive waren die Blau-Weißen aufmerksam, in der Offensive erspielten sie sich immer wieder aussichtsreiche Situation. Aber im letzten Drittel haperte es am letzten Pass, zudem wurden falsche Entscheidungen getroffen, zum Beispiel bei möglichen Torabschlüssen. Der HSC hatte seinerseits zwei Möglichkeiten, aber Maximilian Köhnkens Kopfball aus aussichtsreicher Position war zu ungenau (17.), Kevin Rehlings Schuss aus spitzem Winkel wehrte Eintrachts glänzend aufgelegter Keeper Tim Freund ab (31.).

Die Celler schafften es durch ihr aggressives Zweikampfverhalten und mit viel Fleiß, dass die Heeslinger kaum zur Entfaltung kamen. Die Führung in der 44. Minute ging daher auch völlig in Ordnung. Kapitän Adrian Zöfelt verlagerte das Spiel nach einem Ballgewinn von der rechten auf die linke Seite, dort nahm Alexander Laube die Kugel auf und schickte Faisal Soma steil, der wiederum in der Mitte Luca van Eupen bediente, der aus Nahdistanz vollstreckte – 1:0, ebenfalls ein sehenswertes Tor. Diesen Vorsprung brachte der MTVE in der achtminütigen Nachspielzeit – HSC-Torwart Arne Exner musste wegen einer Platzwunde am Kopf längere Zeit behandelt werden – in die Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel drängte Heeslingen mit aller Macht auf den Ausgleich – doch die Celler hielten der Angriffswucht stand. Freund lenkte einen Schuss an den Außenpfosten (55.), in der 78. Minute rettete er in höchster Not, ansonsten war Eintracht stets auf der Hut. Kurz vor der Großchance zum 1:1 hatte Aziz Kiy das 2:0 auf dem Fuß, aber er zielte zu ungenau, nachdem er von van Eupen freigespielt worden war.

Besser machte es dann Laube in der 81. Minute nach einer Traumkombination aus der eigenen Hälfte heraus. Kiy eroberte den Ball, spielte auf Hilger von Elmendorff, der Zöfelt in Szene setzte. Der wiederum bediente Laurin Bonk auf rechts, der in die Mitte auf van Eupen passte. Der legte die Kugel weiter auf Laube, der freistehend einschoss. Die Heeslinger waren bei diesem Traumtor nur staunende Zuschauer.

Allerdings wurde es nach einem „Gurkentor“ (Wirtz) des HSC durch Justin Spremberg in der 85. Minute noch einmal eng. Aber Eintracht brachte den Dreier mit Glück und Geschick ins Ziel. „Es wäre auch bitter gewesen, wenn wir noch den Ausgleich kassiert hätten. Die Jungs können stolz auf ihre Leistung sein“, erklärte Wirtz.