Oberliga Niedersachsen

K.o. in der Nachspielzeit für Eintracht Celle

Was für ein wildes Spiel: MTV Eintracht Celle kassierte eine bittere 3:4-Niederlage gegen Papenburg. Insgesamt gab es vier Elfmeter.
  • Von Oliver Schreiber
  • 13. Nov. 2022 | 18:17 Uhr
  • 13. Nov. 2022
Papenburgs Niklas Jansen schoss in der Nachspielzeit einen Elfmeter an den Pfosten. Zumindest ein Punkt schien damit für Eintracht Celle gerettet. Doch es kam anders.
  • Von Oliver Schreiber
  • 13. Nov. 2022 | 18:17 Uhr
  • 13. Nov. 2022
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Eintrachts Faisal Soma spielt Papenburgs Yanik Runde aus. Der Celler Flügelflitzer bereite den zwischenzeitlichen 3:3-Ausgleich durch Luca van Eupen vor.
Celle.

Die Stimmungslage direkt nach dem Abpfiff passte zu tristen Novembernachmittag und dem Volkstrauertag. Die Kicker des Fußball-Oberligisten MTV Eintracht Celle sanken enttäuscht zu Boden und konnten es nicht fassen. Unmittelbar zuvor hatten sie in der Nachspielzeit den K.o. hinnehmen müssen und das Duell gegen den SC Blau-Weiß Papenburg mit 3:4 (2:3) verloren. „Das war ein ganz wichtiges Spiel. Daher tut diese Niederlage richtig weh. Wir hätten einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen können“, ärgerte sich Trainer Hilger Wirtz nach einer wilden und hektischen Partie mit insgesamt vier Elfmetern.

Wer trifft hier wen und wer den Ball? Adrian Zöfelt im Duell mit Papenburgs Torwart Daniel Lass. Zöfelt erzielte den 1:1-Ausgleich.

Am Ende waren es einfach zu viele Fehler und Unachtsamkeiten in der Defensive, die den Cellern zum Verhängnis wurden. Symptomatisch war eben jener K.o.-Treffer in der 94. Minute. Unmittelbar davor hatten sie Glück, als Papenburgs Niklas Jansen einen Strafstoß nur an den Pfosten setzte. Eintracht klärte den Abpraller zum Eckball. Der flog halbhoch durch den Sechzehner und landete vor den Füßen von Janek de Buhr, der unbedrängt zum 3:4 vollstreckte. „Wir hauen da vorher über den Ball. Dann wird es schwierig, so ein Ding zu klären“, zürnte Wirtz.

Eintrachts Alexander Laube wird von drei Papenburgern "umzingelt".

Zuvor hatte der MTVE selbst auf den Dreier gedrängt, nachdem er einen 1:3-Rückstand aufgeholt hatte. „Papenburg hat zwischenzeitlich getaumelt, aber wir haben daraus leider kein Kapital geschlagen. Wir hätten das Spiel auch komplett drehen können“, erklärte Wirtz. Allerdings schafften es die Gäste immer wieder, mit einfachen Mitteln das Celler Tor in Gefahr zu bringen. Es reichte, das Mittelfeld mit langen Bällen auf die Angreifer zu überbrücken, die sich mit Kopfball-Verlängerungen gegenseitig bedienten und in Szene zu setzen. „Wir hatten da keinen Zugriff und waren ständig ungeordnet“, monierte Wirtz.

Eintrachts Yannik Ehlers (hinten) gewinnt den Zweikampf gegen Papenburgs Adrian Jusufi.

Eintracht half bei den Toren der Emsländer tatkräftig mit. Beim 0:1 bereits in der dritten Minute durfte David Schiller nach einer banalen Flanke, die ebenfalls zu verhindern gewesen wäre, in der Mitte praktisch ohne Gegenwehr einschießen. Erneut Schiller profitierte beim 1:2 von einem Abspielfehler von MTVE-Keeper Tim Freund (13.). Zuvor hatten die Hausherren in der 9. Minute egalisiert, nachdem Laurin Bonk sich auf der rechte Seite durchgesetzt hatte, scharf ins Zentrum passte und Adrian Zöfelt den Ball ins kurze Ecke spitzelte.

Luca van Eupen (am Ball) schoss den 3:3-Ausgleich.

Beim 1:3 misslang die Abseitsfalle, Markus Raming-Freesen lief alleine auf Freund zu und wollte ihn ausspielen. Freund grätschte, traf zuerst den Ball und dann Raming-Freesen, Schiedsrichterin Irina Stremel entschied zum Entsetzen der rund 250 Zuschauer in der Wilharm-Arena auf Elfmeter, den abermals Schiller sicher verwandelte (32.).

Laurin Bonk schießt aufs Tor. Der Rechtsverteidiger bereitete ein Tor vor und holte einen Elfmeter heraus.

Acht Minuten später zeigte Stremel erneut auf den Punkt. Bonk spielte am rechten Strafraumeck seine Schnelligkeit aus und profitierte vom ungeschickten Zweikampfverhalten seines Gegenspielers. Das ihm sozusagen angebotene Foul nahm er dankend an. Yannik Ehlers übernahm die Verantwortung und traf zum 2:3.

Glück gehabt: Papenburgs Adrian Jusufi lupft den Ball über Eintracht-Torwart Tim Freund, die Kugel landet auf der Querlatte. Am Boden Maximilian Wede.

Fünf Minuten nach dem Seitenwechsel dann der nächste Elfer, wieder für Eintracht nach einem Foul an Michael Trautmann. Doch dieses Mal scheiterte Ehlers, seinen etwas zu unplatzierten Schuss parierte Torwart Daniel Lass.

Eintrachts Michael Trautmann (rechts) im Duell mit Papenburgs Lukas-Eltjo Koets.

Doch die Celler ließen sich davon nicht aus der Bahn werfen. In der 72. Minute brachte Hilger von Elmendorff mit einer gekonnten Spielverlagerung am linken Strafraumeck Faisal Soma in aussichtsreiche Position. Der zog an seinem Gegenspieler vorbei und bediente Luca van Eupen, der in Torjägermanier zum 3:3-Ausgleich vollstreckte.

Vieles sprach nun für einen Eintracht-Sieg. Der Wille dazu war auch klar erkennbar, aber die eigene Fehlerquote war einfach zu hoch, um dauerhaft Druck aufzubauen. Zudem lief der MTVE auch immer wieder Gefahr, selbst noch ein Tor zu schlucken. So wie dann in der Nachspielzeit. Zu allem Überfluss sahen van Eupen und Aziz Kiy auch noch jeweils ihre fünfte Gelbe Karte und fehlen nächste Woche in Egestorf. „Wir müssen das jetzt schnell verdauen und wieder aufstehen“, meinte Wirtz. Glücklicherweise gehört das ja zu den Stärken des MTVE.