Oberliga Niedersachsen

Drei wichtige Punkte für MTV Eintracht Celle

Gelungene Heimpremiere für den MTV Eintracht Celle: Beim 3:1-Sieg half Gegner Ahlerstedt allerdings kräftig mit.
  • Von Oliver Schreiber
  • 13. Aug. 2022 | 20:04 Uhr
  • 14. Aug. 2022
  • Von Oliver Schreiber
  • 13. Aug. 2022 | 20:04 Uhr
  • 14. Aug. 2022
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Celle.

Solche Gäste sind bei einer Heimspiel-Premiere gern gesehen: Die SV Ahlerstedt-Ottendorf lieferte bei ihrem Auftritt in der Wilharm-Arena gleich zu Beginn zwei Geschenke ab, die Fußball-Oberligist MTV Eintracht Celle dankend annahm und beim 3:1-Erfolg drei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt einfuhr. Bereits nach neun Minuten stand es nach zwei kapitalen Aussetzern des Aufsteigers 2:0 für die Hausherren. „Das hat uns natürlich komplett in die Karten gespielt. Aber so etwas ist uns selten genug passiert. Das nimmt man dann auch mal gerne mit“, meint MTVE-Trainer Hilger Wirtz.

Zwei kurzfristige Ausfälle

Der musste sein Team einmal mehr kurzfristig umstellen. Rechtsverteidiger Laurin Bonk fiel krankheitsbedingt aus, Faisal Soma musste mit muskulären Problemen passen. Dafür kehrten Hilger von Elmendorff und Ilhan Kizilhan zurück ins Team. Doch die Abstimmungsprobleme hatte Ahlerstedt. Nach 15 Sekunden waren sich zwei SV-Spieler uneins, wer in Richtung eines lang gespielten Balles sprinten sollte. Dies erledigte dann Adrian Zöfelt, der die Kugel aufnahm und auf Luca van Eupen durchsteckte, der am Strafraum einen Gegner ins Leere laufen ließ und flach einschoss.

Ein Auftakt nach Maß. Aber es kam noch besser. Nach einem erneuten Missverständnis passte ein Ahlerstedter Abwehrspieler mustergültig auf Aziz Kiy, der schnell reagierte und den Ball unbedrängt aus 40 Metern über den völlig verdutzten Torwart Jannis Trapp ins Netz hob (9.). Praktisch aus heiterem Himmel stand es 2:0 für die Celler, die ihr Glück kaum fassen konnten.

Eintracht verliert nach 2:0 Kontrolle über das Spiel

Besagtes Glück forderten sie nach dieser Anfangsphase dann aber heraus. Nichts lief mehr zusammen, Ahlerstedt machte Druck, agierte sehr offen. Dadurch entstanden Räume, die Eintracht aber nicht nutzte. Dafür ließen sich die Gastgeber ein ums andere Mal über beide defensiven Außenpositionen düpieren, immer wieder brannte es vor dem Gehäuse. Bei einer scharfen Hereingabe konnte Yannik Ehlers nur noch reflexartig reagierten und bugsierte den Ball Richtung eigener Torlinie, Kizilhan rettete mit dem Oberkörper und möglicherweise auch mit dem Arm – Glück gehabt (17.).

Nach demselben Muster fiel der Anschlusstreffer. Durchbruch über die linke Abwehrseite, knallharter Pass nach innen. Lukas Hatecke war in der Mitte einen Schritt schneller als Toufik Cheriet und vollstreckte aus Nahdistanz (32.). Nur drei Minuten später zappelte das Spielgerät schon wieder im Celler Netz, aber Schiedsrichter Maximilian Nie-Hoegen hatte bei der Angriffsaktion ein Foul gesehen und versagte dem Treffer die Anerkennung.

Eintracht hatte keinen Zugriff mehr aufs Spiel. Im eigenen Ballbesitz unterliefen zu viele Fehler, dabei verteidigte Ahlerstedt ziemlich lückenhaft. Erst kurz vor der Pause kamen die Blau-Weißen wieder gefährlich vor das Tor. Adrian Zöfelt zirkelte eine Flanke aus Rechtsaußenposition genau auf den Kopf von van Eupen. Dessen Kopfball wehrte Trapp ab – allerdings vor die Füße des Celler Torjägers. Doch dessen Nachschuss war zu unplatziert. „Letztlich können wir froh sein, dass wir mit der Führung in die Halbzeit gegangen sind. Wir haben richtig geschwommen“, erklärt Wirtz.

Umstellungen sorgen für mehr Stabilität

Der Coach reagierte und beorderte Hilger von Elmendorff von der Sechs auf die Innenverteidiger-Position, Kizilhan rückte für Cheriet von innen nach rechts. Diese taktische Maßnahme verlieh Eintracht wieder mehr Stabilität, zudem waren die eigenen Angriffe nun etwas strukturierter. In der 54. Minute schaltete van Eupen nach einer Balleroberung schnell und spielte den von links nach innen ziehenden Alexander Laube frei. Der lief auf Keeper Trapp zu und schob den Ball mit links in die lange Ecke zum 3:1.

Damit war die Partie praktisch entschieden. Beide Teams hatten noch Chancen, MTVE-Keeper Christof Rienass konnte sich noch zweimal auszeichnen. Unterm Strich war es aber selten Oberliga-Niveau, was die rund 250 Zuschauer zu sehen bekamen. Dafür gab es zu viele Unzulänglichkeiten auf beiden Seiten. Vorbildlich war aber wieder das Engagement und die Einsatzfreude der Celler. „Wir wissen, dass wir noch viel an uns arbeiten müssen. Aber wir nehmen die schwierige Situation gut an. Die Jungs haben sich wieder alles abverlangt und sich die drei Punkte somit auch verdient. Das war ein wichtiger Sieg“, resümiert Wirtz. Und es ist ja schließlich auch nicht verboten, Gastgeschenke anzunehmen.