Oberliga Niedersachsen

Eintracht Celle fiebert Regionsderby entgegen

Die Freundschaft ruht für 90 Minuten: Der MTV Eintracht Celle empfängt den SV Ramlingen-Ehlershausen zum Regionsderby. Es ist eine Premiere.
  • Von Oliver Schreiber
  • 28. Okt. 2022 | 19:05 Uhr
  • 28. Okt. 2022
Michael Trautmann schießt aufs Tor. Zuletzt agierte Trautmann im Mittelfeld, gegen Ramlingen könnte er in die Abwehr rücken.
  • Von Oliver Schreiber
  • 28. Okt. 2022 | 19:05 Uhr
  • 28. Okt. 2022
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Im März bestritten der MTV Eintracht Celle und der SV Ramlingen-Ehlershausen ein Testspiel, das die Celler mit 2:1 gewannen. Nun stehen sie sich erstmals in der Oberliga gegenüber. Mit dabei sein wird Eintracht-Torjäger Luca van Eupen (rechts), der nach seiner Corona-Infektion wieder fit ist.
Celle.

Premiere in der Wilharm-Arena: Zum ersten Mal überhaupt treffen am Samstag um 15 Uhr der MTV Eintracht Celle und der SV Ramlingen-Ehlershausen in einem Punktspiel in der Fußball-Oberliga aufeinander. Beide Vereine sind zwar freundschaftlich verbunden, dennoch steckt in diesem Regionsduell viel Brisanz. „Derbys sollte man nicht verlieren. Wir sind heiß auf dieses Spiel, wissen aber auch um die Schwere dieser Aufgabe“, erklärt Eintracht-Trainer Hilger Wirtz.

Ramlingen liegt hinter Erwartungen zurück

Die wenigsten Experten dürften vor der Saison erwartet haben, dass die Celler als Siebter mit zwei Punkten Vorsprung auf den Elften Ramlingen in diese Partie gehen. Für Wirtz war der RSE „ein Geheimfavorit, der vom Potenzial her zu den Spitzenteams gehört“. Die Ramlinger selbst wollten unter den Top Sechs landen. „Dieses Ziel haben wir immer noch vor Augen. Diese Saison verlief bisher durchwachsen, uns fehlen vier, fünf Punkte. Wir haben schon sechsmal Remis gespielt. Durch diese vielen Unentschieden sind wir nicht richtig vom Fleck gekommen“, erläutert Ramlingens sportlicher Leiter Kurt Becker, der seit über 26 Jahren die Geschicke beim RSE leitet.

Alexander Laube (am Ball) glänzte zuletzt als umfunktionierter Linksverteidiger. Gegen Ramlingen fällt er auf Grund eines Infekts aus.

Zuletzt zeigten die Gäste, die den Tod ihrer langjährigen Teammanagerin Maren Scharlemann (Becker: „Die gute Seele unseres Vereins“) verkraften mussten, aufsteigende Tendenz. Dem 6:0 beim MTV Gifhorn ließ die Mannschaft von Coach Semir Zan (seit Saisonbeginn im Amt) eine tolle Aufholjagd beim 2:2 gegen TuS Bersenbrück folgen, als sie in der Schlussphase einen 0:2-Rückstand fast noch in einen Sieg umwandelte. „Ramlingen hat sowohl qualitativ als auch quantitativ einen Top-Kader. Wenn die Truppe so richtig ins Rollen kommt, wird sie in der Tabelle auch den Weg nach oben finden“, glaubt Wirtz, der 1994 selbst zwei Jahre lang als Spielertrainer in Ramlingen fungierte.

Hilger von Elmendorff (hier beim Kopfball, links) musste in Schöningen zur Halbzeit verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Für das Ramlingen-Spiel hat er aber grünes Licht gegeben.

Ins Rollen gekommen ist auch der MTVE, der seit sechs Spielen ungeschlagen ist (vier Siege, zwei Remis), dabei die Spitzenteams Heeslinger SC (2:1) und SC Spelle-Venhaus (6:4) in die Knie gezwungen hat und in den vergangenen drei Partien im Schnitt fünf Treffer erzielt hat. „Das wird natürlich nicht immer so laufen. Aber wir sind gut in Form, trainieren richtig gut und haben Selbstvertrauen getankt. Die Spieler, die noch etwas hinten dran waren, haben Fortschritte gemacht und drängen in die Startelf. Mit dieser Entwicklung bin ich sehr zufrieden“, betont Wirtz.

Talal Selo führte die zweite Mannschaft zuletzt in der Kreisliga zum 3:2-Sieg gegen den SV Nienhagen. Der wurde nachträglich in eine 0:5-Niederlage umgewandelt, weil Selo angeblich nicht spielberechtigt war. Doch dies war offensichtlich nur ein Missverständnis.

Richtig weh tut momentan nur der langfristige Ausfall von Innenverteidiger Ilhan Kizilhan, der sich zuletzt beim 4:4 beim FSV Schöningen in der Nachspielzeit aller Voraussicht schwer am Knie verletzte. Die genaue Diagnose steht zwar noch aus, zu befürchten ist allerdings ein Kreuzbandriss. Ausfallen wird auf Grund eines Infektes auch Alexander Laube, der zuletzt als umfunktionierter Linksverteidiger glänzte. Dafür ist Torjäger Luca van Eupen nach seiner Corona-Erkrankung wieder fit. Auch Hilger von Elmendorff hat nach seiner in Schöningen erlittenen Knieverletzung grünes Licht für einen Einsatz im Regionsderby gegeben. Nichtsdestotrotz muss Wirtz seine Startelf umstellen. Für Laube könnte Yannik Ehlers hinten links verteidigen, dafür würde dann Michael Trautmann oder von Elmendorff ins Abwehrzentrum rücken.

Auch Talal Selo ist als Alternative denkbar. Um den 20-Jährigen hatte es Wirbel gegeben. Der kickte zuletzt beim 3:2-Sieg der zweiten Mannschaft beim SV Nienhagen in der Kreisliga und schoss auch ein Tor. Allerdings wurde die Partie am grünen Tisch mit 5:0 für Nienhagen gewertet, weil Selo angeblich nicht spielberechtigt war. Dies wäre auch so, wenn Selo im Oberliga-Spiel in Spelle eingesetzt worden wäre. Aber das war nicht der Fall, auch wenn der Schiedsrichter das im Bericht so eingetragen hat. Videobilder belegen aber, dass nicht Selo, sondern Senga Felix Mpumuliza kurz vor Schluss eingewechselt worden ist. „Talal hat in Spelle nicht gespielt“, unterstreicht Wirtz. Dementsprechend will der MTVE intervenieren.

Wirtz hofft auf Unterstützung der Fans

Zunächst liegt der Fokus aber erst einmal voll und ganz auf dem Regionsderby. „Wir wollen mit Ramlingen auf Augenhöhe agieren und unsere Serie halten. Ich hoffe auf möglichst viele Fans, auch wenn parallel die ganze Kreisliga spielt. Das kostet sicherlich Zuschauer. Aber die Jungs haben sich eine tolle Kulisse einfach verdient“, meint Wirtz.