Oberliga Niedersachsen

Eintracht Celle will Anschluss nicht verlieren

Der verspielte Sieg gegen HSC Hannover tut noch immer weh. Mit Wut im Bauch will Eintracht Celle nun bei FT Braunschweig auswärts erstmals punkten.
  • Von Oliver Schreiber
  • 23. Sept. 2022 | 11:00 Uhr
  • 23. Sept. 2022
  • Von Oliver Schreiber
  • 23. Sept. 2022 | 11:00 Uhr
  • 23. Sept. 2022
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Celle.

Viel Aufwand, wenig Ertrag: Fußball-Oberligist MTV Eintracht Celle steht nach sieben Spieltagen mit nur vier Zählern am Tabellenende. „Wir haben eindeutig zu wenig Punkte geholt. Es war in fast allen Spielen mehr für uns drin, wir waren nie chancenlos. Daher bleiben wir auch zuversichtlich, weil wir wissen, dass wir auch mit unserer unerfahrenen Truppe konkurrenzfähig sind“, erklärt Trainer Hilger Wirtz vor dem Auswärtsspiel bei den Freien Turnern Braunschweig am Samstag um 16 Uhr.

Noch liegt in der Oberliga alles dicht beisammen. Nichtsdestotrotz steht der MTVE unter Zugzwang, um den Anschluss an die Nichtabstiegsregion (derzeit drei Punkte Rückstand) nicht zu verlieren. Daher tut der verspielte Sieg zuletzt im Heimspiel gegen den HSC Hannover, als die Blau-Weißen zwei Eigentore fabrizierten und in der letzten Minute noch den 4:4-Ausgleichstreffer kassierten, doppelt weh. „Ein Dreier hätte uns sehr geholfen, nicht nur tabellarisch, auch für das Selbstvertrauen. Das war schon bitter“, blickt Wirtz zurück.

"Entwicklung nicht von heute auf morgen"

Zumal Eintracht in der Offensive eine starke Leistung zeigte, dafür in der Defensive altbekannte Schwächen offenbarte. Individuelle Patzer, taktische Fehler und ungeschicktes Zweikampfverhalten sorgten dafür, dass der HSC relativ leicht zu Toren kam. „Wir wissen, woran wir arbeiten müssen und tun das auch intensiv. Aber Erfahrung auf diesem Niveau kannst du eben nicht lernen. Wir wussten ja, was auf uns zukommt. Die Jungs sind fleißig und lernwillig. Sie werden sich weiterentwickeln, aber das geht halt nicht von heute auf morgen“, betont Wirtz.

Zumal der A-Lizenz-Coach seine Vierer-Abwehrkette durch Verletzungen, Sperren oder Urlaub immer wieder umbauen musste, Automatismen fehlen demnach. Nach den Roten Karten beim 1:2 beim Lüneburger SK für Ilhan Kizilhan (muss noch drei Spiele aussetzen) und Collin Sarnowski (in der übernächsten Partie wieder dabei) war einmal mehr Improvisation angesagt. Nachdem sich zu Saisonbeginn schon Mittelfeldstratege Hilger von Elmendorff im Abwehrzentrum versuchen durfte (musste), agierte zuletzt Alexander Laube, eigentlich auf den offensiven Außenbahnen zu Hause, auf der Linksverteidigerposition.

Diese Variante ist auch für die Partie in Braunschweig wieder eine Option. Alternativ könnte Michael Trautmann, der nach seiner Verletzungspause wieder fit ist und zuletzt gegen den HSC eingewechselt wurde, in die Kette rücken. Allerdings wird durch den Ausfall von Amadou Sesay (Leistenprobleme) auch noch ein Sechser gesucht, hier wäre Trautmann ebenfalls ein Kandidat, ebenso wie Aziz Kiy, der zuletzt auf der Zehn spielte. „Mal schauen, wie wir das lösen werden. Zum Glück sind fast alle Spieler wieder im Training. Insofern haben wir da wieder ein paar Möglichkeiten mehr“, erläutert Wirtz, der erneut auf Torwart Christof Rienass (Schulterverletzung) verzichten muss. Dafür steht aller Voraussicht nach wieder Tim Freund zwischen den Pfosten.

Fehlerquote muss sinken

Auswärts sind die Celler noch ohne Punkte. Dies soll sich in Braunschweig ändern. „Wir wollen mindestens einen Punkt mitnehmen, besser natürlich alle drei. Dazu sind wir in der Lage. Braunschweig hat eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern, aber wenn wir unsere Leistung abrufen und die Fehlerquote entscheidend senken, wird das ein Duell auf Augenhöhe“, meint Wirtz und hofft, dass Eintracht Aufwand und Ertrag endlich in Einklang bringt.